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Stadt Kempen
Wenn die Mutter mit der Tochter

Stadt Kempen: Wenn die Mutter mit der Tochter
Ute Ewert (hinten) führt ihr Geschäft seit 25 Jahren an der Peterstraße. Ihre Tochter Susanne Nauels hat ebenfalls den Beruf der Goldschmiedin erlernt. Beide arbeiten in der offenen Werkstatt auch an sehr ausgefallenen Stücken. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Kreativität und solides Handwerk bestimmen die Arbeit der beiden Goldschmiedinnen Ute Ewert und Susanne Nauels. In ihrem Geschäft mit offener Werkstatt an der Peterstraße gibt es Schmuck zum Anfassen. Von Silvia Ruf-Stanley

Es gibt Schaufenster, an denen kann man überhaupt nicht vorbei gehen. Dazu gehören die der Goldschmiedin Ute Ewert an der Peterstraße in Kempen. Nicht nur weil hier Schmuck vom Feinsten ausgestellt wird, sondern die Fenster auch jedes Mal ausgesprochen attraktiv und einfallsreich gestaltet sind.

Kreativität und solides Handwerk bestimmen die Arbeit der Goldschmiedin und ihrer Tochter Susanne Nauels, die mittlerweile auch den Beruf erlernt hat und mit im Geschäft ist. Angefangen hat alles 1982 an der Vorster Straße. In diesem Jahr kann das Geschäft das 25-jähriges Bestehen an der Peterstraße feiern. Noch immer ist Ute Ewert von zwei Vorzügen des Ladenlokals hier begeistert. Das sind eben die Fenster, in denen sie ihre Schmuckstücke wie in Vitrinen präsentieren kann. Und dass sie ihre Werkstatt im Geschäft ganz offen für jedermann sichtbar hat. Auch das ist übrigens immer wieder ein Anziehungspunkt. Man kann den beiden Goldschmiedinnen bei der Arbeit zusehen und Fragen stellen. Eine Idee, die Ute Ewert von einem Besuch in Freiburg mitgebracht hatte und unbedingt in Kempen umsetzen wollte. Der Kunde kann sehen, wie viel Sorgfalt das Handwerk erfordert. Kleinste Werkzeuge werden verwendet. Damit wird gebohrt, geschliffen und vieles mehr. Wie lange die Herstellung eines Schmuckstückes braucht, können die Beiden gar nicht genau beziffern. Ein einfacher Trauring vielleicht zwei Stunden, aufwendigere Dinge mehrere Stunden oder Tage.

Hinzu kommt, dass die Damen der Goldschmiede sich viel Zeit für die Beratung ihrer Kunden nehmen. Das trifft bei der Auswahl schon fertiger Schmuckstücke aus der Auslage genauso zu wie bei Anfertigungen. Da sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, scheint es. Manchmal sind es Steine oder Muscheln aus dem Urlaub, die schön gefasst werden sollen. Immer wieder werden auch Milchzähne als Kettenanhänger gewünscht. Es gab auch schon Knöchelchen, die zum Schmuckstück verarbeitet werden sollten. Das Kurioseste, an dass sich Ute Ewert spontan erinnert, war ein künstliches Fingergelenk, das nicht passte, aber das der Entwickler in Erinnerung behalten wollte. Und es gab auch ein lustiges Erlebnis: Kinder hatten an der Ostsee einen Bernstein gefunden. Aber da musste der spezielle Schleifer, mit dem die Goldschmiedin arbeitet, passen. Der Bernstein war erst zwei Millionen Jahre alt und damit noch nicht reif fürs Schleifen.

Kunden kommen zuweilen auch mit eigenen Entwürfen oder Ideen. Die bearbeiten die Goldschmiedinnen dann. Schließlich soll ja am Ende ein tragbares Stück heraus kommen. Solch aufwendige Arbeit hat ihren Preis, dafür hat der Träger aber ein Unikat. Auch bei Schmuckstücken, die nicht aus ihrer Werkstatt kommen, achten die beiden Damen auf ausgesuchte Qualität und darauf, dass es kein Allerweltsschmuck ist. Sie bevorzugen die Zusammenarbeit mit kleinen Schmuckunternehmen.

Offensichtlich hat sich die Qualität von Angebot und Beratung herumgesprochen. Die Kundschaft kommt nicht nur aus dem Umland, sondern auch aus Duisburg, Düsseldorf oder Solingen. Auch wenn die Goldschmiede demnächst eine eigene Internetseite hat, soll diese nur die Arbeit vorstellen. Schmuck muss man anfassen, anprobieren, vergleichen können. Und das kann man im Internet nicht, ist sich Ute Ewert mit ihrer Tochter einig.

Quelle: RP
 
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