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Stadt Kempen
Sternsinger schlagen eine Brücke von Kempen nach Ecuador

Stadt Kempen: Sternsinger schlagen eine Brücke von Kempen nach Ecuador
Die Sternsingergruppe wird vor dem Haus von Mathilde und Günter Bildstein und ihren afghanischen Freunden herzlich begrüßt. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. In Kempen sind die Sternsinger unterwegs. Sie unterstützen insgesamt drei soziale Projekte. Nach dem Aussendungsgottesdienst in der Propsteikirche ging es zunächst zum Rathaus. Von Bianca Treffer

"Wollen wir mit dem , Wir kommen daher aus dem Morgenland' beginnen?" - die Frage von Jule wird von allen mit einem Kopfnicken beantwortet. Mareike drückt auf den Klingelknopf neben dem Namensschild "Bildstein". Kaum geht die Tür auf, schallt der Familie und deren afghanischen Freunden, die alle zusammen vor dem Hauseingang erscheinen, das bekannte Lied der Sternsinger entgegen. Ob Lilly, die mit ihren sechs Jahren die jüngste in der Gruppe ist, oder der 16-jährige Jonathan - allen ist die Begeisterung anzusehen, als Sternsinger unterwegs zu sein. Es ist der erste Halt in ihrem Sternsinger-Gebiet nach dem Aussendungsgottesdienst und der gemeinsamen Segenerteilung für das Kempener Rathaus.

"Ganz herzlichen Dank für den wunderschönen Gesang. Wir freuen uns, dass ihr euch Zeit nehmt, uns den Segen zu bringen", sagt Mathilde Bildstein. Danach bekommt nicht nur die grüne Spendenbox, die Levin in den Händen hält, eine Spende. Für alle sechs Sternsinger tischt die Familie heißen Kakao auf. "Das ist bei uns Tradition. Das machen wir schon seit 40 Jahren so, wobei wir früher an unserer alten Adresse das letzte Haus auf der Sternsinger-Tour waren und es den Kakao zum Aufwärmen gab", erzählt Mathilde Bildstein, während Anne den Segensspruch aufklebt. Als Stärkung überreicht Günter Bildstein noch Süßigkeiten zum Mitnehmen, dann geht es weiter zum nächsten Haus.

Mit dem "Stern über Bethlehem" lassen die Sternsinger Nachbarin Svenja Wefers strahlen. "Es ist eine sehr schöne Tradition und ich freue mich immer, wenn die Sternsinger kommen", sagt Svenja Wefers. Auch sie befüllt die Spendenbox. Statt aufgeklebten Segensspruch wünscht sich die Kempenerin die klassische Variante - den Segenspruch mit Kreide auf die Hauswand geschrieben. Levin zieht die Kreide aus der Tasche und Lilly darf mit Unterstützung von Mareike und Jule den Segensspruch "20*C+M+B*17" an die Wand neben der Haustüre schreiben. Die Sechsjährige strahlt vor Begeisterung. "Lilly ist schon im Kinderwagen mit den Sternsingern unterwegs gewesen", erzählt Melanie Topeters, die zusammen mit Inge Aretz die Sternsinger begleitet. Beide sind in dieser Funktion seit acht Jahren im Einsatz. "Nur wenn man selber aktiv mitmacht, kann man soziales Engagement auch an die Kinder weitergeben", meint Melanie Topeters. Lediglich darüber reden und nichts tun, das ginge nicht.

Dieser soziale Gedanke lässt auch Jonathan immer wieder aufs Neue mitziehen, wobei es für ihn und Jule etwas Besonderes ist. Die beiden kommen nämlich aus Bochum. "Wir gehen immer in Kempen mit den Sternsingern, weil wir hier für das Projekt unserer Tante Angie in Ecuador sammeln", erzählt Jule.

Die Kempenerin Angela ("Angie") Aretz gründete vor 26 Jahren das Straßenkinderhaus "Árbol de la Esperanza", den "Baum der Hoffnung", wie es übersetzt heißt, in Quito. In mittlerweile drei Häusern leben bis zu 30 Kinder und Jugendliche, die kein Daheim haben. Sie erhalten ein Zuhause, erfahren Betreuung, gehen zur Schule und werden auf ein eigenständiges Leben mit beruflicher Perspektive vorbereitet. Alles wird dabei aus Spenden finanziert. Die Sternsinger der Gemeinde Christ-König im Hagelkreuz sind so seit Jahren für das Straßenkinderhaus unterwegs.

Mittlerweile ist die Sternsinger-Gruppe bei Hildegard Maas angekommen, die extra gewartet hat. "Eigentlich wäre ich schon bei meinem Bruder, der heute Namenstag hat. Aber ich habe die Sternsinger in unsere Straße einbiegen sehen und ich wollte sie auf keinen Fall verpassen", erzählt Hildegard Maas. Sie selbst hat früher die Sternsinger im Gebiet Ziegelheide betreut und daher weiß sie auch, wie sich die Kinder und Jugendlichen freuen, wenn es für sie etwas zum Naschen gibt. Neben dem "Füttern" der Spendenbox wandert daher auch Süßes in den Beutel.

Für den Segensaufkleber ist Jonathan zuständig. Er ist nämlich aufgrund seiner Größe der einzige der Sternsinger, der den Wunschort von Hildegard Maas für den Aufkleber erreicht. Er soll neben dem anderen Segensspruch über der Haustüre platziert werden. "Ich hätte ansonsten aber auch einen Klapptritt geholt", meint Hildegard Maas lächelnd. Ein letztes Winken mit guten Wünschen für das neue Jahr und die Gruppe steuert die nächste Haustür an, wo sie ebenfalls von einem freundlichen Lächeln begrüßt wird.

Quelle: RP
 
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