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Stadt Kempen
Warum wir gerne Gärtner sind

Stadt Kempen: Warum wir gerne Gärtner sind
Beim Gärtnerfest mit Lossprechung im Palmenhaus des Baackeshof bekamen die Auszubildenden die Abschlussurkunden im Gartenbau. FOTO: Lammertz
Stadt Kempen. Kürzlich wurden die Auszubildenden im Gartenbau losgesprochen. Zwei Lehrlinge erzählen. Von Bärbel Kleinelsen

Gärtner sind die Hüter des Lebens. Sie hegen und pflegen den frisch gesetzten Steckling, bis aus dem winzigen Etwas eine prächtig blühende Pflanze wird. "Es ist eine Arbeit am lebenden Objekt, die sehr befriedigend sein kann", sagt Rainer Peters Berater für Zierpflanzenbau an der Landwirtschaftskammer NRW. Er selbst hat so seine Karriere begonnen und eine entsprechende Ausbildung gemacht. Nach Abschluss der Lehre hat er sich stetig weitergebildet. "Das kann ich nur jedem Auszubildenden empfehlen. Die Zukunftsaussichten im Gartenbau sind sehr gut, besonders für qualifizierte Kräfte", sagt der Experte.

Es ist ein Tipp, der besonders Anne Sprenger und Pascal Stephan interessieren dürfte. Die beiden Krefelder haben soeben ihre Ausbildung im Zierpflanzenbau beendet. Drei Jahre lang haben sie Passionsblumen und Jasmin in der Gärtnerei Heesen in Tönisberg gepflegt, veredelt und für den Großhandel vorbereitet. Für den 21-jährigen Pascal war schon immer klar, dass er später mal im Gartenbau arbeiten möchte. Entsprechend machte er bereits zur Schulzeit Praktika in einer Friedhofsgärtnerei und bei einem Floristen. Mit dem Hauptabschluss in der Tasche, bewarb er sich dann um einen Ausbildungsplatz in seinem Traumberuf.

Anne Sprenger und Pascal Stephan haben gerade ihre Ausbildung zum Gärtner, Sparte Zierpflanzenbau beendet. Die beiden Auszubildenden waren drei Jahre lang in der Gärtnerei Klaus Heesen in Tönisberg beschäftigt. FOTO: Hüskes

"Noten sind für mich nicht ausschlaggebend. Ein guter Hauptschulabschluss reicht völlig. Ich schau mir lieber an, wie die Bewerber arbeiten. Deswegen machen alle zuerst ein Praktikum in unserem Betrieb", erklärt Chef Klaus Heesen. Er hat schon viele angehende Gärtner in den acht Jahren, in denen er in seinem Betrieb ausbildet, betreut. "Wenn einer direkt viel zu spät oder gar nicht kommt, macht das natürlich keinen guten Eindruck. Aber so etwas kommt glücklicherweise eher selten vor."

Meister Heesen sind schnelle Auffassungsgabe, zügiges und selbstständiges Arbeiten und Zuverlässigkeit wichtig. "Mathe müssen die Auszubildenden natürlich auch können. Schließlich müssen sie im Berufsalltag die benötigten Mengen ausrechnen können. Ob sie das im Kopf machen oder mit dem Taschenrechner, ist mir egal. Hauptsache, das Ergebnis stimmt."

Idealerweise bringen angehende Gärtner schon ein bisschen Erfahrung mit, sei es durch Praktika, wie Pascal sie gemacht hat, oder durch Arbeit im heimischen Garten oder landwirtschaftlichen Betrieb. Doch es geht auch ohne solche Voraussetzungen, wie Anne Sprenger weiß. Die ebenfalls 21-Jährige wollte eigentlich "irgendwas mit Tieren" machen. Doch Freund Pascal Stephan konnte sie von den Vorzügen des Ziergartenbaus überzeugen. Und so fing auch Anne nach dem Realschulabschluss und einem Berufsvorbereitungskursus der Stadt in der Gärtnerei Heesen an.

"Technik-Verständnis brauchen unsere Azubis ebenfalls. Denn auch im Zierpflanzenbau werden immer häufiger computergesteuerte Maschinen eingesetzt", sagt Klaus Heesen. Rainer Peters bestätigt den Trend. "Wir sind in Deutschland im Gartenbau auf dem höchsten Stand der Technik. Und im Rheinland haben wir ein sehr großes Gartenbaugebiet mit einer Vielzahl von verschiedenen Betrieben. Nirgendwo sonst hat man so gute Chancen, einen interessanten Arbeitsplatz zu finden. Auch nicht in Holland."

Wer nach dem Gesellen seinen Meister oder Techniker mache, sei bestens gerüstet für die Zukunft. Anne und Pascal hören das mit Freude. Sie werden nach der Lossprechungsfeier weiter an ihren Karrieren basteln.

Quelle: RP
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