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Kfc-Torwart René Vollath
"Zu Null zu spielen ist mein Anspruch"

Kfc-Torwart René Vollath: "Zu Null zu spielen ist mein Anspruch"
Torwart René Vollath kam vor der Saison vom Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC zum KFC Uerdingen und ist hier die Nummer Eins. FOTO: samla
Kempen. Der Torwart des KFC Uerdingen spricht vor dem heutigen Spiel (14 Uhr) beim SC Verl über den Umzug nach Krefeld, Essen im Restaurant und das Arbeiten beim Spitzenreiter der Regionalliga West.

Herr Vollath, seit gut zwei Monaten sind Sie nun in Krefeld. Haben Sie außer dem Sportplatz und dem Stadion schon etwas anderes gesehen?

Vollath Bislang eigentlich nur etwas vom Süden. Und ich kenne eine ganze Reihe von Restaurants.

Wohnen Sie auch hier?

Vollath Ja, meine Frau und ich haben in Gartenstadt eine Wohnung gefunden.

...die schon eingerichtet ist?

Vollath Naja, wir sind noch dabei, uns einzurichten.

Ein großes schwedische Möbelhaus hier in der Nähe macht Ausverkauf...

Vollath (lacht) Ja, wir hatten schon überlegt, uns mal früh den Wecker zu stellen, haben es aber dann doch nicht gemacht. Aber im Grunde fehlen nur noch Kleinigkeiten - bis auf unsere Küche. Die kommt erst Anfang Oktober, darum müssen wir zurzeit oft auswärts essen. Aber wenn wir damit fertig sind, dann werden wir sicherlich die Stadt erkunden. Das ist für uns auch wichtig. Ich bin ja nicht nur hier, um Fußball zu spielen, sondern auch, um andere Erfahrungen zu sammeln, vielleicht auch mal ins Theater gehen und dergleichen.

Ihre ersten Eindrücke?

Vollath Wir kommen ja aus Bayern, meine Frau aus Hoffenheim, und bislang habe ich auch immer nur im Süden gespielt. Was hier für uns ganz neu ist, ist die Nähe zu anderen Städten. Du bist von Krefeld ja ruckzuck in Duisburg oder Düsseldorf, das kannten wir so nicht. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Aber bislang fühlen wir uns jedenfalls sehr wohl.

Wie ist der Kontakt zum KFC entstanden? Immerhin haben Sie in der vergangenen Saison noch beim Karlsruher SC in der Zweiten Liga gespielt.

Vollath Letztendlich über meinen Berater.

Und dann?

Vollath Naja, ich bin hierher gefahren mit der Absicht, mir das zwar anzuhören, aber auf gar keinen Fall zu unterschreiben. Wenn du Zweite Liga gespielt hast, und dann klopft auf einmal ein Viertligist bei dir an, ganz ehrlich: "Hurra" schreist du dann nicht gerade. Aber im Gespräch mit den Verantwortlichen hatte ich schon nach fünf Minuten ein Supergefühl für das Projekt, was hier ins Leben gerufen wurde. Das Gesamtkonzept stimmt einfach, mit wurde hier ein Arbeiten unter professionellen Bedingungen zugesichert - bislang ist alles eingehalten worden.

Ist denn der Gang in die Vierte Liga kein Rückschritt?

Vollath Doch, natürlich ist das einer. Aber manchmal musst du halt auch mal einen Schritt zurück gehen, um dann vielleicht zwei nach vorne zu kommen. Das ist auch meine Absicht. Ich will hier nicht bloß ein bisschen kicken, sondern mich weiterentwickeln. Ich arbeite hier mit einem Super-Torwarttrainer zusammen, und auch die Mentalität in der Mannschaft gefällt mir.

Das heißt?

Vollath Mir gefällt die Denkweise. Unsere Devise ist, von Spiel zu Spiel zu denken und versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Es ist aber nicht so, dass wir jetzt jede Woche rufen, dass wir aufsteigen wollen. Und intern gefällt mir, dass ich super aufgenommen wurde. Prima ist außerdem, dass es bei uns sehr offen zugeht. Du kannst hier jedem es ins Gesicht sagen, was dir nicht passt, ohne dass dann einer nachtragend ist. Das sieht man auch auf dem Platz.

Sie sprachen eben von professionellem Arbeiten. Ist der KFC in dieser Hinsicht schon auf gleicher Ebene wie ein Profiverein?

Vollath Sagen wir mal so: Auf dem Platz arbeiten wir akribisch, genau und professionell. Das Drumherum ist aber noch nicht auf Profitum. das ist aber auch ganz logisch. Wir kommen ja gerade erst aus der Oberliga, müssen uns da noch anders aufstellen. Aber alle arbeiten daran.

Sie sind auf Anhieb in den Mannschaftsrat gewählt worden. Wie sehen Sie Ihre Rolle im Team?

Vollath Grundsätzlich hat hier jeder seine Rolle, und ich bin vom Typ her einer, der auch ausspricht, was er denkt. Wir haben hier auch nicht nur Mitläufer verpflichtet, sondern auch Leute die voran gehen. Zu denen zähle ich mich auch. Wohlgemerkt innerhalb der Mannschaft, im Verein sind andere die Chefs.

Sind Sie darum auf die Fans zugegangen, als vor ein paar Wochen Marcel Reichwein ausgepfiffen wurde?

Vollath Ja, auch deshalb. Ich fand das nicht in Ordnung, so gegen jemanden aus den eigenen Reihen zu sein. Wir wollen als Mannschaft Erfolg haben. Dazu ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Auch die Fans. Das ist übrigens auch etwas, was hier toll ist: Ich hätte nicht gedacht, dass bei den Spielen so eine gute Stimmung herrscht.

Nun ist der KFC ja Tabellenführer. Wie beurteilen Sie Ihre eigenen Leistungen aus den vergangenen Spielen?

Vollath Grundsätzlich finde ich, dass das nicht meine Aufgabe ist, meine Leistung zu beurteilen. Fakt ist aber, dass ich noch kein Spiel "Zu Null" gespielt habe. Genau das aber ist mein Anspruch. Zumal einige Gegentore, wie etwa gegen Wattenscheid, auch gefallen sind, weil der Gegner einfach einen guten Fuß hatte. Ich werde mich in jedem Spiel steigern, und dann wird mir auch das "Zu Null" gelingen. Aber ich bin letztlich auch nur ein Teil der Mannschaft und trage meinen Teil zum Erfolg bei.

Haben Sie als Torwart ein Vorbild?

Vollath Kein konkretes. Eine Mischung aus Oliver Kahn und Jens Lehmann vielleicht, die Mischung aus Coolness und Verrücktheit. Klar schaust du dir von anderen Torhüter etwas ab, von Gigi Buffon etwa oder Manuel Neuer. Da wärst du ja dumm, wenn du das nicht machen würdest. Grundsätzlich finde ich aber, dass du vor jedem Torwart Respekt haben solltest, der dauerhaft in der Ersten oder Zweiten Liga spielt.

Gibt es schon Pläne für die Zukunft?

Vollath Die Jahre im Fußball haben mich gelehrt, dass du hier nicht planen kannst. Meine Frau und ich haben bei einer Station schon mal überlegt, ob wir überhaupt neu anstreichen sollen, weil wir nicht wussten, ob ich ein halbes Jahr später noch dort spielen würde. Von daher lebe ich zurzeit noch für den Moment. Dass Karlsruhe absteigen würde, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Erst einmal habe ich jetzt hier zwei Jahre Vertrag mit Option auf ein weiteres. Dann sehen wir weiter.

Quelle: RP
 
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