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Stadt Kempen
SV Thomasstadt: Streit um Wahlergebnis

Stadt Kempen: SV Thomasstadt: Streit um Wahlergebnis
Dank der im Fußballkreis beispiellosen Spendenaktion des SV Thomasstadt steht den Fußballern im Sportzentrum ein Kunstrasenplatz zur Verfügung. Das Projekt ist jetzt zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen worden. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Der gewählte Vorstand kämpft weiter um die Eintragung ins Vereinsregister. Das Haeßl-Team mit seinem Sprecher Franz-Josef Schmitz will von einer Klage vor dem Zivilgericht absehen. Spendenaktion Kunstrasen abgeschlossen. Von H.-G. Schoofs

Aus Schaden wird man klug! Das galt am Donnerstag für den Vorstand des SV Thomasstadt. Die außerordentliche Mitgliederversammlung im Forum St. Hubert wurde im Vergleich zur chaotischen Hauptversammlung unter freiem Himmel vom 8. September 2015 ordnungsgemäß abgehalten. Dabei ging es um die ausstehende Entlastung des alten Vorstandes, die nach der Darlegung der beiden Kassenberichte für die Jahre 2013 und 2014 und den entsprechenden Kassenprüfungen erfolgte. Damit ist ein wichtiges Kapitel in der Vereinsgeschichte abgeschlossen. Denn in diesen beiden Geschäftsjahren sorgte der Verein mit seiner großangelegten Spendenaktion dafür, dass der neue Kunstrasenplatz im Sportzentrum an der Berliner Allee gebaut werden konnte.

Nach wie vor beschäftigt sich aber noch das beim Amtsgericht Krefeld ansässige Vereinsregister mit der Hauptversammlung vom 8. September. Obwohl das Protokoll zweimal korrigiert wurde, sind die neuen Vorstandsmitglieder mit Ulrich Klering an der Spitze immer noch nicht eingetragen. Franz-Josef Schmitz, Sprecher einer Gruppe um Markus Haeßl, der im September Gegenkandidat von Klering war, hatte das Gericht informiert, dass die Wahl des 1. Vorsitzenden nicht korrekt abgelaufen sei. Daraufhin wurde der Vorstand Ende Februar per Zwischenverfügung aufgefordert, den Ablauf der Wahlen korrekt nachzuweisen. Als Schmitz dann vor zwei Wochen ein Schreiben vom Amtsgericht erhielt, fiel er aus allen Wolken: "Mir wurde mitgeteilt, dass der Vorstand das letzte Protokoll durch den Rechtsanwalt Frank Winkler umfassend und ausreichend zum Ablauf der Wahlen und deren Ergebnis dargestellt habe. Das ist unfassbar. Ich verstehe nicht, warum sich der Anwalt, der bei der Versammlung anwesend war, vor den Karren des Vorstandes spannen lässt und die Dinge falsch darstellt."

In der Tat ist im diesem Schreiben, das der RP vorliegt, nicht alles korrekt. Hauptsächlich geht es um die Wahl des 1. Vorsitzenden. "Die Stimmberechtigung der anwesenden Personen wurde anhand der Anwesenheitsliste und bei der Ausgabe der Stimmzettel durch Mitglieder des alten Vorstandes geprüft", heißt es in dem Schreiben. Und genau das stimmt nicht. Vor der Wahl wurden verschiedenfarbige Zettel von Abreißblöcken verteilt. Die fast 200 anwesenden Mitglieder strömten nach vorne und streckten ihre Hände nach den Zetteln aus, die wie wild verteilt wurden. Ob jeder Zettelinhaber stimmberechtigt war, wurde nicht kontrolliert.

Das bestätigte gestern auch Rainer Hamm. Der Vorsitzende des St. Martins-Vereins und ehemalige Fußballer des Vereins, hatte den alten Vorstand bei der Umsetzung des Kunstrasenprojekts tatkräftig unterstützt. Er wird jetzt zusammen mit Schmitz und den übrigen Mitstreitern des Haeßl-Teams beim Amtsgericht eine Stellungnahme zu den jüngsten Ausführungen des Anwalts abgeben. Ferner kann man die Wahlbeschlüsse im Wege einer Feststellungsklage vor dem Zivilgericht anfechten. "Das werden wir sicher nicht tun. Wenn das Gericht jetzt meint, es müsse sich den Ausführungen des Anwalts anschließen, ist es halt so. Mir ist das mittlerweile auch ziemlich egal. Ich werde mich nach 51 Jahren zum 30. Juni aus dem Verein abmelden", sagte Schmitz. Auch seinen Vorsitz im Förderverein wird er abgeben. Er habe Ende November im Stadionheft in seinem Vorwort dazu aufgerufen, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und bei Null anfangen sollen: "Das Heft es beim Spiel gar nicht verteilt worden. Das sagt doch alles."

Quelle: RP
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