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Kempen
Tourismus ist ganzjährig ein Geschäft

Kempen: Tourismus ist ganzjährig ein Geschäft
Der Tourismus ist in Nettetal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Natur - hier ein Winterbild vom Glabbacher Bruch - ist der größte Schatz. Allerdings muss die Stadt mit der Tourismuswirtschaft nachhaltige Strukturen schaffen. FOTO: Busch
Kempen. Nettetal ist eine Tourismus-Stadt. Nicht nur die Schönheiten der Natur locken Besucher an. Von Ludger Peters

Man muss als Tourist Nettetal nicht unbedingt auf dem Fahrrad erfahren. Das geht auch im komfortablen Reisebus. So ist der Gast einigermaßen unabhängig vom Wetter, er bekommt einen umfassenden Überblick und dazu noch fundierte Informationen aus berufenem Munde. Stadtführungen für Busreisegruppen sind nur ein Aspekt der künftigen Tourismusstrategie, die Ulrike Cronen jetzt dem Wirtschaftsförderungsausschuss vorstellte.

Vor einem Jahr erschien der Politik das Projekt inhaltlich zu dünn und zu unkonkret. Die überarbeitete Fassung hat den Vorteil, dass einige Dinge nun bereits in die Tat umgesetzt sind. So finden sich Radfahrer im Grenzraum zurecht, weil hier das brillante niederländische Knotenpunktsystem übernommen wurde. Mit den Verkehrsvereinen in den Stadtteilen sind historische Führungen verabredet und ausgearbeitet worden. Als hoffnungsvollen Ansatz betrachtet Nettetal das Ergebnis der 1. Kooperationsbörse Tourismus im Oktober. Der Niederrhein Tourismus hatte eine Reihe von Akteuren an den Tisch geholt. Fortsetzung erwünscht, hieß es abschließend. Ermutigt hat die Stadt auch die Höfe-Tour in diesem Jahr bei Überlegungen, die Landwirtschaft verstärkt ins touristische Portfolio einzubeziehen.

Natürlich werden auch weiterhin Broschüren und Flyer aufgelegt, im Internet wird es eine Reihe von Informationen und Buchungsmöglichkeiten geben - auch eben für die Stadtrundfahrt im Bus.

Mittelfristig will Nettetal nach außen deutlich machen, dass die Stadt ein touristisches Ziel mit Format ist. Der Bürgerservice will sich als Tourist-Information zertifizieren lassen. An Bahnhöfen, in Stadtteilzentren und am Rathaus sollen vielseitige Schautafeln aufgestellt werden, die Betrachtern einen umfassenden Überblick über Nettetals Sehenswürdigkeiten und das (Rad-)Wandernetz vermitteln. Öffentliche und private touristische Ziele innerhalb Nettetals sollen künftig umfassend ausgeschildert werden. Freuen dürfte sich Heinz Tüffers vom Naturschutzbund darüber, dass sein sehnlicher Wunsch in die Aufgabenliste ausgenommen wird: Die Randstreifen an Wirtschaftswegen sollen als Blühstreifen angelegt werden. Das Geld soll über das Leader-Projekt fließen, für das sich Nettetal mit Straelen, Geldern und Kevelaer zusammengeschlossen hat. Die generell wachsende Zahl an Wohnmobil-Touristen soll auch in Nettetal bessere Standplätze finden. Ziel sind Plätze für etwa ein Dutzend Fahrzeuge mit Infrastruktur - unter anderem mit Strom- und Wasserversorgung. Das Konzept dazu will die Verwaltung im Laufe des kommenden Jahres vorstellen. "Wir haben nicht alles in der Hand, sondern müssen darauf hoffen, das private Unternehmer handeln", erklärte Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel. Er bedaure beispielsweise sehr, dass am Poelvenn seit geraumer Zeit schon kein Kahnfahren mehr angeboten wird. Die Strandbäder am Poelvenn und am Hinsbecker Bruch sind geschlossen - hier allerdings auch deswegen, weil die DLRG kein Personal mehr zur Überwachung stellen kann. Das Merchandising hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Nicht nur Bundesligisten generieren gewaltige Einnahmeanteile dadurch, dass sie Produkte mit ihren Emblemen verkaufen. Auch im Tourismus werden solche Angebote immer begehrter - vom schlichten Becher bis hin zum T-Shirt oder gar Pullover. In dieses Geschäft will die Stadt demnächst auch behutsam einsteigen. Bisher hat Nettetal nämlich in dieser Hinsicht nicht einmal ein bescheidenes Warensortiment. Es gibt so gut wie nichts.

Quelle: RP
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