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Stadt Kempen
Was sich Jugendliche wünschen

Stadt Kempen: Was sich Jugendliche wünschen
In Kempener Jugendheimen werden immer wieder Workshops oder Konzerte angeboten. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Das Kempener Jugendamt hat wieder Schüler befragt. 1176 Fragebögen wurden von den Jugendlichen ausgefüllt und von Stadtmitarbeitern ausgewertet. Es ging um das Freizeitverhalten und die Nutzung der Freizeitangebote in der Stadt. Von Silvia Ruf-Stanley

Zum zweiten Mal hat das städtische Jugendamt Kempener Jugendliche zu ihren Wünschen, Bedürfnissen und Interessen befragt. Die Ergebnisse stellte der Sachgebietsleiter Frühe Förderung, Kinder- und Jugendarbeit beim Jugendamt, Christian Semrau, jetzt in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern hat er insgesamt 1176 Fragebogen ausgewertet. Die Ergebnisse werden nun in die Maßnahmeplanungen des Jugendamtes einfließen. Künftig sollen die Fragebogenaktionen unter Jugendlichen regelmäßig wiederholt werden, so Semrau.

Es gab auf 58 Fragen viele unterschiedliche Antworten, so dass Semrau im Ausschuss nur einen Auszug vorstellen konnte. Die Fragen reichten von der Lieblingsfreizeitbeschäftigung über das zur Verfügung stehende Taschengeld, wie viel Freizeit es gibt und wie sowie mit wem sie verbracht wird bis hin zur Nutzung von Jugendeinrichtungen oder dem Angebot von Verbänden und Vereinen.

Im Durchschnitt waren die Jugendlichen, die die Fragebögen ausfüllten, etwa 13 Jahre alt. Das erklärt auch manche Differenz zur Befragung aus 2014, so Semrau. Da lag der Durchschnitt bei zehn Jahren. Im Mittel stehen zehn bis zwanzig Euro als Taschengeld zur Verfügung. Vorrangig wird dies für Kleidung, Süßigkeiten oder Fastfood ausgegeben.

Die meisten Jugendlichen haben vier bis acht Stunden freie Zeit in der Woche, manche sogar weniger, andere nennen acht bis zwölf Stunden. Diese verbringen sie mit Musik hören, chillen, fernsehen oder auch im Internet surfen. Die Freizeit wird selten geplant. Die Jugendlichen verabreden sich eher spontan. Semrau vermutet, dass hier viele Absprachen über die sozialen Netzwerke laufen. Die meisten Jugendlichen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Ansonsten bringen Eltern sie zu Terminen oder die Schüler nutzen den Öffentlichen Personennahverkehr. Bei den Vereinsmitgliedschaften liegt der Sport ganz vorn, viele der Befragten sind aber in keinem Verein oder Verband engagiert. An dritter Stelle rangiert die Musik.

Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Stadtverwaltung ist, dass der größte Teil der Befragten angegeben hat, die städtischen Jugendeinrichtungen nicht zu nutzen. Oft kennen sie die Angebote gar nicht. Eine Konsequenz ist, dass es in diesem Jahr keine Party zum Ferienbeginn mehr geben wird. Das Interesse der Schüler hatte zuletzt stark nachgelassen. Weiterhin gewünscht sind aber die Ausflüge, die das Jugendamt regelmäßig anbietet.

Im Internet bewegen sich die Jugendlichen vor allem in sozialen Netzwerken. Dort hören sie Musik, klicken Videos oder Spiele an. Meist sind sie ein bis drei Stunden am Tag online, manche sogar mehr als fünf Stunden. Allerdings geben viele neben dem Freizeitvergnügen auch Recherche für Schulaufgaben oder Ähnliches an. Mit dem Freizeitangebot in der Stadt Kempen sind die Jugendlichen unterschiedlich zufrieden. Sie haben ihre Treffpunkte, aber vermissen zum Beispiel für ihre Altersgruppe attraktive Einkaufsangebote.

Aus der Befragung hat das Jugendamt einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Die Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern soll weiter ausgebaut werden. Da sind besonders die Leiter der Jugendfreizeiteinrichtungen gefragt. Hier sollen auch Jugendliche darauf aufmerksam gemacht werden, dass es in den Heimen kostenlose Angebote gibt. Gleichzeitig sollen sich die Freizeiteinrichtungen als Anlaufpunkte für alle Sorgen, Anregungen und Wünsche der Jugendlichen positionieren. Große Hoffnungen setzt das Jugendamt auf die Eröffnung der Straßenbahn "Gleis drei" im Sportzentrum an der Berliner Allee als neue Begegnungsstätte für Jugendliche.

Bei den Antworten der Jugendlichen gab es den Wunsch nach kreativen Angeboten. Hier besteht noch Klärungsbedarf, was die Jugendlichen hier konkret wünschen.

Quelle: RP
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