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Stadt Kempen
Viel Lob für die "neue" Judenstraße

Stadt Kempen: Viel Lob für die "neue" Judenstraße
Kürzlich erst beendeten Stadt, Stadtwerke und Händlerschaft offiziell die Arbeiten auf der Judenstraße. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Händler und Käufer sind begeistert über die neue Gestaltung der Judenstraße. Mit einem großen Fest wird die Straße Ende August offiziell eingeweiht. Von Willi Schöfer

"Ihr Sahnehäubchen vom Buttermarkt" so warb eine Kempener Bäckerei unter anderem für ihr herzhaftes Krustenbrot oder für den Kirschstreusel. Diese Bäckerei liegt direkt an der Judenstraße, die ebenfalls so einer Art "Sahnehäubchen" erhalten hat. Denn nach langer Sanierung und Umgestaltung präsentiert sich jetzt dieser Straßenzug in neuer Form, mit neuem Pflaster, neuen Platten. Die ersten Meinungen der Händler, Kunden und Anwohner, die auf Nachfrage der Rheinischen Post abgegeben wurden, waren größtenteils sehr positiv.

"Cool", "Super" und "Fantastisch" - das waren viele kurze Kommentare auf der Judenstraße, die als eine der ältesten Fußgängerzonen in der Region gilt. "Die Straße ist sehr hübsch geworden, früher bin ich mit meinem Rollator über Parallelstraßen gegangen, da ich hier schlecht durchkam", sagte die 90-jährige Waltraud Dammer, die schon seit vielen Jahren an der Orsaystraße wohnt.

Unterwegs zum Shoppen ist der 72-jährige Harald Jansen, der bis zu seiner Pensionierung rund 25 Jahre lang Verwaltungsdirektor im Kempener Krankenhaus war. "Ich war einige Wochen in Urlaub, habe aus der Zeitung erfahren, dass die Arbeiten hier beendet sind, und wollte mir das jetzt mal anschauen", meinte Jansen. Sein erstes Fazit: "Super, ich bin begeistert."

Um das richtige Pflaster und die richtigen Platten hatte es bekanntlich im vergangenen Jahr einen teils sehr heftigen Streit gegeben. Erst nachdem drei Varianten an der Mauer zum Propsteigarten probeweise verlegt worden waren, entschied die Politik, dass grundsätzlich eine gelbliche Version mit größeren Platten zum Einsatz kommen sollte. In die Mitte des Straßenzuges wurde auch als Hilfe für Sehbehinderte ein schwarzer Streifen verlegt, der bis zum Buttermarkt führt. Unterbrochen wird dieses Pflaster lediglich in Bereichen einiger Gassen, so beispielsweise an der Patersgasse oder der Alten Schulstraße. Dort wird durch eine andere Verlegung, durch Pflaster und braune Randsteine, auf diese historischen Gassen besonders hingewiesen.

An diese Unterbrechungen und an die die andere Pflasterungen in den Bereichen dieser Gassen müssen sich einige noch gewöhnen. "Diese könnten vor allem für die Älteren zu kleinen Stolperfallen werden", meinte nicht nur der 56-jährige Rolf Städter. Er fügt aber hinzu: "Insgesamt ist das alles hier sehr schön geworden, es ist jetzt angenehmer, hier einkaufen zu gehen." Wobei sich Rolf Städter auf der einen Seite der Judenstraße, an der Seite, wo auch das Brillenhaus Bunse ist, mehr Papierkörbe wünscht.

Die Freundinnen und Nachbarinnen Sylvia Schmitz und Heike van de Fen sind ebenfalls gerade unterwegs. "Das macht hier was her, das müsste auch so auf der Engerstraße gemacht werden", wünscht sich Heike van de Fen, eine Ur-Kempenerin, die in der Ziegelheide wohnt. Der Belag sei auch für Radfahrer oder Inline Skater bestens geeignet. "Total cool", kommentiert Sylvia Schmitz. Schon ihre zehnjährige Tochter Annalena hatte vor Weihnachten, als dort noch eine Baustelle war, mit vielen anderen Kindern zu Pinsel und Farbe gegriffen und kleine Kunstwerke auf den damals noch provisorischen Straßenbelag gemalt.

Restlos zufrieden über die Gestaltung ist Stephan Bunse in seinem Brillenhaus ("Super"). Er ist der Sprecher der Händler der Judenstraße. Gerade betritt Claudia Becker, die in Kamperlings wohnt, sein Geschäft. Gefragt, was sie von der Gestaltung halte, sagte sie: "Im Prinzip sehr gut, aber was mir nicht so gefällt ist die unruhige Pflasterung am Ende der Judenstraße vor dem Pfarrhaus." Dadurch werde die ansonsten harmonisch wirkende Pflasterung und Plattierung zu stark unterbrochen. "Warten sie mal ab, bis dort die Bäume stehen, die dann im Ensemble mit den Bänken zu einer Ruhezone werden soll", kam der Einwand von Bunse.

Andere Geschäftsinhaber erwähnen ebenfalls die vielen und größtenteils positiven Kommentare ihrer Kunden. Sogar eine Polizeistreife fuhr langsam über die Judenstraße. "Das ist hier sehr schön geworden", äußert sich sogar Polizeibeamter Michael Hanßen.

Bald wird das Ende der Bauzeit noch gebührend gefeiert. Mit einem großen Fest, das am Freitag, 26. August, ab nachmittags beginnen soll, will man offiziell die alte beziehungsweise neue Straße einweihen. Mit dabei sind die Händler, Anwohner, die Stadt und natürlich wieder die Stadtwerke, die zu diesem Anlass dann ein neugestaltetes dann viertes Quickentchen präsentieren werden. Was das für ein Motiv sein wird, bleibt noch ein Geheimnis.

Quelle: RP
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