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Stadt Kempen
Überflüssige Debatte um einen satirisch gemeinten Antrag

Stadt Kempen: Überflüssige Debatte um einen satirisch gemeinten Antrag
An der Autobahn 40 weisen solche Schilder auf die historische Altstadt von Kempen hin. Für die Thomasstadt ist dies ein wichtiger Werbefaktor. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Es gibt Dinge im Leben, die sollte man nach reiflicher Überlegung einfach sein lassen, ehe man sich bei deren Realisierung dem Zorn und Gespött seiner Mitmenschen aussetzt. Das gilt auch und besonders für Politiker. Von Andreas Reiners

Die Kempener Grünen haben in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken bereits reichlich Hohn und Spott über sich ergehen lassen müssen. Es ging um ihren Antrag, die Hinweisschilder entlang der Autobahn 40 "Historischer Stadtkern Kempen" entfernen zu lassen. Nach Ansicht der Grünen berechtigten die "Fehler, die beim Wiederaufbau nach dem Krieg und bei der Altstadtsanierung vor 40 Jahren gemacht wurden", nicht den Titel "Historische Altstadt".

Da war sich die Politik - mit Ausnahme der Grünen natürlich - im Denkmalausschuss am Montagabend weitgehend einig: Dass man sich überhaupt mit einem solchen überflüssigen Antrag beschäftigen müsse, sei unverschämt, wie es U do Kadagies von den Freien Wählern formulierte. Monika Schütz-Madré, Vorstandssprecherin der Grünen, erklärte die Formulierung des Antrags als "satirisch" und "überspitzt". Man wollte einen "Denkanstoß" geben, die Fehler der Vergangenheit beim Umgang mit der historischen Bausubstanz in der Altstadt nicht zu wiederholen, meinte die Grünen-Politikerin. In das gleiche Horn stieß Daniela Rau von der Initiative "Denkmal in Kempen", die auf dem Ticket der Grünen im Denkmalausschuss sitzt.

Satire gehört eigentlich nicht zu einer seriösen politischen Diskussion, sondern auf die Kabarettbühne, etwa im St. Huberter Forum, wo die entsprechende Reihe des städtischen Kulturamtes regelmäßig stattfindet. Es sei "unanständig", Stadtverwaltung und Ausschuss mit einem satirisch gemeinten Antrag zu beschäftigen, erklärte Cedric Franzes (FDP) unter dem Beifall der CDU. Deren Sprecher Jochen Herbst fühlte sich von dem Grünen-Antrag verschaukelt. Er betonte, es sei überflüssig, nachzukarten, "was vor 40 Jahren vielleicht nicht optimal gelaufen" sei.

Das Ende vom Lied: Nach einer völlig überflüssigen Diskussion eines unsinnigen Antrags zog Monika Schütz-Madré unter dem Gelächter der übrigen Ausschussmitglieder den Antrag zurück.

Quelle: RP
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