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Stadt Kempen
Unternehmen wollen an Integration mitarbeiten

Stadt Kempen. Beim Neujahrsempfang der CDU Kempen sprach Festredner Ralf Schwartz auch die Flüchtlingsproblematik an. Von Andreas Reiners

Er kam gerade aus Indien, wo er sich gemeinsam mit seiner Tochter auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse in dem südostasiatischen Staat informiert hatte. Ralf Schwartz, Geschäftsführer der Lackwerke Peters und Vorsitzender der Unternehmerschaft Niederrhein, nahm als Festredner des traditionellen Neujahrsempfangs der Kempener CDU am Freitagabend im Kolpinghaus Stellung zu den aktuellen Problemen der Wirtschaft in Kempen, in der Region, aber auch weltweit. Schwartz, der aus Krefeld stammt, lebt seit mehr als 27 Jahren mit seiner Familie in Kempen. Als Chef der Lackwerke Peters managt er ein Unternehmen, das Kunden in der ganzen Welt hat. Als Vorsitzender Unternehmerschaft weiß Schwartz über die Lage der Wirtschaft am Niederrhein.

Kempen sei ein guter Wirtschaftsstandort für Unternehmen. Schwartz bestätigte die Ergebnisse einer Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein aus dem vergangenen Jahr. Danach erhielt Kempen sehr gute Noten von den befragten Firmen. Die Stadt sei wirtschaftsfreundlich, die Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv, Schulabgänger hätten ein sehr hohes Potenzial. Letzteres liegt auch daran, dass Kempener Firmen ein enges Verhältnis zu den weiterführenden Schulen in der Thomasstadt pflegen. Projekte, bei denen Schüler und Lehrer Einblicke in Unternehmen erhalten, sind seit Jahren erprobt und erfolgreich. Die Unternehmerschaft am Niederrhein, der Ralf Schwartz vorsteht, unterstützt solche Vorhaben, setzt seit Jahren auf die Förderung des Nachwuchses, lobt Stipendien und Preise aus. Ein Beispiel ist der Wettbewerb "Jugend forscht", an dem sich auch Schüler der Kempener Gymnasium immer wieder mit großem Erfolg beteiligen. Für die Zukunft, so Schwartz, sei es wichtig, junge Leute an die Stadt Kempen zu binden, ihnen hier eine Berufsausbildung oder einen Arbeitsplatz nach Abschluss der Ausbildung anzubieten.

Als positiv wertete Schwartz, dass Firmen aus der Thomasstadt sich in jüngster Zeit stärker vernetzten. Das sei wichtig für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes und der Arbeitsplätze in Kempen. Für den gebürtigen Krefelder ist die Beziehung Kempens zu Krefeld durchaus sinnvoll. Viersen spiele in dem Geflecht aus Kempener Sicht eher eine untergeordnete Rolle.

Schwartz sprach auch die Probleme der hiesigen Firmen an, für Arbeitskräfte bezahlbare Wohnungen in Kempen zu finden. Daran müsse dringend gearbeitet werden. Ebenso benötige die Stadt für Tagungen und Kunden von Kempener Firmen ein adäquates Hotel.

CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain und Parteivorsitzende Rita Ulschmid hörten solche Worte nur zur gern. Die CDU fordert seit einigen Jahren ein neues Hotel für Tagungen und Firmenkunden. Auch am Thema bezahlbarer Wohnraum sei die Kempener Politik bekanntlich dran, so Bogedain. Schwartz' Wunsch nach einer Verbesserung der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (Stichwort: schnelleres Internet) stieß ebenfalls auf offene Ohren. Allerdings hat die Stadt da bekanntlich nur geringen Einfluss, die Voraussetzungen muss die Telekom mit flächendeckender Versorgung von Glasfasertechnologie schaffen. Kempen soll dazu 2017 ein neues Netz bekommen.

Die Integration der Flüchtlinge in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sei auch für die Kempener Unternehmen eine große Herausforderung, betonte Schwartz. Wichtig sei, dass die Asylsuchenden schnell Deutsch lernten, meinte Schwartz. Wilfried Bogedain betonte, dass die Politik in Kempen alle Bestrebungen unterstütze, die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen zu gewährleisten. Er appellierte an die hiesigen Firmen, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Flüchtlinge bereit zu stellen.

Quelle: RP
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