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Stadt Kempen
Spritzig-witzige Revue der Kabarettisten

Stadt Kempen: Spritzig-witzige Revue der Kabarettisten
Spritziger Liederwettstreit ohne Worte: Ein Höhepunkt des Programms mit Helmut Sanftenschneider (links) und La Signora alias Carmella de Feo (rechts). FOTO: Klaus Dieker
Stadt Kempen. Im St. Huberter Forum begeisterte Entertainer Helmut Sanftenschneider mit der Show "Nacht-Schnittchen". Als Gäste hatte er bekannte Kollegen mitgebracht. Einige waren bereits in Kempen aufgetreten. Von Silvia Ruf-Stanley

Eine Kabarettrevue, spritzig und witzig von Anfang bis Ende, das bot das Kempener Kulturamt jetzt im St. Huberter Forum. Und die Besucher der Reihe "Comedy und Kabarett" waren durchweg begeistert, was ihnen der Moderator und Entertainer Helmut Sanftenschneider da mit seinen Gästen bot.

Und was hatte er sich auch für tolle Gäste mitgebracht: allen voran René Steinberg, dann La Signora, die im eigentlichen Leben Carmella de Feo heißt, und Achim Knorr. Alle hatten schon einmal einen Bonuspunkt, denn sie waren früher bereits mit Solo-Programmen in Kempen zu Gast. Entsprechend herzlich war die Begrüßung. Sie brachten Teile ihrer schon bekannten Programme mit, aber es gab auch Premieren. Kempen sozusagen ein bisschen als Testlauf, bevor die Saison richtig beginnt. Sanftenschneider forderte die Besucher auf, sich überraschen zu lassen. Das taten diese auch bereitwillig. Sie wurden nicht enttäuscht.

Achim Knorr liebt bissige Texte mit Wortspielen. FOTO: Schauplatz

La Signora bezauberte allein schon durch ihre ganze Erscheinung, die sie ebenso wie ihren scharfzüngigen Humor auch reichlich ausnützte. Wie ein Wirbelwind ging sie von einem Thema zum nächsten, plapperte Lebensweisheiten vor sich hin, die es dann aber in sich hatten. Wer ahnte schon, dass die Liebe wie eine Einbauküche ist, für die man sich nach zehn Jahren schämt. Eine ganz neue Idee jetzt kurz vor Weihnachten war die Idee vom Männerwichteln.

Mit Achim Knorr muss man erst einmal etwas warm werden. Anfänglich wirken seine abgelesenen Witze steif. Erst auf den zweiten Blick merkt man die hintersinnige Ironie. Einer seiner Texte widmete sich dem Aufstand der Buchstaben. Und genau das ist Programm bei ihm: kleine, bissige Texte voller Anspielungen und Wortverdrehungen. Der Mann probt nicht nur den Aufstand der Buchstaben, sondern auch der Reime. Mit seinen Unsinnsgedichten hätte er Ernst Jandl Freude gemacht.

Dritter im Bunde war dann René Steinberg. Ihn braucht man kaum noch vorzustellen, ist er doch vielen aus dem Hörfunk bekannt. Das Publikum in St. Hubert dankte es ihm durchaus, dass auch seine bekannten Figuren wie das Tatort-Trio Til Schweiger, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg auftauchten. Ganz spontan konnte er auf Zuruf aus dem Publikum auch noch den legendären Ruhrpott-Kumpel Adolf Tegtmeier (Stichwort: Mensch bleiben) ins Programm aufnehmen. Ach, und den Pofalla gibt es ja auch wieder, nun bei der Bahn, Klar, dass Steinberg dazu etwas einfallen würde.

Sanftenschneider gelang in St. Hubert das Kunststück, diese Rasselbande ganz unterschiedlicher Kabarettisten zu einem Ganzen zu vereinen. Seine Zwischentexte waren intelligent. Er spielte mit dem Publikum. Ah, da war einer aus Aschaffenburg angereist. Ach so, er arbeitet gerade in einer großen St. Huberter Firma. Bis zum Ende kam er immer wieder auf die Menschen, die er aus dem Publikum herausgegriffen hatte, zurück. Das war eine herrliche Spontaneität. Die Besucher sollten noch eine Aufgabe lösen, nämlich in der Pause Witze aufschreiben und abgeben. Der beste bekam als Preis eine knallrote, zugegeben furchtbar hässliche Luftgitarre mit Unterschriften aller Künstler. Am Ende durfte sich Cordula Klaube darüber freuen.

Mit einem furiosen Finale endete der rund zweistündige Abend. La Signora und Sanftenschneider lieferten sich einen Liederwettstreit - allerdings nur Lippen-Synchron und mit hinreißender Pantomime zu den Songs. Wer nun wirklich Gewinner war, ließ sich nicht sagen. Das Publikum, das sich vor Lachen kaum halten konnte, zählte auf jeden Fall zu den Gewinnern. Am Ende kamen alle Künstler zu den Klängen von "Allways look on the bright side of live" der Monty Pythons auf der Bühne zusammen. Einen besseren Schlusspunkt hätte es nicht geben können.

Quelle: RP
 
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