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Lokalsport
Westernreiten mit familiärem Flair

Kempen. Westernreiten: Das Westernreitturnier beim Pferdesportzentrum Krefeld lockte über 80 Cowgirls und Cowboys an den Niederrhein. Am ersten Tag wurden die Prüfung aufgrund des Unwetters in die Halle verlegt und dort ausgetragen. Von Frank Langen

Über das ganze Jahr hinweg gilt das Pferdesportzentrum Krefeld (PSZ) an der Willicher Straße als ein Ort, der eine große Bandbreite im Pferdesport bietet. Von klein bis groß, vom Freizeitreiter bis hin zum Turnierteilnehmer ist alles vorhanden. Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Gelände auf dem Katharinenhof nach 2015 zum zweiten Mal wieder in ein Cowboy-Dorf, denn dem Aufruf der Westernreiter Rheinland, an einem Westernreitturnier teilzunehmen, waren über 80 Cowgirls und Cowboys aus ganz NRW und dem benachbarten Ausland gefolgt.

Allerdings machte das Wetter den Teilnehmern am Samstag mit dem starken Regen einen dicken Strich durch die Rechnung. So wurden die entsprechenden Pattern, wie die vorgeschriebenen Aufgaben im Westernreiten heißen, kurzerhand in die Halle verlegt. In der Disziplin "Trail" bewältigten Pferd und Reiter danach natürliche Hindernisse, wie Bäume, Brücken oder ein Torgatter, das ohne abzusitzen geöffnet werden musste. Von der höchsten Leistungsklasse bis hin zum Einsteiger zeigten die Teilnehmer aber auch, wie mit einer lässigen Eleganz und einer entsprechenden Geschwindigkeit das Miteinander zwischen Mensch und Tier gehen kann. "Dafür gibt es ein entsprechende Punktesystem, womit wir das Gezeigte beurteilen", sagte Richterin Ingrid Fiedler-Peeler, die in der Regelkunde bestens Bescheid weiß.

Beim Western Riding waren punktgenaue fliegende Wechsel gefragt, ähnlich wie beim Dressurreiten. Doch während in der Dressur Begriffe wie Schritt, Trap oder Galopp fallen, heißt es beim Westernreitern schlichtweg Walk, Jog oder Loop mit der entsprechenden Gelassenheit eben. In puncto Kleidung íst beim Westernreiter im übrigen der Cowboyhut, Stiefel und ein langärmeliges Hemd Pflicht. Gerade letzteres war viel bestückt mit Strasssteinen und viel Glitzer zu sehen. Auch bei den Pferden gab es Unterschiede zur Dressur, denn beim Westernreiten wird ein Stockmaß bis zu 1,60 m mit speziell für diese Reitweise gezüchtete Pferde bevorzugt, die den gestellten Anforderungen gerecht werden.

Gestern zeigte sich, dass die Pferde im Westernreiten erste Priorität haben. Beim Adventure Ranch Trail hieß es, auf einer Außenstrecke mit ungewohnten, aber auch realistischen Situationen des Alltags zurecht kommen, wobei das Vertrauen zu Reiter und Pferde eine große Rolle spielt. Beim Kinderführtrail hingegen wurden die Kleinsten mithilfe eines Pferdeführers auf den mit acht Aufgaben umfassenden Parcours geschickt, um den Nachwuchs ganz langsam an den Pferdesport heranzuführen und aktiv mit dem Pferd zu arbeiten.

Aber auch im Bereich des sozialen Aspektes erwies sich das Turnier als eine gelungene Veranstaltung. Beim "Trail of Handicap" absolvierte zum Beispiel Niklas Schuchmann ganz ohne Hilfe von Außen mit seinem Pferd nahezu fehlerfrei den Parcour. Für den 14 Jahre alten Authisten eine Premiere, war es doch sein erster Auftritt bei so einem Turnier. Den Kurs zur Prüfung hatte er sich erst zwei Tage vorher angesehen und gemerkt. "Niklas ist ein ausgesprochen guter Schüler, der weiß, wie ein Pferd zu dirigieren ist. Da sich Pferde, so wie Niklas, ohne Sprache verständigen, hat er sehr gute Voraussetzungen, mit dem Pferd eins zu sein", sagt sein Trainer Reinhold Garbe, der in seiner Eigenschaft als Tierheilpraktiker während der zwei Tage auch das ein oder andere Wehwehchen bei den Pferden beheben musste. Auch die Eltern von Niklas freuten sich: "Es ist für ihn eine große Herausforderung. Aber wenn man ihn so sieht, wie er auf dem Pferd ist und sich dort wohl fühlt, ist das schon toll."

Abgerundet wurde das Turnier mit passendem Rahmenprogramm, bei dem die Besucher nicht nur Western- und Countrymusik zu hören bekamen, sondern auf dem Springreitplatz mit einer Zelt- und Campingplatz selber dem Turnier einen familiären Flair beifügten. Die Westernlounge samt Bar sorgten dabei zusätzlich für eine Wildwest Atmosphäre. Schießereien blieben allerdings aus, denn Colts gab es beim Westernreiten nicht zu sehen.

Quelle: RP
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