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Stadt Kempen
Stadt kauft Bankgebäude für Flüchtlinge

Stadt Kempen: Stadt kauft Bankgebäude für Flüchtlinge
Das Büro- und Logistikgebäude der Volksbank Krefeld im Kempener Gewerbegebiet: Die Stadt kauft es für die Unterbringung von Flüchtlingen. FOTO: Hüskes
Stadt Kempen. In einem Gebäude der Volksbank Krefeld im Gewerbegebiet an der Peter-Jakob-Busch-Straße in Kempen sollen bis zu 120 Plätze für Asylsuchende eingerichtet werden. Die Stadt Kempen wird den Komplex von dem Geldinstitut kaufen. Von Andreas Reiners

In nicht öffentlicher Sitzung hat der Kempener Stadtrat am Dienstagabend dem Kauf eines Verwaltungsgebäudes mit Lagerflächen zugestimmt, dass die Stadt Kempen von der Volksbank Krefeld übernimmt. In dem eingeschossigen Bau an der Peter-Jakob-Busch-Straße 2 sollen zum Jahresende die ersten Flüchtlinge einziehen, so der derzeitige Plan der Stadtverwaltung. Gestern Nachmittag gaben Bürgermeister Volker Rübo und Sozialdezernent Michael Klee einen Ausblick, wie die neue städtische Immobilie genutzt werden soll.

Der Komplex mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 1400 Quadratmetern besteht im vorderen Teil aus zehn Büros. Im hinteren Teil befinden sich zwei Lagerräume. Die Volksbank Krefeld habe der Stadt die Immobilie vor einigen Wochen zur Unterbringung von Flüchtlingen angeboten, sagte Rübo. "Wir hätten sie mieten oder kaufen können, haben uns aber sehr schnell zum Ankauf entschieden." Während beide Seiten über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart haben, ist zumindest der Zeitplan der Übernahme der Räume klar. Bis Ende Oktober räumt die Bank den Bürotrakt, bis Ende November die Lagerräume. Das Geldinstitut, das in St. Hubert und Hüls Filialen betreibt, hatte das Gebäude 1995 als so genanntes Backoffice gebaut und nutzt es noch als Lager und Archiv. Nun wird es geräumt, das Archiv nach Krefeld verlagert.

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Die Stadt Kempen wird zunächst den Bürotrakt für die Unterbringung von 50 bis 60 Flüchtlingen umbauen. Sanitäre Anlagen inklusive Duschen sind bereits vorhanden. In einem zweiten Schritt soll ein Teil der Lagerfläche so umgestaltet werden, dass dort weitere 60 Flüchtlinge einziehen können. Ein 345 Quadratmeter großer fensterloser Lagerraum soll als zentrale Annahme- und Sortierstelle der Stadt für Sachspenden für Flüchtlinge genutzt werden.

In den vergangenen Wochen hat die Stadt bereits fast 200 Sachspenden - überwiegend Bekleidung und Haushaltswaren - von Bürgern angeboten kommen, zuletzt über das neue Internetportal www.kempenhilft.de. Viele Spenden können erst jetzt entgegengenommen werden, nachdem die Stadt ein ehemaliges Ladenlokal neben dem Domizil der Kempener Tafel an der Mülhauser Straße 111 als Lager gemietet hat.

Ziel der Stadt ist es, gerüstet zu sein für den Fall, dass Kempen weitere Flüchtlinge zugewiesen werden. Derzeit ist die Zuweisung durch das Land gestoppt, weil in Kempen in der Sporthalle des Berufskollegs eine Flüchtlingsnotunterkunft mit 300 Plätzen besteht. Diese Platzzahl wird auf das Kempener Aufnahmekontingent angerechnet. Die Stadt will das Gebäude im Gewerbegebiet Peter-Jakob-Busch-Straße aber auch nutzen, um die Asylsuchenden, die vorübergehend in der früheren Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert leben, möglicherweise dauerhaft woanders unterzubringen.

Stichwort: Johannes-Hubertus-Schule. In sozialen Netzwerken kursierte zuletzt das Gerücht, die Stadt werde in der benachbarten Turnhalle ebenfalls Flüchtlinge unterbringen. Auf eine entsprechende Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Bogedain in der Ratssitzung stellte Bürgermeister Rübo klar, dass das nicht geplant sei. Vielmehr finde in der Turnhalle jetzt auch der Sportunterricht für die Berufsschüler, deren Halle als Flüchtlingsquartier genutzt wird, statt.

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Quelle: RP
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