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Serie Unsere Stadtwerke (5)
Strom und Wärme aus dem Kraftwerk

Serie Unsere Stadtwerke (5): Strom und Wärme aus dem Kraftwerk
Werkleiter Rüdiger Leibauer kontrolliert die Rohre im Blockheizkraftwerk an der Otto-Schott-Straße in Kempen. Von hier aus wird die Fernwärme in die Häuser transportiert. FOTO: Wolfgang Kaiser
Kempen. Mit ihren Blockheizkraftwerken versorgen die Stadtwerke Kempen ihre Kunden mit Fernwärme und Strom. Betriebsleiter Rüdiger Leibauer stellt in diesem Teil der Serie für Grundschüler seinen Arbeitsplatz vor. Von Stephanie Wickerath

KEMPEN Am Arbeitsplatz von Rüdiger Leibauer ist es auch im Winter angenehm warm. Der 56-Jährige arbeitet in einem der beiden Heizkraftwerke der Stadtwerke Kempen. Allerdings ist es im Kraftwerk auch laut, weshalb der Betriebsleiter nie ohne Ohrenschutz unterwegs ist. Trotzdem hört Leibauer immer genau hin. "Ich kenne die normale Geräuschkulisse", sagt der Betriebsleiter, der seit 25 Jahren in dem Heizkraftwerk arbeitet, "solange nichts scheppert oder klappert, ist alles in Ordnung."

Aber nicht nur hören, auch fühlen können muss der 56-Jährige, nämlich ob die Temperatur im Heizkraftwerk stimmt. Schließlich wird hier die Wärme erzeugt, mit der etliche Häuser in Kempen beheizt werden. Dabei spielt die richtige Temperatur natürlich eine große Rolle. Und weil die Wärme nicht aus einer Heizung im eigenen Haus zu den Menschen kommen, sondern aus dem etwas entfernten Heizkraftwerk der Stadtwerke, heißt diese Wärme Fernwärme.

Betrieben werden die Heizkraftwerke heute mit Erdgas, das die Stadtwerke Kempen in den Niederlanden kaufen. Früher gab es Kohlekessel. Der Effekt ist der gleiche: Durch die Verbrennung eines Stoffes, also Kohle oder Gas, wird Wärme erzeugt. Mit dieser Wärme wird im Kraftwerk Wasser erhitzt, das durch unterirdische Rohre fließt, die im gesamten Stadtgebiet liegen. Wird in einem Haus ein Heizkörper aufgedreht, strömt das heiße Wasser aus den Rohren in den Heizkörper, erwärmt ihn und damit das Zimmer. Durch eine zweite Leitung fließt das dann abgekühlte Wasser zurück ins Kraftwerk. "Im Grunde funktioniert die Fernwärme wie eine große Zentralheizung", erklärt der Betriebsleiter.

Diese spezielle Methode, Häuser und Wohnungen zu heizen, gilt als besonders umweltfreundlich, weil weniger Brennstoff benötigt wird und so weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) erzeugt wird. Um diese Öko-Bilanz weiter zu verbessern, haben die Stadtwerke im Laufe der Jahre auch auf so genannte Kraft-Wärme-Kopplungs-Einheiten gesetzt. Dafür werden Gasmotoren mit Generator betrieben, die Strom erzeugen. Die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme wird wiederum zum Erhitzen des Wassers für die Fernwärme verwendet. Das Gas wird also doppelt genutzt: zur Stromerzeugung und zum Heizen. Denn im Heizkraftwerk wird nicht nur Wärme erzeugt. Die im Erdgas enthaltene Energie wird auch dazu verwendet, Strom zu gewinnen.

Insgesamt haben die Stadtwerke Kempen zwei Heizkraftwerke, ein älteres an der Otto-Schott-Straße und ein hochmodernes an der Von- Ketteler-Straße. Hinzu kommen noch vier Heizzentralen. Zu den Aufgaben von Rüdiger Leibauer und seinen Mitarbeitern gehört es, die Anlagen zu warten, zu reinigen und manchmal auch zu reparieren. Außerdem müssen sie immer wieder die Rohre kontrollieren, durch die das heiße Wasser in die Häuser der Menschen fließt. Bei all diesen Aufgaben helfen den Mitarbeitern Computer, die alles überwachen und auf deren Bildschirme die Kreisläufe im Kraftwerk zu sehen sind.

Quelle: RP
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