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Gemeinde Grefrath
Wenn Kitze im hohen Gras sitzen

Gemeinde Grefrath. Rehe ziehen sich oft in Wiesen zurück, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Das kann für die Tiere lebensgefährlich sein, wenn die Landwirte das hohe Gras mähen. Für Zugmaschinen gibt's spezielle Warnanlagen. Von Willi Schöfer

Rehe setzen ihre Kitze ins hohe Gras, um sie zu schützen. Oder ziehen sich dahin zurück, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Einem Muttertier ist dies vor wenigen Wochen in einem Grefrather Revier in der Nähe des Oedter Sportplatzes zum Verhängnis geworden. Es wurde von einem großen Kreiselmäher erfasst und starb auf grausame Art und Weise. Was kann man tun, um diesen "Mähtod" zu vermeiden? Die RP hat in Grefrath mal nachgefragt.

"Manchmal bekommen wir von Landwirten überhaupt keine Nachricht, dass großräumig das Gras oder das Getreide auf ihren Feldern gemäht wird", wünscht sich Andreas Camps von der Kreisjägerschaft eine bessere Zusammenarbeit. Einige Landwirte würden gutes Wetter abwarten und dann sehr schnell entscheiden, ihre großen Maschinen aufs Feld zu schicken. Bei frühzeitiger Meldung, kurz davor, könnten die Jäger dann mit ihren Hunden auf Patrouille gehen und versuchen, die Tiere zu vertreiben. Außerdem empfiehlt Camps den Landwirten, von innen nach außen und nicht anders herum zu mähen, damit die Tiere flüchten können.

"Ganz ausschließen kann man derartige Vorfälle sicherlich nicht, so schlimm sie auch sind; sie verscheuchen zum Beispiel die Kitze oder Kaninchen aus den Feldern, Stunden später sind sie wieder da", sagte der Vorsitzende des Hegering Grefrath, Rudolf Mäurers. Und er weist darauf hin, dass im Vergleich zu früher die Mähmaschinen immer breiter und schneller geworden seien. Früher hatte diese eine Schnittbreite von wenigen Metern, heutzutage seien es neun Meter, mit einen Geschwindigkeit von mehr als 30 km/h. Landwirt Heinz Optendrenk, der gemeinsam mit Robert Brockes in einem der vier Grefrather Reviere der Jagdpächter ist, weist darauf hin, dass einige Bauern auf ihren Feldern akustische Signale installiert oder Holzpfähle mit Flatterbändern oder Fahnen gesetzt hätten, damit die Tiere dadurch das Weite suchen.

Und einige benutzen auch an den Kronen ihrer Kreiselmäher so genannte Wildretter. Kleine und weiße Apparate, so groß wie zwei Zigarettenschachteln, die der Landwirtschaftsverband im Mai im gesamten Rheinland verteilt hatte. Sie senden einen schrillen Ton, der einige Hektar weit zu hören und Hasen, Kitze und andere Tiere abschrecken und vertreiben soll. Diese Töne sollen aufgrund ihrer hohen Frequenzen für die Fahrer der Mähmaschinen nicht zu hören sein. Obgleich andere Landwirte gestern davon sprachen, dass sie diese Töne durchaus wahrnehmen und sie diese als sehr störend bei ihrer Arbeit empfänden.

Bleibt zu hoffen, dass, wenn zum Beispiel im Juli die Gerste eingeholt wird, alles unternommen wird, damit sich derartige Vorfälle wie Anfang Juni in Oedt nicht wiederholen. "Kommuniziert stärker mit uns", wiederholt Camps, der noch darauf hinweist, dass in anderen Bereichen gut mit der Landwirtschaft, mit Bürgermeister Manfred Lommetz, der selbst früher einmal Landwirt war, und mit dem Bauhof der Gemeinde zusammengearbeitet werde. So habe erst vor wenigen Wochen auch in den Revieren und Wäldchen eine große Säuberungsaktion stattgefunden.

Quelle: RP
 
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