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Stadt Kempen
Vier Künstlerinnen stellen in der Ateliergalerie aus

Stadt Kempen. Ingrid Filipczyk, Eliana Schwarzenberg, Nanni Wagner und Karin Heissen eröffnen heute die artedos-Ausstellung.

Eine sehr sehenswerte Ausstellung wird heute um 19 Uhr in der Produzentengalerie artedos an der Moosgasse eröffnet. Gerade sind drei Künstlerinnen noch gemeinsam nach Istanbul gereist, um sich inspirieren zu lassen, aber die Ausstellung war vorher schon eingerichtet. Dabei stellen die drei bisherigen Künstlerinnen der Produzentengalerie ihr neues Mitglied vor: Vierte im Bunde ist Karin Heissen aus Mülheim an der Ruhr mit ihren Acrylglas-Skulpturen. Die Künstlerin mit Atelier in Duisburg ist ein interessanter Neuzugang, sie bringt das plastische Element in die Ausstellungsrunde.

Allein rein materialtechnisch ist Acrylglas schon faszinierend. Die Künstlerin, die aus der Steinbildhauerei kommt, hat Acrylglas vor drei, vier Jahren für sich entdeckt. Das Plattenmaterial wird zersägt, erhitzt, verformt, mit Farbpigmenten angereichert. Eigens dazu entwickelte sie eine Wärmekammer. An den Ergebnissen lässt sich ablesen, dass sie es bereits sehr weit in dieser neuen Technik gebracht hat. Durch Abdecken entstehen steuerbar, aber auch zufällig Brüche im Innenraum, in den sich das Licht bricht. Zentral im Ausstellungsraum steht ihr Ensemble "Vier Elemente", in denen sie Luft, Wasser, Feuer und Erde farblich anschaulich umgesetzt hat. In den Faltungen genannten kleineren Arbeiten setzt sie freie Formen um, die entstehen, indem sie in der Wärmekammer die Objekte quetscht und drückt.

Dass Nanni Wagner aus Geldern aus der Malpädagogik und Kunsttherapie kommt, merkt man ihren in Kempen ausgestellten Bildern nicht an. Die vier abstrakten Arbeiten an der Rückwand nehmen in ihrer freien Gestaltung und abstrakten Formensprache direkt für sich ein. Diese gestische Malerei atmet eine große Freiheit, losgelöst von Inhalten und Formen - ohne dabei beliebig zu wirken. Die Arbeiten strahlen Konzentration und innere Ruhe aus, weder zufällige, automatische Formen, noch aggressives Arbeiten scheint ihr Ding zu sein.

Ganz im Kontrast zu dieser eher intuitiven Malerei stehen die Arbeiten von Ingrid Filipczyk aus Kempen. Alles in ihren Arbeiten ist wohl kalkuliert, sie verbindet ihre beiden Vorlieben für Mathematik und für die bildende Kunst in Serie konkreter Kunst, in denen nichts dem Zufall überlassen, sondern alles errechnet und abgemessen ist. Die drei Bilder, die rechts vom Eingang hängen, zeigte sie bereits in ihrer vorherigen Einzelausstellung. Weil sie jetzt in einem anderen Licht-Zusammenhang auf einer anderen Wand hängen, hat die Künstlerinnen diese drei Arbeiten der Rondo-Serie neukombiniert. Ihre modulare Vorgehensweise ermöglicht es sogar dem künftigen Eigentümer, diese Bilder jeweils um eine Vierteldrehung zu verändern. Sie passen trotzdem zusammen.

Vierte im Bunde ist Eliana Schwarzenberg aus Hüls, die vielfach auch im Atelier der Produzentengalerie in der Moosgasse anzutreffen ist. Aktuell stellt sie in der Serie Silhouetten Menschenbilder vor. Gut erkennbar sind einzelne Figuren, meistens aber eine undefinierbare Masse von Menschen. Farblich laufen die Konturen zusammen, von der Individualität des Einzelnen ist nichts übrig geblieben, "Multitude" kommentiert die in Chile geborene Künstlerin ihr Spiel von Mensch und Masse. Sie ist übrigens die einzige Künstlerin, die seit den Anfängen von Artedos 2007 bei der Produzentengalerie dabei ist.

Die vier Gastgeberinnen freuen sich heute auf ein interessiertes, offenes Publikum. Die Ausstellung ist bis zum 7. November geöffnet.

(hb)
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