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Gemeinde Grefrath
Thema Frieden: Von Atwood bis Gandhi

Natürlich baten wir den erfahrenen Buchhändler, der im nächsten Jahr mit seinem Laden sein silbernes Jubiläum in der Niersgemeinde feiern kann, bei unserem Gespräch gleich auch um Tipps zu Büchern, die sich mit dem Thema "Frieden" im weitesten Sinne befassen.

Von der gerade erst gekürten Trägerin des "Friedenspreises des Deutschen Buchhandles, der Kanadierin Margaret Atwood, kam im Berlin-Verlag aktuell ein Band mit gesammelten Essays "Aus Neugier und Leidenschaft" heraus, das Groß als überaus lesenswert und sehr schön selbstironisch bezeichnet. Atwood wird von der Jury bescheinigt: "Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Haltung der Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin".

Ein kleines Bändchen mit dem Titel "Niemals Gewalt" stammt aus der Feder einer anderen Friedenspreis-Trägerin: der Schwedin Astrid Lindgren, die 1978 als erste und einzige Kinderbuchautorin den Preis des Deutschen Buchhandels erhielt. Sie verurteilt jegliche Form der Züchtigung oder Prügelstrafe und hält in ihrem aktuell wieder aufgelegten Büchlein, das unverändert zeitgemäß ist, ein leidenschaftliches Plädoyer: Liebe könne man nur von einem Menschen lernen, den man liebt. An unsägliche Zeiten erinnert ihr Zitat aus der Bibel, in dem es heißt: "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben."

"Die jetzt Kinder sind, werden ja einst die Geschäfte unserer Welt übernehmen, sofern dann noch etwas von ihr übrig ist. Sie sind es, die über Krieg und Frieden bestimmen werden und darüber, in was für einer Welt sie leben wollen."

Die aktuellen Highlights auf dem Büchertisch zum Thema "Frieden" zählt Karl Groß das Buch des Gandhi-Enkels Arun Gandhi: "Wut ist ein Geschenk - Das Vermächtnis meines Großvaters Mahatma Gandhi". Die einzelnen Kapitel sind zeitlose Lektionen, in denen ebenfalls für ein Leben ohne Gewalt plädiert wird. Der Autor setzt sich in seinem Werk, das durchaus meditative Züge hat, mit seinem Großvater nicht unkritisch auseinander, ehrt ihn aber und zeigt ihm seine grenzenlose Dankbarkeit für die moralischen Grundsätze, die er ihm vermittelte.

Klein, aber fein ist das Büchlein von Tilde Michels, im Jahre 1986 Trägerin des "Gustav-Heinemann-Friedenspreises", mit dem Titel "Es klopft bei Wanja in der Nacht". Darin werden Kindern Konflikte anhand einer Tiergeschichte vermittelt. Hase, Fuchs und Bär gehen, weil hungrig, durstig und verfroren, in Onkel Wanjas Haus eine friedliche Koexistenz für eine Nacht ein. Bei Tagesanbruch aber trennen sich ihre Wege wieder, weil sie sich am Ende gegenseitig wohl doch nicht so ganz über den Weg trauen.

Wunderschön auch das von dem Franzosen Jean Jullien eindrucksvoll illustrierte Bilderbuch "Imagine" mit Zitaten der Hymne für den Frieden von John Lennon und einem Vorwort von Yoko Ono Lennon, von dem ein Euro von jedem verkauften Buch an Amnesty International geht.

Ergänzend verweisen wir noch auf "Das Buch vom Frieden", herausgegeben von Tom Sommer. Was heißt Frieden, wie ist er zu erreichen? Diese Fragen werden darin beantwortet. Beiträge erklären auch, was die Bibel zu diesem Thema zu sagen hat. Sie berichten darüber hinaus von tiefgreifenden persönlichen Erfahrungen und lassen Fachleute wie Friedensforscher zu Wort kommen. Fazit des Verlages SCMR. Brockhaus, in dem das Buch des Friedens erschienen ist: "Frieden ist möglich - privat wie global".

(jk-)
 
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