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Kempen
Stillstand bei Turnhallen und Sportplätzen

Kempen: Stillstand bei Turnhallen und Sportplätzen
Die Idylle trägt: Die Sanierung des Sportplatzes "An Eulen" in St. Hubert ist längst überfällig. FOTO: Kaiser
Kempen. Der Sportausschuss des Kempener Stadtrates diskutierte am Montagabend über den Bericht der Verwaltung zum Zustand der Sportanlagen. Die Funktionsfähigkeit soll erhalten bleiben. Sportdezernent Klee kritisiert den Stadtsportverband. Von H.-G. Schoofs

Kempen Die letzte Sportausschuss-Sitzung des Jahres war einmal mehr ein Beispiel dafür, dass in Kempen der Sport weiter auf der Stelle tritt. Verwaltung und Politik sind in diesem Jahr beim Sport- und Bewegungsentwicklungsplan sowie beim Ziel, den Zustand von Turnhallen und Sportplätzen zu verbessern, keinen entscheidenden Schritt weitergekommen.

Bereits Ende Oktober hatte die Verwaltung bei einem Pressegespräch darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn mache, Hallen und Plätze Jahr für Jahr zu sanieren. Es müsse ein zukunftsweisendes Konzept her, das dem Bedarf der Vereine sowie dem Sport- und Bewegungsentwicklungsplan angepasst wird. Das alles braucht seine Zeit. "Bei den Turnhallen muss ich Sie um Geduld bitten, wir müssen mit Defiziten leben", sagte der zuständige Beigeordnete Michael Klee. Er betonte, dass die Funktionsfähigkeit der Turnhallen erhalten werde. Ähnlich ist die Lage bei den Sportplätzen in den Stadtteilen St. Hubert und Tönisberg. Hier einigten sich Verwaltung und Politiker darauf, ein "Gestaltungsgremium" zu bilden. Bis zur nächsten Sitzung des Finanzausschusses soll jede Partei ein Mitglied für dieses Gremium abstellen. "Das Vorhaben wird mehrere Jahre dauern", sagte Klee. Am größten ist das Problem in St. Hubert, wo eine Sanierung des Tennenplatzes "An Eulen" überfällig ist. "Auf diesem Platz zu spielen, grenzt an Gefährdung", sagte Ausschuss-Mitglieder Cederic Franzes (FDP), der das kürzlich selber als Spieler der 2. Mannschaft des VfL Tönisberg feststellen musste. Günter Solecki (Die Linke) wies darauf hin, dass das Grundstück für den Platz "An Eulen" von der Familie Bauten per Schenkungsurkunde der Stadt nur für die Errichtung von Sportstätten zur Verfügung gestellt wurde. "Wenn der Sportplatz dort wegkommt, muss das Grundstück an die Familie zurückgegeben werden", erklärte Solecki.

Beim Bericht der Verwaltung zum dringend notwendigen Sport- und Bewegungsentwicklungsplan kritisierte Klee bei seinem Sachstandsbericht den Stadtsportverband (SSV). Bei der der Auftaktveranstaltung "Zukunftsforum Sport" am 20. Februar sei von den Experten auf die Stärkung des SSV als wichtige Voraussetzung hingewiesen worden. "Die Dynamik, die wir Anfang des Jahres angestoßen haben, ist ein wenig erlahmt. Der Stadtsportverband muss sich potenter darstellen. Wir müssen den SSV deutlich bitten, stärker in die Rolle eines Akteurs zu treten", sagte Klee, der die Politiker bat, an den SSV heranzutreten. Der SSV-Vorsitzende Andreas von Brechan und dessen Stellvertreter Frawi Tönnis konnten an der Sitzung aus Termingründen nicht teilnehmen. "Wir haben Herrn Klee informiert. Ich verstehe die Kritik nicht. Er soll uns sagen, was wir konkret machen sollen", sagte Tönnis gestern auf Anfrage der RP. Der SSV sei das Bindeglied zwischen Vereinen und Verwaltung: "Ich habe vor zwei Jahren darum gebeten, in der Turnhalle der Realschule im Sommer eine Folie vor die Fenster zu hängen, weil die Tischtennisspieler nachmittags beim Training geblendet werden. Diese Folie ist bis heute nicht vorhanden", sagte Tönnis.

Quelle: RP
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