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Stadt Kempen
Technik für Schüler attraktiv machen

Stadt Kempen. Technische Berufe hautnah erleben, das war jetzt auf dem Schulgelände des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums möglich. In Kooperation mit den weiterführenden Schulen aus Kempen und Mülhausen fand dort der Technik-Tag statt. Von Bianca Treffer

Der Schulhof des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums in Kempen ist an diesem Vormittag zum Stellplatz für ungewöhnliche Fahrzeuge geworden. Nicht nur, dass gleich drei Einsatzfahrzeuge der örtlichen Feuerwehr auf dem Gelände parken. Ein Stückchen weiter steht der große Truck der Metall- und Elektroindustrie und schräg gegenüber ein Bus vom Ministerium für Klima- und Umweltschutz des Landes NRW. Schüler stehen teilweise Schlange, um die Fahrzeuge und ihre Angebote genauer kennenzulernen.

Aber auch in der Aula und der Turnhalle ist es voll. Überall sind Stände aufgebaut, die sich alle rund um das breite Feld Technik bewegen. Der nunmehr achte Technik-Tag auf dem Gelände des Kempener Gymnasiums hat seine Türen für alle Schüler geöffnet. Ausprobieren und kennenlernen ist angesagt. Bei der Hochschule Ruhr West heißt es aber still sitzen. Zumindest für diejenigen, die sich für einen Scan ihrer eigenen Person entschieden haben und sich selber aus dem 3D-Drucker in Schlüsselanhängerformat mitnehmen möchten. Marcel Kellner, technischer Mitarbeiter der Hochschule, scannt mit dem entsprechenden Gerät einen ersten Schüler ein, während Technik-Student Frederik Sandner noch mit dem Druckeraufbau beschäftigt ist. "Rund 20 Minuten dauert der Druck, wobei wir die Figur der jeweiligen Person aus einem Kunststoff auf Maisstärkebasis herstellen", beantwortet Sandner die neugierigen Fragen der jungen Zuschauer.

Die Fontys Hochschule Venlo hat einen Roboter und ein Mini-Treibhaus mit sich automatisch öffnenden Dach mitgebracht. Dinge, die bei den Besuchern Neugierde wecken. "Das Wort Technik klingt für die meisten Schüler nicht sehr attraktiv. Wir möchten das Interesse für diese Studiengänge wecken, die längst nicht so nachgefragt sind wie wirtschaftliche Studienangebote", sagt Studiengangleiter Peter Heiden. Nachwuchsprobleme kennt auch Roland Janke, der Geschäftsführer vom Krefelder IT-Systemhaus Incas. "Vor dem Hintergrund der Bachelor-Studiengänge ist es für uns noch schwerer geworden, Azubis zu finden. Wir bieten deshalb seit drei Jahren ein duales Studium in den Bereichen Fachinformatiker Anwendungsentwicklung beziehungsweise Systemintegration an", berichtet Janke, der zum zweiten Mal beim Technik-Tag dabei ist. Ihm sei es wichtig, auf technisch interessierte Schüler zu zugehen und ihnen zu zeigen, dass es in der Umgebung interessante und vielversprechende Berufsmöglichkeiten gibt.

Im vergangenen Jahr war ein Praktikum ein erstes Resultat des Technik-Tages. Bei der Hochschule Niederrhein bringt Professor Dr. Conrad Eller mit ganz einfachen Beispielen den Schülern die Verfahrenstechnik näher, während Studenten der Hochschule über den selbstgebauten Rennfahrwagen-Simulator die Schüler für Maschinenbau- und Elektrotechnik begeistern. Selbst der Blick zu Sonne durch ein besonderes technisches Gerät, ein H-Alpha-Teleskop, ist möglich. Astronomie ist nämlich untrennbar mit Technik verbunden.

Insgesamt rund 30 Unternehmen und Hochschulen sind vor Ort und informieren Schüler von der Unter- bis zur Oberstufe. "Der Technik-Tag hat mir damals eine Orientierung gegeben. Aber ich denke, man muss generell schon eine gewisse Affinität für diese Berufe haben", meint Marius Schmitz, der jetzt Energietechnik in Aachen studiert und einer der Ehemaligen ist, die einst ihr Abitur in Kempen oder Mülhausen gemacht und sich für den Technik-Tag die Zeit genommen haben, von ihrem Studium zu berichten. Das sehen auch Alexander Tauber und Moritz Lipp so, die Fahrzeugtechnik und Maschinenbau im fünften Semester studieren. Ihnen lagen diese Bereiche schon zur Schulzeit und sie berichten voller Begeisterung vom Studium. Berichte, die den ein oder anderen doch einmal zu Überlegungen führen, ob ein solches Studium vielleicht etwas für die Zukunft wäre.

Quelle: RP
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