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Kempen
Venete: Stadt will aktiver vermarkten

Kempen: Venete: Stadt will aktiver vermarkten
Die geplante Ansiedlung von Agrobusiness im gemeinsamen Gewerbegebiet von Venlo, Nettetal und Tegeln floppte bisher. Für 2018 plant der Kreis Viersen hier eine Abfallumladestation. FOTO: busch
Kempen. Bürgermeister Christian Wagner stellte sich Vorwürfen, dass sich im Gewerbegebiet Venete wenig tue. Er zeigte sich unzufrieden mit der bisherigen Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen. Von Joachim Burghardt

Die Stimmung schlägt um: Weil das Gewerbegebiet Venete noch immer brach liegt, übten Kaldenkirchener Bürger anfangs harsche Kritik an der Stadt Nettetal. Doch nachdem Bürgermeister Christian Wagner (CDU) Missverständnisse ausräumen konnte und auch "Fehler bei der Planung" eingestand, richtete sich der Unmut dann beim Stadtsteilgespräch "Nette-Runde" in der Gaststätte Zur Mühle gegen den Kreis Viersen, namentlich gegen die Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

"Wir ziehen unser Thema jetzt ein Stück weit zurück", machte Wagner Zugeständnisse. Dieses Thema, Agrobusiness nämlich, war zum Reizwort geworden: Bevorzugt ansiedeln sollten sich, so der Plan, Firmen rund um die Landwirtschaft wie Dienstleistungen. Doch der Plan für Agrobusiness, wie ihn die Dortmunder Beratungsfirma ExperConsult empfohlen hatte, floppt bis jetzt: Von Ansiedlungen in dem ausgewiesenen Areal in Kaldenkirchen der Grenze zu Tegelen/Venlo fehlt bisher jede Spur.

"Wir haben unterschätzt, wie sehr in der Öffentlichkeit die Vermarktung diskutiert wurde", räumte der Verwaltungs-Chef ein. Womit er zugab: Agrobusiness hat weder bei potenziell interessierten Firmen noch in der Bevölkerung Begeisterung ausgelöst. Mittlerweile lasse man sich gern auf Gespräche mit interessierten Firmen aus anderen Branchen ein, die auf nachhaltige Wirtschaftlichkeit setzten. Dass Wagner und die Zuständigen bei der Stadt, etwa in der Wirtschaftsförderung, ursprünglich Agrobusiness-Verfechter, mittlerweile zurückrudern, ist zwar nicht neu; solche Zugeständnisse gab's auch schon in politischen Gremien. Doch erstmals erläuterte der Bürgermeister seine Sichtweise direkt im Gespräch mit kritischen Bürgern.

Dabei ging Wagner durchaus auch in die Offensive, wies Vorurteile zurück. Etwa als ein Kaldenkirchener bemängelte, seit zehn Jahren tue sich nichts in Venete: Konkret in die Vermarktung einsteigen können, das habe man erst vor drei Jahren, als der Autobahn-Ausbau mit erheblicher Verspätung fertig wurde. Zudem sei die Stadt nicht federführend in der Vermarktung von Venete, sondern die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG). Und die müsse auch andere Schwerpunkte im Kreis setzen.

Genau daran entzündete sich nunmehr die Diskussion: "Das Problem ist die WFG", rief ein Bürger von der Theke - und erhielt Beifall. Gemurmel und Zwischenrufe, der Kreis Viersen sei eh nicht auf der Höhe der Zeit; beim Naturpark zum Beispiel hecke man Konzepte aus, die man dann nicht richtig umsetze, so sei der Premiumwanderweg "Wanderbare Wasserwelt" im Galgenvenn nur mangelhaft beschildert. Und die WFG eben scheine nicht die Kommunen zu unterstützen, sondern setze "lieber auf Großprojekte wie die Vermarktung des ehemaligen Militärflughafens in Elmpt".

Wagner deute zwar an, man habe sich bei der Stadt mehr versprochen von der Venete-Vermarktung durch die WFG, doch er wolle "da öffentlich nicht ins Detail" gehen. Immerhin sagte er, man überlege bei der Stadt, "ob es heute noch richtig ist, die Vermarktung der WFG zu überlassen". Als der Bürgermeister ankündigte, man wolle in Gesprächen alles durchleuchten - auch, ob die Stadt in Sachen Vermarkung mehr selbst aktiv werden könne - gab's Beifall in der Runde.

Quelle: RP
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