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Stadt Kempen
Viehmarkt: Der Umbau hat begonnen

Stadt Kempen: Viehmarkt: Der Umbau hat begonnen
Ein ungewohnter Anblick für die Kempener und die Besucher der Stadt: Der Parkplatz Viehmarkt ist momentan autofrei. FOTO: heiner deckers
Stadt Kempen. Auf dem Viehmarkt haben die Bauarbeiten begonnen. Die Stadt plant den Bau von zwei unterirdischen Rückhaltebecken. Der Parkplatz wird zunächst provisorisch eingerichtet und 2018 neu gestaltet. Dann gibt es deutlich mehr Stellplätze. Von Heiner Deckers

Fährt man von Hüls oder St. Tönis in die Stadt, bietet sich einem ein ungewöhnlicher Anblick. Der Parkplatz Viehmarkt, ansonsten stets gut gefüllt, ist leer. Keine Auto ist zu sehen, lediglich Baumaschinen. Bis September ist der Parkplatz voraussichtlich gesperrt. Grund ist der Bau von zwei unterirdischen Regenrückhaltebecken, die das Kanalnetz bei Starkregen entlasten sollen. Das Speichervolumen liegt bei 1,9 Millionen Liter.

Wenn das erledigt ist, wird die Fläche als provisorischer Parkplatz hergerichtet. Der steht auch für die Herbstkirmes zur Verfügung. Im Frühjahr 2018 dann wird der Parkplatz Viehmarkt neu gestaltet. Unter anderem mit diesem Thema beschäftigt sich der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz am Montag, 29. Mai, 18 Uhr, im Sitzungssaal des Kempener Rathauses.

In die Planung einbezogen ist auch der hintere Bereich, der mit Rasengittersteinen belegt ist und nur bei besonderen Anlässen als Parkplatz zur Verfügung steht beziehungsweise stand. Genau dort sind die Bagger nämlich dabei, den Boden aufzureißen. Es wird jeweils nur eine kurze Baugrube ausgehoben, die nach Verlegung der Rohrstücke sofort wieder geschlossen wird.

Ist der neue Parkplatz 2018 komplett fertig, hat er 67 Stellplätze statt wie bisher 62 im bisherigen Dauerparkbereich. Hinzu kommen 18 bis 20 Parkplätze im bisherigen Erweiterungsbereich. Sowohl Ein- als auch Ausfahrt finden sich an der Stelle der jetzigen Einfahrt, sieht die Vorlage der Verwaltung vor. Dafür wird dieser Bereich natürlich verbreitert. Die jetzige Ausfahrt wird zurückgebaut, so dass es mit den bisher gern praktizierten Querungen von Radfahrern und Fußgängern in Richtung Engerstraße und anders herum vorbei ist. Die Stellplätze sind künftig mit 2,60 Meter breiter angelegt als bisher mit 2,50 Meter.

Entlang des Spülwalls ist eine Warte- beziehungsweise Ladezone vorgesehen, außerdem zwei Behindertenparkplätze. An der Engerstraße findet sich ein Stellplatz mit einer Ladesäule für Elektroautos, betrieben von den Stadtwerken. Fahrradbügel stehen künftig zwischen Parkplatz und Spülwall. Um eine Durchfahrt auf die Engerstraße zu verhindern, wird dieser Bereich mit Pollern versehen. Sowohl Ständer als auch Poller kann man bei Veranstaltungen herausnehmen.

Die Oberfläche des erweiterten Parkplatzes soll sich nach Vorstellungen der Planer an den Charakter der Altstadt anlehnen. Die vorhandenen Parkplätze rund um die Innenstadt sind meist mit grauem Verbund-Betonpflastersteinen oder (die kleineren) mit Basalt-Kopfsteinpflaster belegt. Auch der bisherige Erweiterungsparkplatz wird in die Gesamtgestaltung einbezogen und erhält einen identischen Belag Eine Gestaltung mit Rasenkammersteinen ist bei einer dauerhaften Nutzung nicht sinnvoll, da in diesem Fall eine stabile Begrünung nicht möglich ist.

Interessant ist der Umbau auch für Freunde der Archäologie. Bereits beim Abbau des Kreishauses stießen Experten des Landschaftsverbands Rheinland auf allerlei interessante Funde. Bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung ist die Stadt verpflichtet, zunächst einmal zu schauen, was sich im Erdreich so alles verbirgt. Bis ins 19. Jahrhundert wies das Engertor den Weg in die Innenstadt. Es hatte zwei Zugbrücken, die über Wassergräben führten. Die Wälle und eine acht Meter hohe Stadtmauer schützten Kempen vor Überfällen. Im Lauf der Jahre schrumpfte die Mauer auf drei Meter. Die komplette Toranlage wurde 1841 abgerissen. Die Archäologen sind nun gespannt, was sich davon noch findet.

Quelle: RP
 
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