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Stadt Kempen
Straßenbau sorgt für Staus

Stadt Kempen: Straßenbau sorgt für Staus
Gestern wurde die provisorische Ampelanlage an der Kreuzung Kerkener Straße/Außenring anders getaktet. Jetzt soll der Verkehr besser fließen. An den vergangenen Tage hatte es vor allem zur Rush Hour erhebliche Rückstaus gegeben. FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Kempen. Die Sperrung der B 9 in Tönisberg hat Auswirkungen auf den Verkehr am Kempener Außenring. Eine Bedarfsampel sorgte bereits für lange Wartezeiten am Außenring. Ab Anfang Oktober wird die Hülser Straße zur Großbaustelle. Von Andreas Reiners

Etliche Autofahrer auf der Kerkener Straße oder auf dem Kempener Außenring sind genervt. Die Kreuzung beider Straßen, schon im Normalfall zu Verkehrsspitzenzeiten am Morgen oder Spätnachmittag ein besonders frequentierter Knotenpunkt, hat sich in den vergangenen Tagen zur Chaos-Kreuzung entwickelt. Eine vom Landesbetrieb Straßen NRW dort aufgestellte provisorische Ampelanlage sorgt für Verdruss unter Berufspendlern und Lastwagenfahrern. Die bestehende Signalanlage ist abgeschaltet und verhüllt, die Ersatzampeln waren, so scheint es, für das jeweilige Verkehrsaufkommen nicht richtig eingestellt.

Wie Kempens Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder am Montagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz auf Anfrage mitteilte, sei das Problem im Rathaus bekannt, zuständig sei aber der Landesbetrieb. Hintergrund ist die Teilsperrung der Autobahnanschlussstelle an der B 9 in Tönisberg. Weil die Bundesstraße saniert wird, sind die Abfahrten von der Autobahn in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Eine Umleitung erfolgt über die Anschlussstelle Kempen. Der Verkehr wird über die Kerkener Straße in Richtung Außenring geleitet und dann über die Hülser Straße (B 509) wieder in Richtung Krefeld oder Tönisberg geführt. Diese weiträumige Umfahrung hat ihre Tücke an der Kreuzung Kerkener Straße/Außenring. Die provisorische Ampelanlage an diesem Knotenpunkt soll dazu beitragen, dass es mehr Fahrzeuge über die Kreuzung schaffen. Während der Landesbetrieb die Regelung für gut und richtig hält, war man bis gestern im Kempener Rathaus davon nicht überzeugt, weil die Grünphasen nicht optimal aufeinander abgestimmt waren. Straßen NRW hat nun nachjustiert. Dies war auch deshalb schon wichtig, weil ab der kommenden Woche noch mehr Fahrzeuge über die Umleitungsroute rollen werden. Ab Montag, 26. September, soll die B 9 in Tönisberg - sie ist bislang im Baustellenbereich noch in Richtung Geldern befahrbar - bis Anfang November wegen der Fahrbahnsanierung komplett gesperrt werden.

Die Hülser Straße wird ab Anfang Oktober für eineinhalb Jahre zur Großbaustelle und abschnittweise für den Kanalbau komplett gesperrt. FOTO: Kaiser

Nicht nur die aktuelle Baustelle in Tönisberg hat Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr in Kempen. Zu größeren Verkehrsbehinderung wird es nämlich schon bald auf einer anderen wichtigen Verbindung kommen. Wie Tiefbauamtsleiter Schröder ebenfalls im Planungsausschuss mitteilte, beginnen demnächst Tiefbauarbeiten auf der Hülser Straße. In der kommenden Woche soll dort bereits auf dem Abschnitt zwischen Heinrich-Horten-Straße und Verbindungsstraße mit der Einrichtung der Baustelle begonnen werden, die Arbeiten selbst starten dann Anfang Oktober. Der komplette Abwasserkanal muss erneuert werden. Das haben Untersuchungen, die eine Spezialfirma in den vergangenen Monaten vorgenommen hat, ergeben. Auf dem Teilstück zwischen Verbindungsstraße und Kreuzung Altstadtring konnten die Schäden am Kanal nach Angaben des Tiefbauamtsleiters ohne größeren Aufwand - sprich: Fahrbahnaufbruch - behoben werden. Auf dem übrigen Teilstück sei dies aber nicht möglich. Während der Bauarbeiten wird die Hülser Straße abschnittweise komplett gesperrt, nur Anwohner können dann passieren. Sie wurden laut Schröder bereits informiert. Die Arbeiten werden wohl 18 Monate dauern, Umleitungsstrecken entsprechend ausgeschildert. Während der Bauzeit wollen die Stadtwerke auch ihre Versorgungsleitungen erneuern lassen. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist also auf der Hülser Straße für die nächsten eineinhalb Jahre zu rechnen.

Noch Zukunftsmusik ist ein anderes großes Straßenbauprojekt: Im Sommer und Herbst 2017 soll die Fahrbahn des Industrierings Ost im Abschnitt zwischen Kreisverkehr St. Huberter Straße und Einmündung Kempener Außenring in drei Teilabschnitten komplett erneuert werden. Die Fahrbahn ist laut Tiefbauamt nach mehr als 30 Jahren so sehr beansprucht, dass auch der Unterbau erneuert werden muss. Die Asphaltdecke zeigt an einigen Stellen tiefe Risse, durch die Wasser in den Unterbau eindringt und diesen aufweicht.

Die Stadt ist mit den Anliegern, darunter überwiegend Gewerbebetriebe, bereits im Gespräch. Nicht nur, dass die Anlieger im Rahmen des Kommunalabgabengesetzes (KAG) mit 30 Prozent an den kalkulierten Kosten von etwa 400.000 Euro beteiligt werden, sie müssen auch während der Bauphase zeitweise erhebliche Einschränkungen beim Kunden-, Personal- und Lieferverkehr hinnehmen. Tiefbauamtsleiter Schröder versprach aber, die besonderen Bedürfnisse der Betriebe zu berücksichtigen und in die Bauplanung einzubeziehen.

Das Teilstück des Industrierings Ost zwischen Kreisverkehr St. Huberter Straße und Hülser Straße wird im kommenden Jahr noch nicht saniert. Hier ist die Fahrbahn in einem etwas besseren Zustand. Tiefbauamtsleiter Schröder geht davon aus, dass dieser Abschnitt in fünf Jahren saniert werden muss.

Quelle: RP
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