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Stadt Kempen
Stella in den Fußstapfen der Großmutter

Stadt Kempen: Stella in den Fußstapfen der Großmutter
Die Stute "Stella" von Theo Lenzen aus Nettetal wurde bei den dreijährigen Reitpferdestuten durch die Bewertungskommission zur Siegerin gekürt. FOTO: Prümen
Stadt Kempen. Die Stute von Tierzuchtberater Theo Lenzen siegte in der Kategorie Warmblut bei der 18. Auflage der Kreispferdeschau auf dem Mengelshof in Kempen-Unterweiden. Es war wieder ein Stelldichein der Züchter aus der Region. Von Willi Schöfer

"Sie ist von schöner Elastizität, maximal abgestimmt, ihre Bewegung strahlt eine große Harmonie aus", so das fachmännische Urteil von Martin Spoo. Er kennt sich mit Frauen aus. Allerdings sind diesmal keine Grazien mit zwei Beinen gemeint. Martin Spoo ist Geschäftsführer und Zuchtleiter des Rheinischen Pferdestammbuches. Und in der Eigenschaft eines Jurors war er jetzt mit einigen Kollegen unterwegs. Denn einmal mehr fand die Kreispferdeschau des Kreises Viersen und der Stadt Krefeld auf dem Mengelshof in Kempen-Unterweiden statt.

Zum 18. Mai trafen sich die Warm-und Kaltblüter, die Kleinpferde und Ponys auf dem Anwesen der Familie Höfkes. Es waren diesmal mehr als 60 Tiere, die in den verschiedenen Altersstufen und Kategorien bewertet wurden. Gerade waren die dreijährigen Reitpferdestuten dran. Leider waren es diesmal nur vier Warmblüter, die die Richter sorgfältig in Augenschein nahmen. Sie wurden von den Pflegern, Züchtern oder Besitzern am Zügel durch ein kleines Rund geführt. Das Ziel war, sich entsprechende "TÜV-Zertifikate" abzuholen, dadurch unter anderem ins Stut- oder ins Hauptstutbuch zu kommen, dann also ganz offiziell zu Zuchtzwecken zugelassen zu werden. Die Fachjury wurde von Experten des Rheinischen Pferdestammbuches als auch vom Hannoveraner Pferdezuchtverband besetzt.

Lange diskutierten anfangs die Richter, immerhin waren 15 Noten zu vergeben. An die Spitze setzten sie das Pferd Nummer 2; "Stella", ein Rheinländer im Besitz von Züchter Theo Lenzen (Nettetal). "Schon ihre Großmutter hat große Zuchterfolge erzielt", kommentierte Kreis-Tierschutzberater Theo Lenzen. Stella wurde zur Elite-Schau im August in Nettetal zugelassen. Ein gutes Zuchtprädikat erhielt aber auch der Kempener Marco Fernandez-Sanchez mit seinem im Mai 2014 geborenen "Bella Espana" oder "Arabella", ebenfalls ein Rheinländer, mit Züchter Georg Dahlhoff (Krefeld) und Besitzer Hubert Nix (Viersen). Rund 800 Besucher dürften es gewesen sein, die sich wenig später auch die Tiere der Abteilung B anschauten, darunter dreijährige Dartmoor-, Haflinger- und Reitponystuten. Danach kamen noch die Fohlen dran.

"Früher war die Beteiligung wesentlich stärker" sagte unter dem fachkundigen Publikum Karl-Heinz Fruhen, der selbst mehr als vier Jahrzehnte lang Pferdezüchter war und den Kreispferdezuchtverein Viersen-Krefeld rund 23 Jahre lang als Vorsitzender angeführt hatte. Er war mit seiner Ehefrau und stellvertretenden Landrätin Luise Fruhen da, führte die relativ geringere Beteiligung, auch bei den Warmblutfohlen, vor allem darauf zurück, dass die Anzahl der Züchter und Zuchtbetriebe in den vergangenen Jahren merklich zurück gegangen sei. Dazu entgegnete Tierschutzberater Lenzen: "Früher wurde sicherlich etwas zu viel gezüchtet, über den Bedarf hinaus und jetzt hat sich das seit einiger Zeit wieder auf einem normalen Level eingependelt."

Lenzen hatte kurz vorher noch eine andere Aufgabe. Er lief mit einem Stab, an denen oben ein Flatterband-Knäuel befestigt war, einige Pferden hinterher. Das Geräusch veranlasste die Tiere, Fahrt aufzunehmen. So konnten die Richter besser feststellen, ob der Bewegungsablauf der Tiere und beispielsweise die richtige Abstimmung von Vor- und Hinterhand in Ordnung war.

"Ich könnte den Pferden stundenlang zuschauen, es ist toll anzusehen", sagte Claudia Nitsch. Sie waren mit einigen Reiterfreundinnen aus Rheurdt gekommen. Mit dabei die 20-jährige Jungzüchterin Nadja Mantoni, deren 13-jähriges Warmblut "Proudtina" im vergangenen Jahr den ersten Eintrag ins Stammbuch bekam.

Quelle: RP
 
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