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Gemeinde Grefrath
Stofftaschen sind ein wahrer Renner

Gemeinde Grefrath: Stofftaschen sind ein wahrer Renner
Bei C-Imprint läuft die Produktion auf Hochtouren. Die Schüler erwägen, das Unternehmen über das Halbjahr hinaus weiterzubetreiben. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Aus dem Wirtschaftskursus der Stufe 9 der Liebfrauenschule Mülhausen ist ein aufstrebendes Jungunternehmen geworden. Mit großem Erfolg verkauft C-Imprint seine Produkte. Von Bianca Treffer

Ein bisschen erinnert es an den Kunstunterricht. Auf den zusammengeschobenen Tischen liegen Textilfarben in den unterschiedlichsten Farben. Glitzerstifte sowie ein Berg Stofftaschen sind zu sehen, daneben stehen Döschen mit diversen Schmucksteinen. Der Geruch nach Farbe liegt in der Luft. Voller Konzentration gestaltet Marline Scheulen eine bunte Eule auf einer der Stofftaschen, während Maxine Schmacks mit Schablone, Schwämmchen und schwarzer Farbe einen tanzenden Mann realisiert. Johanna Bloßfeld hingegen hantiert mit Cuttermesser und Schablone.

Bei ihr entstehen gerade die neuen Frühlings- und Ostermotive. "Wir haben uns für mehrere Motive entschieden, sie ausgedruckt und laminiert. Jetzt bin ich dabei, sie auszuschneiden", erklärt die Neuntklässlerin. Dass es sich um keinen Kunstunterricht handelt, ist unschwer am Nebentisch zu erkennen. Dort ist nämlich Patrick Ververs zusammen mit Leon Otto mit der Buchhaltung beschäftigt und die betrifft genau die Stofftaschen, die nur wenige Meter weiter entstehen. "Wir sind das Unternehmen C-Imprint", informiert Ole Osborg-Schmitz, seines Zeichen Schüler des Wirtschaftskurses der 9. Klasse an der Liebfrauenschule Mülhausen und für mehrere Stunden in der Woche auch Vorstandsvorsitzender von C-Imprint. Im Rahmen des Wirtschaftskurses beschäftigten sich die Schüler bereits im vergangenen Schuljahr unter anderem mit dem komplexen Aufbau von Firmen. Was im 8. Schuljahr noch Theorie war, verwandelte sich im 9. Schuljahr in Praxis. Die 19 Gymnasiasten gründeten unter Anleitung ihres Schulpaten, Wirtschaftslehrer Magnus Schwitanski, ein eigenes Unternehmen. Die zündende Idee, was es werden sollte, brachten Jana Poos und Johanna ein. "Wir haben lange überlegt und etliche Ideen wie die Produktion von Schlüsselanhängern und Lesezeichen gehabt. Dann kamen Jana und ich mit dem Vorschlag der gestalteten Stofftaschen. Wir hatten auch an T-Shirts gedacht, das aber wieder verworfen, da es ein Saisonartikel ist und wir wollten etwas haben, das wir, dementsprechend gestaltet, über das ganze Jahr verkaufen konnten", berichtet Johanna.

Die anderen waren begeistert und auch Schwitanski war von der Geschäftsidee überzeugt. Der Name C-Imprint, was für creative Aufdrucke steht, war schnell gefunden. Die 19 Schüler entwickelten ihr Konzept, meldeten ihr Unternehmen bei Junior, der Tochtergesellschaft des Institutes der deutschen Wirtschaft an, bauten die Abteilungen Vorstand, Finanzen, Produktion sowie Marketing auf und kauften jeder, einschließlich ihres Lehrers, einen Anteilschein für zehn Euro. Von diesen 200 Euro orderten die Schüler die benötigten Ausgangsmaterialien. Es ging an die Produktion. Schon der erste Verkaufseinsatz beim Elternsprechtag wurde ein Kassenschlager. Beim Adventsbasar in der Schule entpuppten sich die kleinen Stofftaschen mit dem Elchmotiv als absoluter Renner. Es gab etliche Vorbestellungen auf das Produkt, da es viele Kunden als Geschenktasche für Weihnachten nutzen wollten. "Wir kamen mit der Produktion gar nicht mehr nach. Die Schulstunden des Wirtschaftsunterrichtes reichten nicht mehr. Also haben wir angefangen, in unserer Freizeit zu produzieren", berichtet Ole. Nach wie vor sind die handgestalteten, unterschiedlich großen Stofftaschen beliebt. "Ich habe noch nie ein so erfolgreiches Unternehmen an der Liebfrauenschule begleitet. Die Schüler haben das Geld ihrer Anteilsscheine schon lange hereingeholt und kaufen ihre Produktionsmittel von den Gewinnen ein", berichtet Schwitanski voller Stolz. Eigentlich würde die Schülerfirma mit Ende des zweiten Halbjahres auslaufen, aber weil man so erfolgreich ist und gerade Kontakte zu Kooperationspartnern knüpft, überlegen die Schüler, ob die Firma als normales Unternehmen weitergeführt werden könnte.

Quelle: RP
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