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Gemeinde Grefrath
Trubel in Burg Schwanensee

Gemeinde Grefrath: Trubel in Burg Schwanensee
Fechtübungen gehören dazu, wenn man sich mit dem Thema Mittelalter beschäftigt. Die Teilnehmer der Grefrather Ferienbetreuung haben dabei jede Menge Spaß. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. In der Schule an der Dorenburg grüßt das Mittelalter. Die Ferienbetreuung der Gemeinde Grefrath macht einen Zeitsprung. Bogenschießen, Fechten und Burgen bauen gehören zu den Angeboten. Von Bianca Treffer

"Die Gruppe 3 ist jetzt an der Reihe", der Ruf von Andrea Kox-Heyne-Pietschmann lässt Marscha, Marco und Fynn die Herstellung der Knautschis vergessen, mit der sie gerade beschäftigt sind. Vom großen Gruppenraum des Pavillons des offenen Ganztags geht es ins Foyer, wo schon Irka Bükow in seiner mittelalterlichen Gewandung wartet. Gemeinsam geht es in Richtung Zielscheibe, die unter den schattenspendenden Bäumen auf der Rasenfläche aufgebaut ist. Kinderaugen mustern neugierig die verschiedenen Bogen, die nebeneinander aufgereiht liegen. "Das ist ein Wald- und Wiesenbogen und der etwas größere und schwerer zu spannende ist ein Knappenbogen", erklärt Bükow.

Doch bevor es mit dem eigentlichen Bogenschießen losgeht, erfahren die drei Grundschulkinder erst einmal etwas zur Geschichte des Bogenschießens und dem korrekten Umgang mit Pfeil und Bogen. Dass es gar nicht so einfach ist, den Bogen korrekt zu halten, kann Marscha direkt feststellen. Die Siebenjährige ist nämlich die erste, die zum Wald- und Wiesenbogen samt Pfeil greifen darf. Mit Bükows Hilfe wird der Pfeil eingelegt und der Bogen zum ersten Mal gespannt. Ein leises Surren ist zu hören und einen Sekundenbruchteil später sitzt der Pfeil in der blauen Markierung der Strohzielscheibe. Marscha beginnt zu strahlen.

Beim zweiten Mal greifen die Kinderhände schon sicherer zu und mit fachlicher Unterstützung fliegt der Pfeil diesmal sogar ins rote Feld. "Man muss sich schon sehr konzentrieren, damit es klappt", meint Fynn, der mit seinen zehn Jahren bereits zum Knappenbogen greifen darf und seinen zweiten Versuch unter den aufmerksamen Augen des Fachmanns ganz allein angeht. Dass das Bogenschießen allen Freude macht ist an den strahlenden Gesichtern unschwer zu erkennen. "Es ist schwierig, gleichzeitig den Bogen zu spannen und das Ziel im Auge zu behalten. Aber es macht riesig Spaß", sagt Kim Marie, die nach ihrem Bogenschießen-Lehrgang gerade einen Knautschi bastelt und sich in die Schlange eingereiht hat, die vor Franziska Türk steht.

Die Betreuerin füllt nämlich Luftballons mit Mehl, die danach, je nach Wunsch und Fantasie ihres Herstellers, mit fröhlichen Gesichtern und bunten Haaren verziert werden. Bei Jan gibt es so gerade Haare aus türkisfarbener Wolle, die der Neunjährige akribisch zurecht schneidet und mit Tesafilm anklebt. "Ich finde, mein Knautschi sieht echt cool aus", bemerkt Jan lachend.

Aus dem Nachbarraum ist das Geklicker des Tischkickers zu hören. Mehrer Jungen liefern sich ein spannendes Fußballduelll. Doch das Kickern ist vergessen, als Kox-Heyne-Pietschmann, bepackt mit Farbeimern und Pinselsets, in Richtung Pavillonseingangstür unterwegs ist. "Geht es jetzt los?", möchte Lisa Marie wissen. Ein Nicken von Seiten der Leiterin der Ferienbetreuungsmaßnahme der Gemeinde Grefrath lässt Kinderaugen aufleuchten. Was bis dato nur als gemaltes Bild an der Tür klebte, wird Realität. Die Burg Schwanensee entsteht, denn der Pavillon erhält eine Bemalung in Form von Mauerwerk und Schießscharten. Die Vorzeichnungen auf der Eingangsseite des Pavillon hat Nadja Schürmann gerade abgeschlossen. Die Betreuerin hat den letzten Ziegelstein vorgezeichnet, jetzt kann die Farbe kommen. Doch zuvor gibt es noch eine Stärkung in Eisform.

Ein letzter Blick fällt auf die bis dato weiße Wand, dann tunken Pinsel in Farbeimer und verpassen der Wand Farbe. In einer richtigen Burg machen Angebote wie geselliges Fechten, das Bauen von Kresse-Burgtürmen und Steckenpferden, das Basteln von Filzsäckchen und die Herstellung von Papier noch mehr Spaß. Außerdem braucht das dicke Gespenst, das ebenfalls in Planung ist, auch ein richtiges Ambiente zum Spuken.

Quelle: RP
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