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Analyse
VfR Fischeln liegt absolut im Soll

Kempen. Fußball-Oberliga: Trotz vollmundiger Wiederaufstiegsparolen, zahlreicher Neuzugänge - selbst in der Winterpause -, Trainerentlassung, neuem Übungsleiter und Beurlaubung des Sportlichen Leiters war es für den KFC Uerdingen eher eine Saison voller Pleiten, Pech und Pannen. Von Werner Fuck

Der Wuppertaler SV und der KFC Uerdingen hatten zu Beginn der abgelaufenen Spielzeit in der Fußball-Oberliga nie einen Hehl daraus gemacht, wo sie am Ende stehen wollten - nämlich auf Platz 1. Dass es zwangsläufig nur einer sein konnte, lag in der Natur der Sache. Deshalb ist die Vizemeisterschaft für die Blau-Roten auf den ersten Blick kein Beinbruch. Bei genauerem Hinsehen aber doch eher eine riesige Enttäuschung, weil die Bergischen seit Wochen weit enteilt waren, sich dadurch Langeweile breit machte und in der Endabrechnung statte zwölf Punkte fehlten. Und das, obwohl bei den Uerdingern alle Hebel in Bewegung gesetzt worden, doch noch der Eine von den Zweien zu sein.

War die Zwischenbilanz zu Weihnachten mit 34 Zählern schon bescheiden - wie in der ersten Halbserie auch die Leistungen des Teams in den meisten Spielen -, sind 28 neue Punkte in der zweiten Saisonhälfte bei den Ansprüchen fast unterirdisch. Vor allen Dingen dann, wenn drei Erfolge in den letzten drei Partien, gegen Konkurrenten, für die schon alles gelaufen war, gelangen. Zufrieden stellend waren nur die beiden Prestigeerfolge in den Stadtderbys.

Nach Platz acht im Vorjahr sprang für den VfR Fischeln dieses Mal, übrigens mit der gleichen Punktzahl (49), Platz sechs heraus. Keine Frage: An der Kölner Straße ist eitler Sonnenschein angesagt, bedenkt man, mit welchen Mitteln das Ergebnis realisiert wurde. Allerdings musste länger um das erneute Überleben gezittert werden, als zuletzt. Aber dies lag auch daran, dass ja bekanntlich das zweite Jahr in einer neuen Liga besonders problematisch werden kann bzw. die Konkurrenz auch einiges mehr zu bieten hatte als in der Vorsaison. Auffällig ist bei der Cherfi-Auswahl und im Umfeld, wie unaufgeregt mit Durststrecken oder Rückschläge umgegangen wird. Auch das ist sicherlich eines der Geheimnisse der Auswahl um Jungstar Alexander Lipinski. Außerdem war klar zu erkennen, dass die Lasten innerhalb der Mannschaft auf immer mehr Schultern verteilt werden können. Zudem hat der Weitblick bei den Neuverpflichtungen - und genau so sieht es aktuell aus - erheblich dazu beigetragen, die Qualität insgesamt beträchtlich zu heben. Das beste Team der Rückrunde stellte der TV Jahn Hiesfeld. Der verbesserte sich von Platz 14 auf drei; und das ohne den in der Winterpause nach Uerdingen transferierten Torjäger Danny Rankl, und mit Cotrainer Thomas Drotboom als neuen Chef für Jörg Vollack. Dagegen musste Neuling Schonnebeck nach toller Hinrunde später nicht unerwartet Lehrgeld bezahlen. TuRu Düsseldorf, Kapellen/Erft (immer wieder erstaunlich), Meerbusch oder Hönnepel-Niedermörmter erfüllten die Erwartungen, was für Ratingen, Bocholt und Schwarz-Weiß Essen nicht gilt. Der Traditionsclub aus dem Revier hielt nur die Klasse, weil die U23 des MSV Duisburg freiwillig den Abflug machte. Während sich der SC Düsseldorf-West ordentlich aus der Affäre zog, hatte den VfB Hilden auch niemand anders erwartet, als ziemlich weit hinten. Mit Kalkum-Wittlaer und dem 1. FC Mönchengladbach stiegen zwei Aufsteiger direkt wieder ab. Dazu die Oberhausener U23, die den Aderlass im vergangenen Sommer mit ihren vielen Nachwuchskräften erwartungsgemäß nicht kompensieren konnte. Außerdem wurde oft auf Verstärkung von Oben vergeblich gehofft, weil dort die Personallage selbst sehr angespannt war.

Quelle: RP
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