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Interview Zwei Absolventen Berichten
Weiterungskolleg: Das Abitur öffnet neue Türen

Kempen. kreis viersen (RP) Am Weiterbildungskolleg des Kreises Viersen haben jetzt 19 Abiturienten das Zentralabitur absolviert. Überdurchschnittlich abgeschnitten haben Manuela Koslowski aus Kempen (30 Jahre, eine Tochter) und Matt Roser aus Issum (34 Jahre, sechs Kinder).

Frau Koslowski, Sie haben Ihr Abitur mit 1,0 abgeschlossen. Was war für Sie die Motivation, drei Jahre lang noch mal die Schulbank zu drücken?

Koslowski Während des Schulbesuchs konnte ich an ProMiNat teilnehmen. Diese Akademie bietet Studierenden an Weiterbildungskollegs die Möglichkeit, fünf Tage lang an Projekten des Forschungszentrums Jülich teilzunehmen. Dort bin ich in meinem Wunsch bestärkt worden, in die Forschung zu gehen und an der Entwicklung neuer Medikamente und Therapien mitzuwirken. Und die Zugangsmöglichkeit zur Forschung ist nun mal die allgemeine Hochschulreife.

Herr Roser, Sie haben Ihr Abitur mit 1,2 abgeschlossen. An welcher Stelle gab es Schwierigkeiten?

Roser Mir und meiner Familie ist es zunächst schwer gefallen, nicht mehr viel Zeit miteinander zu haben. Der Sport ist zu kurz gekommen. In der Schlussphase habe ich meine berufliche Tätigkeit reduziert, um genug für das Abitur tun zu können. Ich habe einen internationalen Hintergrund und wollte intensiver die deutsche Kultur und das Bildungssystem kennenlernen. Meine Frau hat mich auf diesem Weg unterstützt. Mein Ziel ist jetzt, mich mit einem Studium weiter zu entwickeln.

Frau Koslowski, Sie haben die Schule im Abitur-Online-System besucht. Das heißt, dass Sie die Hälfte des Unterrichts online über eine Lernplattform absolviert haben. Was hat Ihnen eigentlich geholfen, sich zu motivieren?

Koslowski Das Schwierigste war das Einstiegssemester. Nach zehn Jahren ohne Schule war es schwierig, das Lernen wieder zu lernen. Das Gemeinschaftsgefühl war in unserem Kurs ausgeprägt, wir haben uns gegenseitig angefeuert. Das Abi-Online-System ist mit viel Eigenverantwortlichkeit verbunden. Die Lehrer unterstützen einen dabei gut. Die wissen ja um unsere Belastung durch Beruf und Familie.

Herr Roser, würden Sie die Entscheidung noch mal so treffen?

Roser Auf jeden Fall! Ich würde aber einiges anders machen, weil ich ja jetzt genau weiß, worauf es im Abitur ankommt. Allgemein könnten der Austausch und die gegenseitige Hilfe zwischen den Studierenden noch intensiver sein. Natürlich fragt man sich bei dem einen oder anderen Lehrstoff, welche Bedeutung das für das Leben hat.

Quelle: RP
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