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Stadt Kempen
SV Thomasstadt kommt nicht zur Ruhe

Stadt Kempen: SV Thomasstadt kommt nicht zur Ruhe
Die turbulente Hauptversammlung musste unter freiem Himmel stattfinden, da nicht alle Mitglieder ins Vereinsheim passten. Die Opposition ist der Meinung, dass bei den Wahlen zum Vorstand nicht alles korrekt abgelaufen ist. FOTO: hgs
Stadt Kempen. Seit der Hauptversammlung des Kempener Sportvereins gehen hinter den Kulissen die Grabenkämpfe weiter. Bei der Jugendversammlung kam es zum Eklat. Trainer wollen ihr Amt niederlegen und mit ihren Teams den Club verlassen. Von H.-G. Schoofs

Die Fußballer des SV Thomasstadt sind auch nach der turbulenten Jahreshauptversammlung vom 8. September weiter in zwei Lager gespalten. Das bestätigten in dieser Woche die Ereignisse bei der Jugendversammlung und der Fachschafts-Versammlung der Fußball-Senioren. Der Verein droht unter der Leitung des neuen 1. Vorsitzenden Ulrich Klering auseinanderzubrechen.

Von Ruhe kann seit den Neuwahlen zum Vorstand keine Rede sein. Die Grabenkämpfe hinter den Kulissen werden fortgesetzt. Am Dienstag fanden die Wahlen zum Jugendvorstand statt. Als sich neben dem bisherigen Jugendleiter Gennaro Basile auch Ex-Geschäftsführerin Michaela Stiels zur Wahl stellte, wollte der neue 2. Vorsitzende Michael Beenen die Wahl abbrechen. Er begründete das mit einem Misstrauensvotum des Gesamtvorstandes gegen Stiels, was er schriftlich nachweisen konnte. Beenen wurde aber von den Mitgliedern überzeugt, die Wahl durchzuführen. Mit 38:37 Stimmen setzte sich Basile gegen Stiels durch. Daraufhin legte Michael Ulbricht, Co-Trainer der C1- und D2-Jugend, sein Amt nieder. Ein entsprechendes Schreiben an den Vorstand liegt der Rheinischen Post vor. Darin heißt es: "Nach der gestrigen an Peinlichkeit schwer zu überbietenden Jugendvorstandswahl ziehe ich meine persönlichen Konsequenzen. Nach nunmehr zehnjähriger, engagierter und erfolgreicher Tätigkeit lege ich meine Ämter nieder." Andre Meier, Trainer der C1, überlegt, mit seiner Mannschaft den Verein zu verlassen. Das gilt auch für Andreas Breitenstein, Trainer der U17-Juniorinnen, und seine Spielerinnen. Konsequenzen aus der Versammlung kündigte Frank Lenders, Coach der B1-Jugend, an. Er will am Wochenende zurücktreten. "Es ist traurig, dass es solche Reaktionen gibt. Der Vorstand ist bemüht, Ruhe in den Verein zu bringen und die sportliche Entwicklung voranzutreiben. Schmutzige Wäsche wollen wir nicht waschen. Es kann nicht sein, dass Kinder und Eltern darunter leiden. Wir werden mit den entsprechenden Trainern Gespräche führen und versuchen, sie umzustimmen", erklärte Michael Beenen gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post. Nur 23 stimmberechtigte Mitglieder sind am Mittwochabend bei der Fachschafts-Versammlung der Fußballsenioren anwesend gewesen. Mit nur zehn Stimmen wurde auf Vorschlag des Vorstandes Thomas Zborowski, Spieler der 2. Mannschaft, als Nachfolger des nach der Jahreshauptversammlung zurückgetretenen Obmanns Walter Hamers gewählt. Die restlichen Mitglieder stimmten mit Nein oder Enthaltung.

Für zusätzliches Konfliktpotenzial sorgen weiterhin die Ereignisse bei der Hauptversammlung, die wegen des großen Andrangs vom Vereinsheim nach draußen verlegt werden musste. Bei der Wahl des 1. Vorsitzenden soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Die Opposition um Klerings Gegenkandidaten Markus Haeßl kennt Mitglieder, die vor der Wahl die Versammlung verlassen haben. Es wurden aber genau so viele Stimmzettel abgegeben, wie sich Mitglieder in die Anwesenheitsliste eingetragen hatten. Ferner soll beobachtet worden sein, wie sich Mitglieder zwei Stimmzettel abholten. Daher prüft die Opposition derzeit, ob die Wahl angefochten werden kann.

Quelle: RP
 
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