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Eric Van Der Luer
"Uerdingen waren zwei schöne Jahre"

Kempen. Am Freitag gibt es ein Wiedersehen des KFC mit dem ehemaligen Aufstiegstrainer, der Jong Roda Kerkrade betreut.

Herr van der Luer, wie geht es Ihnen?

Van der Luer Oh, soweit ganz gut, ich habe momentan viel zu tun. Wir haben im Winter einen Investor an der Hand gehabt, der uns zwei Millionen gezahlt und zwei weitere zugesagt hat. Er sitzt allerdings jetzt seit fast einem halben Jahr im Gefängnis in Dubai, und wir haben eine Lücke im Etat von mehreren 100.000 Euro zu füllen. Das geht bei uns ordentlich an den Etat. Die erste Mannschaft müssen wir an die veränderten Bedingungen anpassen und auch unsere Nachwuchs-Akademie.

Was genau machen Sie jetzt bei Roda Kerkrade?

Van der Luer Genau genommen habe ich dort mehrere Jobs. Ich trainiere Jong Roda, das ist unsere U21-Mannschaft, die jetzt gegen den KFC spielt. Außerdem arbeite ich als Scout für die erste Mannschaft, bin einer der drei Leiter unserer Nachwuchsakademie und war bis zur letzten Saison auch noch einer der Assistenztrainer für unsere Erste Mannschaft. Das habe ich aber wieder abgegeben.

Klingt wirklich nach viel Arbeit.

van der Luer Ist es auch. Im Grunde habe ich seit zwei Jahren eine Sieben-Tage-Woche. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 130 Spiele mit der U21 bestritten, auch viel gegen deutsche Mannschaften. Am 1. oder 2. August spielen wir übrigens wahrscheinlich bei euch in Krefeld gegen den VfR Fischeln. Dazu kommt dann noch das Training und vor allem das Scouting, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Da sehe ich am Wochenende zwischen vier und acht Spiele. Im vergangenen Jahr habe ich 328 Spiele gesehen, davor 276.

Und das macht Ihre Frau mit?

van der luer (schmunzelt) Och, Jolanda hat ja auch genug zu tun. Und wenn's nicht gerade im Winter ist, kommt sie auch schon mal mit.

Haben Sie noch Kontakt nach Krefeld?

van der luer Ja, aber nicht mehr viel. Zum Sportamt ab und zu, auch Thomas Schlösser (Präsident des VfR Fischeln, die Red.) hat mich zuletzt noch angerufen. Zu einigen Spielern aus meiner alten Mannschaft habe ich noch Kontakt, zuletzt habe ich auch noch Lakis (Ex-Präsident, die Red.) bei einem Spiel von Viktoria Köln getroffen.

Und zum KFC selbt?

van der luer Wir haben noch eine alte What's-App-Gruppe von damals, und zu Heiner Essingholt (Teammanager KFC, die Red.) habe ich recht viel Kontakt. Aber ein Spiel von Uerdingen habe ich nicht mehr gesehen, seit ich dort weggegangen bin. Das wird übrigens in der kommenden Saison wieder mehr werden, weil wir in der deutschen Regionalliga Spieler scouten, vor allem aus den zweiten Mannschaften der Proficlubs.

Denken Sie noch oft an die Zeit beim KFC zurück?

van der luer Schon manchmal, ja. Ich hatte zwei überragende Jahre in Uerdingen, die leider unschön zu Ende gegangen sind. Damals sind viele Dinge von allen Seiten auf uns eingeprasselt, auf die ich keinen Einfluss mehr hatte.

Wie meinen Sie das?

van der luer Naja, was da in der letzten Zeit alles schief gelaufen ist, das lag weniger an meiner Person als an anderen Umstände. Wir haben einfach keine Ruhe mehr gehabt, um uns auf den Fußball an sich konzentrieren zu können. Am Ende ging es fast nur noch ums Geld beziehungsweise um nicht gezahltes Geld. Ausbleibende Gehälter waren ja ein Dauerthema damals, das hat letztlich die Mannschaft vom Kopf her kaputt gemacht. Das ging zum Teil so weit, dass ich Spielern eigenes Geld gegeben habe. Bestes Beispiel war damals das Spiel gegen Lotte.

Sie meinen das denkwürdige 0:7...

van der luer Wir waren anfangs eigentlich die bessere Mannschaft, aber haben dann zur Pause mit 0:1 hinten gelegen. Nach dem 0:2 sind dann alle Dämme gebrochen, wir haben uns regelrecht aufgegeben. Heute kann ich sagen, das hatte nur mit Geld zu tun, das weiß inzwischen wohl jeder. Ich glaube nach wievor, wenn das mit den Zahlungen korrekt gelaufen wäre, dann wäre vieles anders gelaufen. Auch in der Aufstiegssaison war das ja schon so, aber damals hat der Erfolg das überschattet. Wenn ich sehe, was momentan in Uerdingen alles passiert, bin ich wohl zur falschen Zeit beim KFC gewesen.

Quelle: RP
 
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