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Stadt Kempen
Tönisberger Kinder machen Zirkus

Stadt Kempen: Tönisberger Kinder machen Zirkus
Mit Feuereifer bereiten sich die kleinen Akteure auf ihren großen Auftritt vor. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Schüler der Grundschule Tönisberg und die Vorschulkinder der beiden Kindergärten sind unter die Artisten gegangen. Gemeinsam proben die Kinder für die Vorstellungen im Zirkus "Tönneberga". Von Bianca Treffer

Die Glasscherben auf dem dicken Tuch glitzern gefährlich im Sonnenlicht, das durch die Fenster in den Klassenraum der Gemeinschaftsgrundschule Tönisberg fällt. "Es geht los. Absolute Konzentration und Sprung", gibt Philipp Siefert vor. Oscar und Leonard kennen kein Zögern. Die beiden Grundschüler springen mit einem Hüpfer in den jeweiligen Scherbenhaufen, stehen völlig gelassen mit ihren nackten Füßen in demselben und verbeugen sich würdevoll nach Fakirart. "Sehr gut", lobt Siefert, der jede Bewegung beobachtet, und winkt die nächsten Grundschüler zum Sprung heran.

Auch Nils und Aurel, die aus Schuhen und Strümpfen geschlüpft sind, meistern ihren Sprung in die glitzernden Scherben problemlos und ohne einen Kratzer an den Füßen. Während der Artist die nächste Übung mit dem Nagelbrett vorbereitet, ist seine Kollegin Anna Harrison auf der Suche nach zwei starken Kindern. Bei ihr in der Manege des rot-blau gestreiften Zirkuszeltes steht nämlich gerade die Menschenpyramide im Mittelpunkt.

Nele und Leonard rahmen knieend Luisa ein, wobei mit Hilfe von Harrison sowie Lehrerin Stephanie Karst und Mutter Silvia Molderings das Dreierteam, bestehend aus Charlotte, Eva und Lisa, auf die Schultern ihrer Mitschülerinnen springen soll. "Bei drei springt ihr ab. Wir ziehen euch mit hoch auf die Schultern der anderen", erklärt Harrison und beginnt zu zählen. Sekunden später stehen die drei Mädchen auf den Schultern der anderen und balancieren sich hochkonzentriert mit Unterstützung der erwachsenen Helfer aus.

Für eine Woche haben die Grundschüler der Gemeinschaftsgrundschule Tönisberg Unterrichtsfächer wie Deutsch und Mathe gegen Akrobatik, Zaubern & Co. eingetauscht. Rainer Gildenstern, von allen "Schreiner" genannt, ist mit seinem Zirkus und dem fünfköpfigen Artistenteam für eine Woche an der Schule zu Gast. Wobei auch die Vorschulkinder der beiden Tönisberger Kindergärten "Schlösschen" und "St. Antonius" mit zu den Artisten des Zirkus "Tönneberga" gehören. "Wir haben eine enge Zusammenarbeit, um den Vorschulkindern den Übergang in die Grundschule zu erleichtern und das Zirkusprojekt bat sich als gemeinsam zu nutzender Bereich an", erklärt Schulleiterin Dorothee Heussen.

Nach einer fünfjährige Pause ist es das nunmehr zweite Zirkusprojekt an der Grundschule. "Die Kinder erleben Schule einmal anders und das Angebot unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden einzelnen enorm", sagt Heussen. Was sie besonderes freut ist, neben dem Einsatz von Lehrern und Erzieherinnen, das große Engagement der Eltern, die sich bei den verschiedenen Artistengruppen mit einbringen. Ohne diese Unterstützung ginge es nicht, fügt Heussen an.

Die Eltern indes haben ebensolchen Spaß am Zirkus wie die Kinder. "Wir haben selber einen dreistündigen Workshop mitgemacht und es ist erstaunlich, was man in diesen Stunden alles gelernt hat und jetzt an die Kinder weitergeben kann", bemerkt Kerstin Nurmi, die eigens Urlaub genommen hat, um das Zirkusprojekt unterstützen zu können. Als einmalige Chance für die Kinder bezeichnet Britta Grundei das Angebot. Sie hat ebenfalls Urlaub und kann daher auch mitmachen. Doppelschicht ist indes für Holger Krampe angesagt. Für den Vater ist morgens Zirkus angesagt und danach geht es zur Arbeit. "Es macht einfach nur Spaß hier mitzumachen", meint er.

Nicht minder begeistert sind die Kinder. Mathilda, Emma, Lena und Leonie erzählen voller Euphorie von ihrem orientalischen Tanz, bei dem sie alle als Schmetterlinge auftreten und entsprechend goldene, weiße und rote Kostüme tragen. "Meine Mama hat extra golden Glitzernagellack gekauft, den wir alle auf die Fingernägel bekommen", freut sich Lena auf den Auftritt, wenngleich bei allen auch ein wenig Lampenfieber herrscht. "Das ist schon aufregend, so vielen Zuschauern zu zeigen, was wir gelernt haben", meint Leonie.

Quelle: RP
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