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Stadt Kempen
Turbulenzen unter freiem Himmel

Stadt Kempen: Turbulenzen unter freiem Himmel
Das gab's beim SV Thomasstadt Kempen noch nie: Die Hauptversammlung fand am Dienstagabend wegen des großen Andrangs der Mitglieder unter freiem Himmel vor dem Vereinsheim am Sportpark Berliner Allee statt. FOTO: HGS
Stadt Kempen. Die Hauptversammlung des SV Thomasstadt Kempen musste am Dienstagabend wegen des großen Andrangs nach draußen verlegt werden. Bei der Wahl zum 1. Vorsitzenden setzte sich Ulrich Klering gegen Markus Haeßl durch. Von H.-G. Schoofs

Es war eine historische Hauptversammlung, die beim SV Thomasstadt Kempen erstmals seit der Fusion der beiden Vereine Rheinwacht und Rhenania Kempen (Mai 1978) am Dienstagabend stattfand. Erstmals in der Vereinsgeschichte gab es bei den Wahlen zum Vorstand zwei Kandidaten für das Amt des 1. Vorsitzenden. Nach einer turbulenten, aber fairen Versammlung gewann der bisherige 2. Vorsitzende Ulrich Klering gegen seinen Kontrahenten Markus Haeßl mit 101:85-Stimmen (die RP berichtete). Letztere bewies Fair-Play und gratulierte seinem "Gegner" als Erster.

Das Wahl-Ergebnis zeigt deutlich, dass die Fußballer des SV Thomasstadt in zwei Lager gespalten sind. Ferner wurde beim Bericht des Hauptkassieres Stefan Leppkes, der nicht mehr kandidierte, deutlich, dass der Verein zwar "wirtschaftlich gesund" ist, aber aufgrund fehlender Kassenprüfung der vergangenen beiden Jahre die finanzielle Lage ziemlich undurchsichtig ist.

Aufgrund der im Vorfeld durch zwei Kandidaten mit je einem kompletten Vorstandsteam entstandene Spannung und Brisanz war bei der Versammlung mit einem großen Andrang der Mitglieder zu rechnen. Sie passten nicht alle in das Vereinsheim im Sportzentrum Berliner Allee. Daher fand die Versammlung unter freiem Himmel statt. Zum Glück sorgte das Flutlicht des neuen Kunstrasenplatzes für ausreichend Licht. Denn es dauerte bis 22.20 Uhr, ehe die geheime Wahl des 1. Vorsitzenden abgeschlossen war. Erst kurz vor Mitternacht war die Tagesordnung komplett abgearbeitet.

Vor den Wahlen ging es turbulent zu. Besonders der Bericht des Hauptkassieres Stefan Leppkes sorgte für Kopfschütteln unter den 192 anwesenden Mitgliedern. "Die Vorstandsarbeit ist seit dem Ausscheiden von Willi Hamacher mangelhaft bis ungenügend", sagte Leppkes. Strukturierte Arbeit sei nicht möglich. Elementare Dinge der Vereinsführung seien nicht beachtet worden: "Ich musste ständig Unterlagen hinterherlaufen. Abrechnungen von Turnieren waren unvollständig. Es wurden viele Nebenkriegsschauplätze aufgemacht. Viele Dinge wurden im Vorfeld nicht besprochen." Obwohl er Zahlen aus den Jahren 2013 und 2014 präsentieren konnte, sei die jeweilige Kassenprüfung nicht möglich gewesen. Daher musste er als Vorstandsmitglied eingestehen, dass "dem Führungsgremium keine Entlastung erteilt werden kann". So kam es dann auch. Kein Mitglied stimmte für eine Entlastung.

Gespannt lauschten die Mitglieder bei mittlerweile nicht mehr angenehmen Außen-Temperaturen den Worten der beiden Kandidaten, die ihr Programm vorstellten. Klering gab die Fehler der Vergangenheit zu und versprach Besserung. Haeßl übte heftige Kritik an der Vorstandsarbeit und warb mit einer unternehmerisch denkenden Vereinsführung, wirtschaftlicher Stabilisierung und einem durchgängigen sportlichen Konzept von den Bambini bis zur ersten Mannschaft.

Vom bisherigen nicht entlasteten Vorstand ist jetzt nur noch Ulrich Klering im Amt. Sein Stellvertreter ist Michael Beenen aus der Jugendabteilung des Vereins. Neuer Hautgeschäftsführer ist der Diplom-Verwaltungswirt Guido Greven. Zum Hauptkassierer wurde der Diplom- Kaufmann Rudolf Nopper gewählt. Vor den Wahlen zum Ältestenrat trat der dazu gehörende Herbert Krahn nach 13 Jahren von seinem Amt zurück. Auch Fußball-Obmann Walter Hamers gab seinen Posten mit sofortiger Wirkung auf.

Quelle: RP
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