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Willi Wittmann
"Wir sehen uns als Dienstleister für die Vereine"

Kempen. Beim Kreistag des Fußballkreises Kempen/Krefeld in Niederkrüchten will Vorsitzender Willi Wittmann für seine achte Amtszeit kandidieren. Von David Beineke

Nettetal Für Willi Wittmann (SuS Schaag) endet am kommenden Freitag beim Kreistag des Fußballkreises Kempen/Krefeld seine siebte Amtszeit als Vorsitzender. Der 76-Jährige will sich den Vereinsdelegierten noch einmal für die nächsten drei Jahre zur Wahl stellen. Die RP sprach im Vorfeld mit ihm über die Lage im heimischen Fußball und seine Pläne für die Zukunft.

Herr Wittmann, Sie stehen schon Ewigkeiten an der Spitze des Fußballkreises. Wieso treten Sie noch einmal an?

Wittmann Noch ist ja gar nicht klar, ob ich gewählt werde. Aber wenn, wird das ganz bestimmt meine letzte Amtszeit. Derzeit fühle ich mich noch gut. Außerdem haben sich meine Vorstandskollegen eine weitere Zusammenarbeit mit mir gewünscht. Klar ist aber, dass wir uns nach Nachfolgern umschauen müssen. Auch Werner Gatz als Chef der Schiedsrichter will nur noch eine Amtszeit absolvieren.

Gibt es abgesehen von ihnen größere Veränderungen im Kreisvorstand?

Wittmann Nein, der Kreisfußballausschuss soll nur um zwei Mitglieder erweitert werden. Tanja Hambloch vom Linner SV und Michaela Stiels vom SV Thomasstadt Kempen sollen sich um Themen wie Ehrenamt, Breitensport, Frauenfußball und Weiterbildung kümmern, werden aber auch Staffelbetreuungen bei den Senioren übernehmen.

Wie sehen Sie den Fußballkreis aufgestellt?

Wittmann Im Spielbetrieb ist alles im grünen Bereich. Auch das Verhältnis der Vereine zu den Ausschüssen sehe ich ungetrübt. Unsere Kontakte zu den Vorständen und Abteilungsleitern unserer Kreisvereine sind auch sehr gut, außerdem kann sich unser Fortbildungssystem sehen lassen. Mit der Situation bei den Schiedsrichtern sind wir im Großen und Ganzen auch zufrieden. Wir sehen uns als Dienstleister für die Vereine. Auch die beiden neuen Frauen im Fußballausschuss sollen wie andere Vorstandsmitglieder möglichst oft in die Vereine gehen, um zu hören, wo es hakt.

Das hört sich ja nach paradiesischen Zuständen an. Es muss doch auch Probleme geben. Vor Kurzem gab es noch mal einen Workshop zum Thema Benehmen und Gewalt.

Wittmann Natürlich gibt es auch bei uns Probleme. Aber es ist wirklich so, dass wir im Vergleich zu anderen Kreisen noch sehr gut dastehen. In Sachen Gewalt haben wir durch unsere ländliche Struktur im Vergleich zu großen Städten ohnehin Vorteile. Nehmen Sie aber auch die schwindende Anzahl an Jugendteams. Da haben wir uns kürzlich mit den Kreisen Mönchengladbach/Viersen und Grevenbroich/Neuss zusammengesetzt, die gerne kreisübergreifende Leistungsklasse schaffen würden. Wir haben uns das angehört, obwohl wir aktuell keinen Mangel an Mannschaften haben. Unsere Vereine haben sogar mehr jugendliche Mitglieder als vorige Saison. Wobei die Zukunft immer mehr Zusammenarbeit bringen wird. Bislang gab es in Essen zwei Kreise, die haben kürzlich eine Fusion beschlossen. In diese Richtung wird sicher noch mehr passieren.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Themen für die nächsten drei Jahre?

Wittmann Wir haben schon besprochen, dass wir gut aufgestellt sind. Das muss das Tagesgeschäft ergeben. Am ehesten fällt mir der Sportstättenbau ein. Da müssen wir uns für noch mehr Kunstrasenplätze stark machen. Wichtig ist auch, dass Flüchtlinge nicht mehr in Sporthallen untergebracht werden, sondern andere Lösungen gefunden werden. Das Thema Gewaltprävention wird uns sicher auch begleiten.

Wie sehen Sie an der Spitze der Basis die Stimmung mit Blick auf die undurchsichtigen Vorgänge beim DFB?

Wittmann Darüber habe ich gerade lange mit Peter Frymuth gesprochen, Präsident des FVN und DFB-Vizepräsident. Wir hoffen, dass die Unruhe mit der Wahl von Reinhard Grindel, ebenfalls am Freitag beim DFB-Bundestag in Frankfurt, abnimmt. Alles, was man hört, scheint er wirklich ein vernünftiger Kandidat zu sein. FVN-Vizepräsident Jürgen Kreyer ist erst in Frankfurt dabei und kommt am Abend zu uns. Dann wird er uns schon die neuesten Entwicklungen mitteilen können.

Quelle: RP
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