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Stadt Kempen
Von Zimmermann bis Gypsy-Swing

Stadt Kempen: Von Zimmermann bis Gypsy-Swing
Im April gastiert das Zimmermann Trio mit Bachs Goldberg-Variationen in Kempen. Frank Peter Zimmermann, Violine (links), Antoine Tamestit, Viola, und Christian Poltéra, Cello, spielen alle auf Stradivari-Instrumenten. FOTO: Mäts Becker
Stadt Kempen. Über 1000 Abonnenten nehmen die Angebote der Kempener Kulturszene von Klassik über Weltmusik und Jazz bis zu Kabarett wahr. Die Qualität des Kulturprogramms ist überregional anerkannt. Jetzt steht die neue Saison 2016/17 an. Von Heribert Brinkmann

Wo anfangen bei dieser Fülle spannender Konzerte und Auftritte der neuen Saison 2016/2017 ? Vielleicht bei zwei Neuerungen, die eher am Rande zu erfahren waren: Erstmals konnte die Zahl von 1000 Abonnenten erreicht werden. In der abgespielten Saison lag sie bei 1022 Abos. Und in der neuen Saison kann jeder, der einen Internetanschluss benutzt, die Konzerte online buchen - ja sich sogar wie im Flugzeug seinen Platz selber aussuchen. Das gilt aber nur für Einzelkarten, die nach den Ferien ab dem 27. August in den Vorverkauf gehen. Gestern wurde das neue Kulturprogramm im Rokoko-Saal vorgestellt, Abonnements können dann ab Samstag, 2. Juli, an der Kasse des Kulturforums erworben werden. Für die Reihe "Musica antica e viva" werden diesmal keine neuen Abos vergeben, die restlichen Platzkapazitäten sollen in den freien Verkauf gehen. Deswegen stellen wir diese Reihe später vor. Auch die Kinderstücke werden nicht mehr als Abo angeboten, sondern finden einzeln bei den Schulen statt.

Für Peter Landmann, künstlerischer Leiter von Kempen Klassik, ist die neue Saison etwas Besonderes, da der 1997 gegründete Verein "Kempen Klassik" sein 20-jähriges Bestehen feiern kann. Er wird dies mit einem großen Jubiläumsstadtfest als "klingende Altstadt" im Mai feiern (dazu morgen mehr). In der Reihe "Kammermusik" hebt Landmann zwei Termine besonders hervor: Am 18. September spielt das Belcea Quartett Werke von Schubert, Schostakowitsch und Brahms. Das Quartett aus London, das im Rahmen der Muziek Biennale des Kulturraums Niederrhein im Kempen gastiert, zählt für Landmann aktuell zu den fünf besten Streichquartetten weltweit. Das Konzert wird einen Tag später im Neusser Zeughaus wiederholt. Diese Kooperation sei vielleicht ein Muster für die Zukunft. Und am 13. April 2017 ist das Zimmermann Trio zu Gast in Kempen. Der Weltgeiger Frank Peter Zimmermann, für viele der großartigste derzeit lebende Geiger, spielt mit dem Bratschisten Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra Bachs Goldberg-Variationen in der Fassung für Streicher. Die Goldberg-Variationen stehen dann am 30. Januar beim Pianisten Alexandre Tharaud in der Originalfassung auf dem Programm. Tharaud gilt als einer der interessantesten Pianisten, die derzeit auf den Konzertbühnen unterwegs sind.

Der israelische Saxofonist Shauli Einav aus Paris kommt mit drei weiteren französischen Musikern am 1. Dezember ins Campus. FOTO: NITAI LEVI

Besonders hervorzuheben ist auch der Südafrikaner Kristian Bezuidenhout, ein ausgewiesener Spezialist für historische Klaviere. Für das Konzert mit Werken von Beethoven und Mozart am 3. Oktober wird extra ein Hammerklavier aus Utrecht in die Paterskirche gebracht. Nicht zu vergessen ist auch der Franzose Eric le Sage, der im März mit einem Schumann-Programm zu hören ist. Aber auch der Nachwuchs ist bestens vertreten, etwa mit der jungen Pianistin Schaghajegh Nosrati, die das Italienische Konzert von Bach spielt, oder der Luxemburgerin Cathy Krier am 20. November.

Das Abo bei der Weltmusik kostet unglaubliche 26,50 Euro, das sind für fünf Konzerte von einer Stunde jeweils nur 5,50 Euro. Damit kann man die schöne Stimme von Nancy Viera von den Kapverdischen Inseln entdecken, mit Ibrahim Keivo aus Syrien die reiche Musiklandschaft der Jesiden, der orthodoxen Christen und der Beduinen kennenlernen oder mit Vigüela die wirkliche spanischen Folklore jenseits von Flamenco erfahren. Weiter geht es mit dem Roma-Musiker Tcha Limberger und dem wunderbar weichen Klang des armenischen Dudak-Spielers Vardan Hovanassian.

Martin Klapheck hat von der "Jazz Ahead" in Bremen wieder viele Entdeckungen mitgebracht. Der Saxofonist Shauli Einav, 1982 in Israel geboren, steht mit seinem französischen Quartett für einen jugendlichen Jazz. Beim Konzert von Karolina Strassmeyer, Altsaxofon, und Drori Mondlak, Schlagzeug, ist auch David Friedman am Vibraphon zu Gast. Sechs Konzerte kostet hier im Abo nur 70 Euro, ermäßigt 53,50.

Bettina Klapheck hat das Comedy- und Kabarett-Programm zusammengestellt. Arnulf Rating, ein wortgewaltiger Politkabarettist, war noch nie in Kempen. Das wird am 6. März nachgeholt. Und "De Frau Kühne" aus Kerken, ursprünglich im Karneval unterwegs, wollen jetzt alle hören. "Außergewöhnliche Belastungen" fallen dem österreichischen Kabarettisten Stefan Waghubinger bei seiner Steuererklärung auf der Bühne jede Menge ein.

Quelle: RP
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