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Stadt Kempen
Wasserschaden: Die Arbeit geht weiter

Stadt Kempen: Wasserschaden: Die Arbeit geht weiter
Lassen sich trotz erneuten Wasserschadens in ihrem Therapiezentrum nicht entmutigen: Desiree Ziemke und Frank Willmann von der Autismus Therape Ambulanz Niederrhein. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Ein Déjà-vu erlebt gerade die Autismus Therapie Ambulanz Niederrhein. Innerhalb von drei Monaten gibt es im Haus den zweiten Wasserschaden. Trotz der Unwegsamkeit findet der geplante Weihnachtsbasar am 3. Dezember statt. Von Bianca Treffer

In den vorderen Räumen des Büros der Autismus Therapie Ambulanz Niederrhein an der Vorster Straße in Kempen sieht es nach Baustelle aus. Gerüstbretter und Metallböcke stehen an den Wänden, Bautrockner laufen. Handwerker sind damit beschäftigt, Putz von den Wänden zu klopfen und Decken frei zu legen. Der typische Geruch nach feuchtem Mauerwerk liegt in der Luft. "Diesmal hat es die rechte Seite erwischt und das im größeren Umfang als vor drei Monaten. Damals war es nur ein Raum und das auf der linken Seite", sagt Frank Willmann. Dabei schüttelt der stellvertretende Leiter der Autismus Therapie Ambulanz Niederrhein den Kopf, denn er kann es kaum glauben, dass die Einrichtung innerhalb kürzester Zeit von einem zweiten Wasserschaden heimgesucht wurde. Der erste ereignete sich vor drei Monaten, am 4. November folgte nun Nummer zwei. "Wir kamen morgens ins Büro und standen im Wasser. Wir sahen, wie das Wasser die Wände herunterlief und haben als erstes die Akten aus den Schränken gerettet", berichtet Willmann.

In einer Wohnung über der Einrichtung war es über Nacht unbemerkt zu einem Rohrbruch gekommen. War beim ersten Wasserschaden nur ein Büroraum betroffen, wurden jetzt ein anderes Zimmer, die sanitären Anlagen, die Bibliothek und der Flur mit Wartebereich in Mitleidenschaft gezogen. Die Autismus Therapie Ambulanz Niederrhein konnte ihre Einzel- und Gruppentherapien nicht mehr im Haus anbieten, weil die sanitären Anlagen nicht zu nutzen waren. "Wir haben zwar schnell ein Ausweichquartier in der Burse erhalten, aber nicht jeder Autist kann sich darauf einstellen", erklärt Therapeutin Desiree Ziemke. Daher wurde vorrangig der Schaden in den Toiletten behoben. Dort fehlt zwar noch die Decke und man blickt derzeit auf die Holzbalken und den Holzdeckenboden, aber alles ist soweit wieder nutzbar. "Wir haben Glück, dass der gesamte hintere Bereich, in dem sich die Therapieräume befinden, nicht betroffen ist. Die Therapie kann hier wieder stattfinden und wir brauchen das Ausweichquartier nicht mehr", berichtet Willmann.

Auch der Weihnachtsbasar am Samstag, 3. Dezember, soll in den hinteren Räumen stattfinden. "Wir hatten schon Sorge, dass er ausfallen müsste. Aber das wäre einfach zu schade gewesen, da unsere Klienten in den Therapiestunden schon jede Menge gebastelt haben", sagt Desiree Ziemke. So aber können die Besucher sich auf viele selbst gestaltete Geschenkartikel wie Papierengel und Teelichthalter, Kaffee und Kuchen oder selbst gemachte Plätzchen freuen. Der Snoozleraum kann besucht werden, es gibt einen Trödelmarkt und die Einrichtung stellt sich mit einem Infostand vor.

"Bis zum ersten Advent hoffen wir mit Renovierung auch im vorderen Bereich schon ein Stück weiter zu sein", sagt Willmann. Dort arbeiten die Mitarbeiter in der Verwaltung, die für alle drei Therapiezentren in Kempen untergebracht ist, aktuell unter erschwerten Bedingungen. Dadurch, dass Akten aus dem betroffenen Büro zwischengelagert werden müssen, ist in den anderen Büros alles sehr beengt. Dazu kommen Lärm, Dreck und Geruch durch die anfallenden Arbeiten. Aber die Arbeit läuft weiter. "Gerade wird an einem neuen Flyer gearbeitet, der über unser Fortbildungsangebot für Schulen, Kindergärten und -heime sowie Jugendfreizeiteinrichtungen informiert. Viele wissen nämlich nicht, dass wir auch Fortbildungen für Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen zum Thema Autismus anbieten", sagt Willmann.

Generell sind die insgesamt 40 Mitarbeiter an den drei Standorten Kempen, Kaarst-Holzbüttgen und Kalkar immer wieder erstaunt darüber, wie wenig ihre breit angelegte Arbeit rund um das Thema Autismus bekannt ist. Nicht nur die Einzel- und Gruppentherapiestunden gehören zur Arbeit, sondern vor allen Dingen ist es die Unterstützung von Betroffenen in Schulen, Kindertagesstätten sowie anderen Einrichtungen. Vor Ort werden die benötigten Hilfestellungen für Betroffene angeboten, damit sie Teilhabe in der Gesellschaft finden.

Quelle: RP
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