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Stadt Kempen
Tausende Bücher wechselten den Besitzer für den guten Zweck

Stadt Kempen. Mehr als 4500 Euro kamen beim Büchertrödel von Amnesty International im Kempener Rathausfoyer zusammen.

Gespannte Stille herrschte am Freitag und Samstag im Kempener Rathausfoyer. Denn da wühlten sich Literaturbegeisterte durch ganze Berge von Büchern beim traditionellen Büchertrödelmarkt der Amnesty International Gruppe (AI). Schon fast zu viel Bücher wurden gespendet, so die Vorsitzende Dr. Ingrid Schmale. Aber diese werden weitergegeben an andere Gruppen. Etwas mehr als 4500 Euro wurden eingenommen, die nun an die Bundesvereinigung weitergegeben werden. Und das bei Preisen von gerade einmal 50 Cent für das Taschenbuch und einen Euro für ein gebundenes Buch. Viele Käufer verzichteten auf das Wechselgeld und spendeten es für den guten Zweck.

Es sei doch gut, welche Arbeit AI gerade jetzt in Syrien und der Türkei leiste, sagte ein Käufer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Diese Mahner für die Menschenrechte seit Jahrzehnten sollte man auf jeden Fall unterstützen.

Bei Monika Toben an der Kasse stapelten sich derweil schon mal die Bücher. "Kann ich die hier lassen, ich bin noch nicht fertig", sagte eine Kundin. Da habe es am Freitag ein ganz witziges Ereignis gegeben, erzählt Toben. Zwei Bücherstapel waren zur Seite gelegt worden, weil die Fluchtwege im Rathaus natürlich freigehalten werden müssen. Da war dann der Käufer ganz aufgeregt, wo denn seine Schätze seien.

Die wahrscheinlich am weitesten angereiste Kundin war Gabi Rösch, die gerade unter anderem ein "Lexikon der Vornamen" in ihre Leinentasche packte. Das Ehepaar Rösch lebt in Offenburg, ist gerade in Oedt zu Gast und war nach Kempen geradelt. Und hatte durch Zufall den Büchertrödel entdeckt. Einen großen Stapel hatte Johannes Vossen zusammen gesammelt. Ein Teil für sich selbst, aber auch für die Bibliothek am Thomaeum, wo er Lehrer ist. Monika und Andre Sobotta hatten bereits zwei Büchertaschen voll. Krimis, aber auch einen Bildband über Nordrhein-Westfalen hatten sie gefunden. Das passe doch zum 70. Jubiläum des Bundeslandes, sagte Sobotta.

Bei Hans-Jörg und Angela Rüdiger fanden sich einige Biografien und Klassiker im Stapel. E.T.A. Hoffmanns "Kater Murr" zum Beispiel. Er selbst sei durch seine Eltern zum Lesen der Klassiker geprägt worden, erzählte Rüdiger, und das wolle er jetzt in der eigenen Familie weitergeben. Bei Michael und Simone Joos ging es eher um die praktischen Dinge. Sie haben in Kempen ein Haus gekauft und deckten sich mit Gartenlektüre ein.

(sr)
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