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Stadt Kempen
Taxi fahren mit dem Schoko-Ticket

Stadt Kempen: Taxi fahren mit dem Schoko-Ticket
Der Kempener Unternehmer Carsten Höner bietet den Taxibus seit rund fünf Jahren auf drei Linien im Kempener Stadtgebiet an. Seine Bilanz ist positiv, er hat viele Fahrgäste - darunter auch etliche Stammkunden. FOTO: WOLFGANG Kaiser
Stadt Kempen. Ökologisch sinnvoll und kostensparend - dafür steht der Taxibus. Der Kempener Taxi-Unternehmer Carsten Höner versteht es nicht, wenn immer wieder geringschätzig von diesem Alternativangebot zum Linienbus gesprochen wird. Von Bianca Treffer

Wenn der Satz fällt: "Da fährt ja nur noch der Taxibus" - dann schüttelt Carsten Höner verständnislos den Kopf. "Das Wörtchen ,nur' macht das Negative im Satz aus und das kann ich auf der ganzen Linie nicht nachvollziehen", sagt Höner, dessen an der Kleinbahnstraße in Kempen angesiedeltes Taxiunternehmen seit rund fünf Jahren auf den Linien 65, 63 und 68 den Taxibus stellt. In der Praxis sieht es so aus, dass auf allen drei Linien zu bestimmten Zeiten - zumeist in den Abendstunden - kein regulärer Linienbus mehr fährt, sondern der Taxibus angeboten wird.

Für die Nutzer ist dies an allen Bushaltestellen klar zu erkennen. Im Fahrplan sind die Zeiten entsprechend gekennzeichnet. Für den Fahrgast bedeutet dies, dass er genauso problemlos mit dem Taxi wie mit dem Linienbus zur Wunschhaltestelle kommt und das auch zum gleichen Preis. "Viele Bürger denken immer noch, weil es ,Taxibus' heißt, müssten sie einen Preis wie bei einer Taxifahrt bezahlen. Das ist aber nicht der Fall. Die Fahrt wird mit den ganz normalen Bustickets bezahlt", erklärt Höner.

Taxifahren zum Preis eines Schoko-Tickets, fügt er mit einem Lächeln an. Denn egal, welches Ticket ein Fahrgast benutzt, es gilt auch für den Taxibus. Selbstverständlich kann das Ticket direkt beim Fahrer gekauft werden. Das Prozedere ist dabei ganz einfach. Wer das Angebot nutzen möchte, ruft eine halbe Stunde vor der Abfahrtszeit, die auf den Busfahrplänen angegeben ist, eine Hotline an. Diese Nummer findet der Nutzer ebenfalls auf den Fahrplänen. Der Kunde nennt seinen Namen, die Haltestelle, an der er einsteigen möchte, samt Uhrzeit und seine Zielhaltestelle. "Und das ist schon alles. Wir erhalten die Informationen auf unserem Computersystem und teilen die Taxibusse entsprechend ein", erklärt Höner die Logistik, die hinter dem System steckt. Durchschnittlich sind es 15 Touren am Tag, die das Kempener Unternehmen fährt. Wobei meist ein bis zwei Personen gefahren werden. Und genau das ist der Vorteil des Angebotes. Zu Zeiten, wenn sich ein Linienbus nicht rentiert, weil er zum größten Teil leer fahren würde, wird der Taxibus zielgerichtet bei Bedarf eingesetzt. Unnötige Fahrten werden so vermieden. Das Angebot schont die Umwelt und spart Kosten.

Für den Nutzer bringt es dagegen Vorteile. Er fährt zum gleichen Preis wie immer und das sogar noch bequemer und schneller als im Bus. "Wenn jemand zum Beispiel mit der Linie 65 von St. Hubert nach Tönisberg fahren möchte und er der einzige Fahrgast auf dieser Strecke ist, fährt der Taxibus bis zur Wunschhaltestelle. Er muss nicht, wie der Bus an jeder Haltestelle der Strecke anhalten, sondern nur da, wo sich Fahrgäste angemeldet haben", erklärt Höner.

Wer als Stammkunde den Taxibus nutzt, braucht sich sogar nicht für jede Fahrt eigens anzumelden. Wenn jemand weiß, dass er den Taxibus regelmäßig zu bestimmten Zeiten benötigt. Wenn jemand zum Beispiel mit dem Taxibus von der Arbeit nach Hause fahren will, reicht es, wenn er sich einmal registrieren lässt und nur Bescheid gibt, wenn man das Angebot nicht nutzen will. Wer mit Kindern unterwegs ist, gibt dies ebenfalls an, denn dann fährt der Taxibus mit entsprechenden Kindersitzen vor. Müssen mehrere Fahrgäste befördert werden, weil vielleicht irgendwo eine Veranstaltung stattfindet, dann erhöht das Kempener Taxiunternehmen die Kapazität seiner Kleinbusse, die je acht Personen fassen, entsprechend.

Carsten Höner sieht den Taxibus nach wie vor als hervorragende Alternative an. Das sei vor allem im ländlichen Bereich wie den Außenbezirken von Kempen allemal besser - vor allem in Zeiten, in denen sich ein regulärer Linienbus-Verkehr nicht rentiert. "Der Taxibus wird auch gut angenommen", zieht er ein positives Fazit. Denn wer das Angebot kennt und nutzt, weiß es auch zu schätzen.

Quelle: RP
 
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