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Kempen
Stadt Viersen in Finanznot: Ist das Jazzfestival noch zu retten?

Kempen: Stadt Viersen in Finanznot: Ist das Jazzfestival noch zu retten?
Volles Haus in der Festhalle: Rapper Samy Deluxe auf der großen Bühne beim Jazz-Festival 2016, der Artist in Residence, Florian Weber, am Piano auf der kleinen Bühne. FOTO: Busch
Kempen. Der Kulturausschuss empfiehlt einstimmig, 60.000 Euro für das Groß-Event in den Haushalt 2018 einzustellen. Doch es ist fraglich, ob diese Summe ausreicht — und die Kommunalaufsicht mitspielt. Von Martin Röse

Die Kritik war hart, und sie klang verbittert. Ozan Atakani (SPD) warf Viersens Kulturdezernent Paul Schrömbges vor, den Willen der Kulturpolitiker bei Viersens wohl wichtigstem Kulturevent missachtet zu haben: "Im März haben wir hier im Kulturausschuss über konzeptionelle Änderungen fürs Jazzfestival gesprochen. Die Meinung war einhellig bei allen Parteien, dass die fehlenden 60.000 Euro nicht mehr aus dem Haushalt finanziert werden können. Passiert ist nichts - und jetzt sollen wir doch die 60.000 Euro bewilligen."

Schrömbges wies die Anschuldigungen zurück: "Um es deutlich zu sagen: Wortbeiträge in Ausschüssen sind keine Arbeitsaufträge." Die Politik wolle gar keine konzeptionelle Änderungen beim Jazzfestival. "Sie wollen den Status Quo erhalten, mit einer anderen Art der Finanzierung." Die Erwartung, die fehlenden Finanzmittel fürs Jazzfestival von 60.000 Euro durch Sponsoren aufzutreiben, sei unrealistisch. "Das System ist endlich", betonte der Kulturdezernent. Zwar sei es möglich, das Festival auch mit einem kleineren Budget durchzuführen. "Das ist dann aber nicht mehr das dreitägige Jazzfestival, das Sie gewohnt sind", warnte Schrömbges. Er mahnte eine schnelle Entscheidung an: "Eigentlich hätten wir schon im September anfangen müssen. Sie kriegen im Februar keinen Künstler mehr für ein Festival im selben Jahr."

Frank a Campo (FDP) sah die Sache so: "Wir müssen jetzt entscheiden: Wollen wir das Jazzfestival haben oder nicht?" - und beantwortete die Frage für die freien Demokraten gleich: "Ich beantrage, 60.000 Euro in den Kulturhaushalt fürs Jazzfestival einzustellen.

Diesem Antrag schlossen sich alle Fraktionen an - trotz einer deutlichen Warnung von Kämmerer Norbert Dahmen: "Unsere freiwilligen Leistungen im Haushalt sind gedeckelt. Wenn wir auf einen Schlag 60.000 Euro einstellen, wird die Kommunalaufsicht das registrieren und könnte uns auffordern, die Summe an anderer Stelle einzusparen." Unklar ist auch, ob die 60.000 Euro überhaupt reichen werden. Das Jazzfestival wurde in der Vergangenheit auch durch die Kulturstiftung der Sparkasse mit 25.000 Euro unterstützt. Fritz Meies (CDU): Bei einem Zinssatz von 4,5 Prozent konnte die Stiftung eine halbe Million Euro ausschütten. Jetzt, bei einem Zinssatz von 0,5 Prozent, sind es gerade noch 90.000 Euro. Ich warne davor, davon auszugehen, dass die 25.000 Euro auch in Zukunft fließen werden."

Quelle: RP
 
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