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Lokalsport
St. Tönis und Grefrath vor dem Lokalderby im Aufwind

Handball-Verbandsliga. An den ersten Spieltagen der Verbandsliga schienen die Kräfteverhältnisse unumstößlich verteilt zu sein. Während die zahlreichen Top-Teams erwartungsgemäß vorneweg marschierten, dümpelten vier Mannschaften scheinbar unbeteiligt im Tabellenkeller herum. Bis zum vergangenen Wochenende. Da lösten die Turnerschaft Grefrath und die Turnerschaft St. Tönis zumindest ergebnistechnisch ein mittelschweres Erdbeben in der Liga aus. Die unerwartet klaren Erfolge gegen Kaldenkirchen respektive die Adler Königshof sorgten für reichlich Aufsehen. Nun treffen beide Teams am Samstag (19.15 Uhr) in St. Tönis im Derby aufeinander, und testen, wessen Brust nach den jüngsten Siegen breiter ist. Für die Grefrather, die zwei Zähler mehr auf dem Konto haben, bietet sich die aussichtsreiche Gelegenheit, einen kleinen Puffer zur Abstiegszone zu generieren. Die Mannschaft von Trainer Michael Küsters scheint ihren Rhythmus in den letzten Wochen gefunden zu haben. Dem Befreiungsschlag gegen Korschenbroich ließ der Tabellenzehnte einen Pokalerfolg folgen und eben den Überraschungscoup vom vergangenen Wochenende. Dabei bewahrheitete sich die Vermutung des Übungsleiters, dass die Turnerschaft in Bestbesetzung mit jedem Kontrahenten mithalten kann. Vor allem das Mitwirken der Top-Torjäger Gereon und Robert Heesen sowie Stefan Trienekens ist von entscheidender Bedeutung. "Es ist nahezu unmöglich alle drei Aktivposten gleichzeitig zu neutralisieren. Kaldenkirchen hat es zuletzt mit einer Manndeckung versucht, mit mäßigem Erfolg", berichtet Küsters und blickt dementsprechend optimistisch auf die nächste Aufgabe: "Wir sind auf einem guten Weg. Die Lockerheit kehrt allmählich zurück. Jetzt wäre ein weiteres Signal am Samstag immens wichtig. Der überraschende Erfolg der St. Töniser kommt für uns natürlich nicht zum besten Zeitpunkt. Es wird ein heißes Duell, in dem der Wille und die Motivation entscheiden wird."

Davon sollte beim Aufsteiger genügend vorhanden sein. Endlich fuhr St. Tönis die ersten Zähler ein. Wer gegen den bis dato ungeschlagenen Mitfavoriten derart souverän triumphiert (31:23), der hat seine Ligatauglichkeit eindeutig unter Beweis gestellt. Es lappte fast alles. In der Defensive wurde beherzt zugepackt, zudem strahlte Alexander von Borstel an alter Wirkungsstätte enorme Ruhe aus. Vorne erwies sich in erster Linie die Rückkehr von Yannick Sinnecker als gewinnbringend. Nach seiner Verletzungspause wirkte der Leistungsträger keinesfalls rostig, sondern drehte mit zehn Toren mächtig auf. Damit entlastete Sinnecker den zuvor zu oft auf sich allein gestellten Spielmacher Kai Wingert. Angefangen mit dem Heimderby gegen Grefrath folgen für den Aufsteiger nun wegweisende Wochen. "Mit Ausnahme der Partie in Kaldenkirchen warten auf uns ausschließlich direkte Konkurrenten. Wenn du die Liga halten willst, musst du in solchen Begegnungen bereit sein. Das Selbstvertrauen sollte vorhanden sein, jetzt müssen wir nachlegen", weiß Trainer Jürgen Hampel.

(MP)
 
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