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Gemeinde Grefrath
Wenn es an der Dorenburg knattert

Gemeinde Grefrath: Wenn es an der Dorenburg knattert
FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Gemeinde Grefrath. Am gestrigen Sonntag hatte das Niederrheinische Freilichtmuseum zum 22. Treckertreffen geladen. Die historischen Landmaschinen wie auch das gute Wetter lockten zahlreiche Besucher nach Grefrath. Von Sonja Lamers

Die Kulisse des Niederrheinischen Freilichtmuseums passt. Der Himmel ist wolkenlos und tiefblau. Die Besucher sind zahlreich gekommen und es knattert und knattert und knattert. Die Kolonne der historischen Landmaschinen, die auf das Museumsgelände einbiegt, nimmt kein Ende. Es sind große, kleine, rote, schwarze, grüne, braune, mit Sonnenblumen oder Mais geschmückte Trecker Marke Hanomag, Deutz, Lanz, McCormick und vielen mehr. "Die Maschinen machen kernige Geräusche", sagt Horst Frohrath, der mit seiner alten Landmaschine aus Kaarst zum Treckertreffen nach Grefrath gekommen ist.

Die Theorie von Kevin Gröwig, stellvertretender Museumsleiter, scheint aufgegangen zu sein: "Viele Treckerfahrer kommen hier her, da es für sie die letzte Ausfahrt im Jahr ist. Und sie wissen, dass das Wetter bisher immer mitgespielt hat". Insgesamt sind 319 Besitzer mit ihren alten Schätzchen gekommen. Und nicht nur aus der näheren Umgebung. Auch zum Beispiel aus Mönchengladbach, Kleve, Borken oder Duisburg.

Der beliebte Treckertreff auf dem Gelände des Grefrather Freilichtmuseums zog gestern wieder zahlreiche Besucher an. FOTO: Kaiser

Nachdem die ersten Trecker um 11 Uhr am Eisstadion zur einer Fahrt durch Grefrath gestartet waren, parken nach knapp zwei Stunden auch die letzten auf einer der beiden Museumswiesen. Leonie (8), die bei ihrem Vater Lars Bougie auf der Landmaschine mitfahren durfte, ist ganz stolz: "Es war super!" Familie Bougie fährt öfter: "Bei schönem Wetter machen wie eine Treckertour. Es ist ein richtiges Hobby", sagt Mutter Melanie. Hans Beenen besitzt einen Trecker Marke Hanomag, Baujahr 1955, und seine Frau Inge erzählt: "Wir fahren jedes Jahr mit dem Traktor in den Urlaub an die Nordsee. Da sind wir vier Tage unterwegs. Es macht einfach Spaß".

Viele Besucher stärken sich jetzt erst einmal mit Rostbratwurst, Schweinenacken, Pommes oder Erbsensuppe. Und auch auf der Hofanlage Rasseln steigt Rauch aus dem Schornstein. Im Wohnhaus des Hofes ist es leise, kühl und schummrig. Über einem offenen Feuer hängt ein Kessel. Es riecht nach Gemüsesuppe. Eine Frau mit weißer Haube, Bluse und Rock schneidet Petersilie. Es ist ein Gewand wie man es im 19. Jahrhundert trug. "Eigentlich gehört noch ein brauner Rock oben drüber, ich stehe hier also im Unterrock", sagt die ehrenamtliche Köchin Brigitte Caspers lächelnd. Wieder draußen im Sonnenschein erklärt Peter Hormann auf der Wiese an der Hofanlage Wissenswertes über alte Landmaschinen. Kleine Jungen betrachten die gepflegten alten Trecker. Paul (6) erzählt: "Ich komme jedes Jahr mit Oma und Opa hier hin". Auch Julia Güllmann, die oft ins Freilichtmuseum geht, ist heute mit ihren Zwillingen extra wegen der alten Gefährte gekommen.

Doch auch die anderen Programmpunkte, die das Museum anbietet, werden gut angenommen. In der alten Schmiede hämmern Kinder unter Anleitung der St.-Eligius-Bruderschaft - Schmiedezunft Dülken kleine Hufeisen und versehen diese mit so vielen Löchern, wie sie alt sind. Andernorts zimmern Kinder mit Hilfe von Lena Meyer, einer Mitarbeiterin des Museums, das Grundgerüst eines Fachwerkhauses nach. Die Hüpfburg und der Spielplatz laden zu Bewegung ein, die Sonne zum Verweilen auf den Bänken.

Das knattern beginnt wieder. Die Wiesen des Museums leeren sich langsam. Doch wie auch bei der Einfahrt geht es sehr gesittet zu, ganz nach dem Motto: Wer Trecker fährt, hat Zeit.

Quelle: RP
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