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Stadt Kempen
Treffen der Nachwuchs-Literaten

Stadt Kempen. Schreibwerkstatt war in der Kempener Stadtbibliothek angesagt. Eine Fantasy-Autorin gab den Teilnehmern gute Ratschläge. Viele der Kinder wollen später einmal Schriftsteller werden. Von Jannetta Janssen

Kurz die Augen schließen. Den Mann mit grünem Schal, zerzausten Haaren im strömenden Regen seinen Hund hinter sich herziehen direkt vor Augen haben. Aus drei bis vier Worten sollen sich die zwölf jungen Teilnehmer spannende Sätze mit treffenden Adjektiven und Verben ausdenken. Man könnte meinen, dass gerade zu Beginn der Ferien niemand mehr Übungsblätter machen und Geschichten ähnlich wie im Deutschunterricht schreiben möchte. Doch die Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 14 Jahren schreiben für ihr Leben gerne und nehmen die Tipps von der Grefrather Fantasy-Autorin A.E. Eiserlo mit Begeisterung an.

Johanna ist gerade einmal zwölf Jahre alt und schreibt gerade selbst an einer Geschichte. "Ich möchte meine Figuren weiter entwickeln", sagt die junge Kempenerin. Und genau dabei versucht Eiserlo zu helfen. Dazu gehört auch, Kritik von ihr und den anderen Kindern anzunehmen. "Denn nur so werden eure Geschichten vor einem großen Publikum bestehen", so die Grefratherin. Dabei seien Verben wie sein, haben, tun und machen in der Kategorie "langweilig" zu Hause. "Nehmt treffende Verben, die das genauer umschreiben, was die Person tut", sagt Autorin, die bereits zwei Bücher für junge Leser geschrieben hat. Victoria (10) kennt ihre Schwächen und berichtet von ihren Problemen, zu bestimmten Themen eine Geschichte zu schreiben: "Meine Lehrerin hat immer gesagt, dass das, was ich schreibe eine Eins ist, aber leider am Thema vorbei", so das Mädchen, das nach den Ferien von der Grundschule aufs Gymnasium wechselt. Eiserlo ist begeistert. So viel Erfahrung im Geschichten schreiben hatte die Mutter von vier Kindern nicht erwartet. Spontan kommt ihr die Idee, einen zweiten Teil "Fantasie-Schreibwerkstatt" in der Stadtbibliothek anzubieten. Denn vier Stunden reichen gerade einmal für Grundlagen aus.

Viele von den Jungen und Mädchen können sich gut vorstellen, später als Schriftsteller zu arbeiten. So wie die 14-Jährige Diana: "Ich finde nie einen Schluss, derzeit schreibe ich an einer Schulgeschichte, und da geht es immer weiter", so die Jugendliche. Eiserlo lächelt. Genau Themen, die keinen Schluss zu, Figuren mit einem Eigenleben zu versehen, das steht bei der erfahrenen Autorin auf dem Plan für den Kurs "Fantasie-Schreibwerkstatt". Der Zwölfjährige Mats schreibt auch leidenschaftlich gerne. "Ab dem nächsten Schuljahr werde ich für die Schülerzeitung schreiben und möchte hier mehr übers Schreiben lernen", so der Schüler. Auch die Freizeit der Teilnehmer dreht sich hauptsächlich um das Thema Geschichten

Auch Jule verbringt gerne den ersten Tag ihrer Schulferien in der Stadtbibliothek. "Meine Mutter arbeitet in Kempen und hat mich mitgenommen. Ich finde es super", sagt das Mädchen. Die Jungs und Mädchen haben noch viel vor: gute Dialoge schreiben und über Protagonisten und Antagonisten zu sprechen.

Als weitere Hilfestellung hat Eiserlo das Wörterbuch der Synonyme auf den Tischen ausgelegt. "Das ist wichtig, dass die Teilnehmer es benutzen", sagt die Schriftstellerin. Die Jungen und Mädchen haben viele Geschichten mitgebracht, die darauf warten eine spannende Wendung zu nehmen oder die Figur einzigartig zu machen. "Dabei sind eurer Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt", motiviert Eiserlo ihre jungen Kursteilnehmer.

Viele von ihnen möchten unbedingt eine Fortsetzung der Fantasie-Schreibwerkstatt machen. "Ich habe noch so viele Fragen", sagt die Zwölfjährige Elisa, die ab dem nächsten Schuljahr die siebte Klasse am Thomaeum besucht. Sie lächelt, senkt den Kopf und versinkt wieder in ihrer selbst geschriebenen Geschichte.

Quelle: RP
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