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Stadt Kempen
Wenn Eltern überfordert sind

Stadt Kempen: Wenn Eltern überfordert sind
Sie unterstützen Eltern, wenn sie bei der Erziehung ihrer Kinder nicht mehr weiterwissen (v.l.): Julia Paschke, Achim Wolters und Annetraud Hüskes. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Unter neuer Leitung will die Katholische Beratungsstelle bewährte Konzepte fortführen. Es gibt aber auch neue Angebote, zum Beispiel einen Kursus für Eltern in Scheidung. Immer geht es um das Wohl des Kindes. Von Heiner Deckers

Unter neuer Leitung und mit einem teilweise veränderten Team möchte die Katholische Beratungsstelle der Caritas am Oedter Pfad in Kempen bewährte Projekte fortsetzen und gleichzeitig neue Wege gehen. Achim Wolters ist Nachfolger von Renate Philippen, Julia Paschke soll die ausgeschiedene Leiter langfristig als Psychologin ersetzen. Noch hat sie aber nur eine halbe Stelle, weil sie sich noch in der Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin, Vertiefungsgebiet Verhaltenstherapie, befindet.

"Wir müssen uns jetzt neu finden", sagt Wolters. Die Kompetenz und Erfahrung Renate Philippens im Bereich frühe Hilfe für Eltern von Kleinkindern seien zunächst einmal nur schwer zu kompensieren. Kerngeschäft sei und bleibe die intensive Beratung und das Trainingsangebot für Eltern, betont Sozialpädagogin Annetraud Hüskes, "damit die Erziehung gelingen kann". Eltern melden sich aus unterschiedlichen Gründen in der Beratungsstelle, vielfach jedoch auf Empfehlung von Kindergarten oder Schule, aber auch auf Grund von Mund-zu-Mund-zu-Mund-Propaganda.

Oft treffen die Berater auf Eltern, die in der Erziehung ihrer Kinder unsicher sind und Angst haben, etwas falsch zu machen. Oft tun sie zu viel des Guten, sorgen sich ständig um ihre Kinder und entwickeln sich zu so genannten "Helikoptereltern". Sie bekommen Rat, ebenso wie die Eltern, die unter der Pubertät ihrer Sprösslinge leiden und mit dem "Puberterror" einfach nicht klarkommen.

Das Programm "PEP" (Präventionsprogramm für expansives Problemverhalten) richtet sich an Eltern, deren Mädchen oder Jungen auffallend aggressiv und trotzig-wütend daherkommen. Das Beachten von Grenzen und das Einhalten von Regeln fällt ihnen schwer. "Viele Eltern fühlen sich von diesen oder ähnlichen Problemen überfordert und sind verunsichert", sagt Julia Paschke. Man wolle den Ratsuchenden Werkzeug an die Hand geben, damit sie in Problemsituationen angemessen reagieren. Als besonders hilfreich habe sich in der Vergangenheit die Arbeit in der Gruppe erwiesen. Hier könne man sich untereinander austauschen und gegenseitig unterstützen. Das Trainingsprogramm besteht aus sechs Terminen, Start ist voraussichtlich am 21. Oktober.

Im Herbst beginnt auch ein Gruppenangebot für Kinder, die unter der Trennung oder Scheidung ihrer Eltern leiden. Hier greifen Fachleute die kindliche Verunsicherung auf. "Oberste Ziel ist es, die Kinder in ihrer Familiensituation zu entlasten", sagte Achim Wolters. Sie sollten ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen(wieder)entdecken und stärken. In der Vertraulichkeit der Gruppe aus ebenfalls Betroffenen gelinge es dem Kind besser, die Trennung ihrer Eltern zu verarbeiten.

Neu im Programm ist ein Kursus für Erwachsene, die in Trennung oder Scheidung leben. "Kinder im Blick" heißt das Angebot, auch hier geht es also in erster Linie um das Wohl des Kindes. Beide Elternteile sollen auch nach der Trennung positive Kontakte zu beiden Elternteilen haben. Der Übergang zu einer Patchworkfamilie bringe eine Menge Herausforderungen, betont Annetraud Hüskes: "Kinder brauchen in dieser Zeit besonders viel Zuwendung, um den Beginn des neuen Lebensabschnitts gut zu bewältigen." Nehmen beide Elternteile an so einem Kursus teil, werden sie in unterschiedlichen Gruppen untergebracht. Im Herbst soll es losgehen, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

Informationen zu allen Angeboten gibt es unter Telefon 02152 522 13 oder eb-kempen@marcur.caritas.de.

www.beratung-caritas-ac.de

Quelle: RP
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