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Stadt Kempen
Wenn der Kleiderbügel zum Fahrradlenker wird

Stadt Kempen: Wenn der Kleiderbügel zum Fahrradlenker wird
Mortel (Ingmar Kurenbach - links) und Fiete (Till Beckmann) vom Duisburger Kom'ma-Theater begeisterten ihr junges Publikum beim Kindertheater im "Haus für Familien - Campus" in Kempen. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Eine Geschichte über den Wert der Freundschaft erlebten Kinder ab sechs Jahren im Campus. Das Duisburger Kom'ma-Theater zeigte das Stück "Stadt, Land, Baum" von Alice Quadflieg. Von Silvia Ruf-Stanley

Fiete (Till Beckmann) und Mortel (Ingmar Kurenbach) waren einmal sehr gute Freunde. Mortel liebt die Musik. Daher hatte Fiete für ihn in seiner Scheune ein großes Konzert organisiert. Viele Besucher kamen, aber auf einmal war Mortel kurz vor Beginn des Konzerts verschwunden. Fiete hat Jahre nichts von ihm gehört. Hat eine Baumschule, wo er mit viel Liebe seine Setzlinge pflegt, fühlt sich wohl auf dem Land. Dann bekommt er plötzlich von Mortel eine Einladung, ihn in der Stadt zu besuchen.

Erst will Fiete nicht, aber dann macht er sich doch auf den Weg. Mortel freut sich ihn zu sehen, sie sind sofort wieder alte Freunde. Er zeigt Fiete das hektische Stadtleben. Und nimmt schließlich eine Einladung von Fiete an, aufs Land zu kommen. Schon auf dem Weg dahin wird der unruhig. Denn die Frage, warum er damals einfach verschwand, ist immer noch noch nicht geklärt.

Klar, dass es zum Streit kommen muss. Mortel muss zugeben, dass er furchtbar unter Lampenfieber leidet. Da drängt ihn Fiete, dagegen anzusingen. Vor großem Publikum, nämlich den Setzlingen seiner Baumschule. Und Mortel schafft es mit Hilfe des Freundes. "Trau Dich mal. Hey, lass uns um die Häuser ziehen", fordert er die begeistert mit klatschenden und wippenden Kinder auf.

Die beiden Darsteller schaffen es innerhalb von wenigen Minuten ihr junges Publikum voll in die Geschichte einzubinden. Da werden aus Kindern Ahorne, Eichen oder Buchen. Prüfend schaut Fiete, wo noch was zu schneiden ist oder er kommt zum Wässern mit der Gießkanne. Beim Besuch in der Großstadt sind sie für den Lärm der Stadt zuständig. Kräftig auf eine Blechtrommel schlagen, ein Xylofon bedienen - das machte Spaß.

Überhaupt arbeiten die Schauspieler mit Geräuschen. Einmal den selbst gemachten mit verschiedenen Instrumenten. Zum Anderen mit eingespielten Geräuschen wie Vogelgezwitscher oder Straßenlärm. Einfachste Dinge müssen als Requisite herhalten. Ein Koffer kann Sitzbank oder Bühne sein. Ein Kleiderbügel wird in den Händen von Fiete zum Fahrradlenker. Und die Kinder dürfen natürlich mitmachen. Verbunden mit dem großen Lob, dass sie Mortels erstes richtiges Publikum seien. Spätestens da war den beiden pfiffigen Darstellern herzlicher Applaus von kleinen und großen Besuchern sicher. Schade dass nur etwa 20 Kinder diese Geschichte erlebten. Vielleicht ist der Beginn um 15.30 Uhr zu früh.

Die nächste Kindertheater-Aufführung ist am Donnerstag, 29. Oktober, um 15.30 Uhr im Forum in St. Hubert. Dann gibt es "Geschichten aus dem Hut" vom Fliegenden Theater Berlin. Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Karten gibt es schon jetzt an der Museumskasse im Kulturforum Franziskanerkloster in Kempen, Burgstraße 19.

Quelle: RP
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