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Kempen
Wenn Medikamente krank machen

Kempen. Expertinnen geben heute am RP-Telefon Tipps zur richtigen Einnahme von Medikamenten. Von Petra Diederichs

Wer den Beipackzettel eines Arzneimittels sorgfältig liest, hat mitunter eine Reihe von Vorgaben zu befolgen: Nicht auf nüchternen Magen einnehmen, idealerweise zu den Mahlzeiten, eine halbe Stunde vor dem Frühstück oder auf gar keinen Fall mit Milch oder Fruchtsaft zu sich nehmen. Manches klingt kompliziert, manches leuchtet dem medizinischen Laien nicht ein. Doch solche Anweisungen kommen nicht von ungefähr. Medikamente entfalten ihre Wirkstoffe nur, wenn sie richtig eingenommen werden. Eine falsche Handhabung kann nicht nur die Wirkung mindern, es können sich auch unerwünschte Nebenwirkungen einstellen. "Möglicherweise mit ernsten gesundheitlichen Folgen", sagt Dr. Beatrix Sommer, Chefapothekerin am Helios-Klinikum.

Unter Umständen kann ein Medikamentenmix sogar tödlich sein. Vor allem für Patienten, die regelmäßig viele verschiedene Arzneimittel einnehmen, ist das Risiko von Wechselwirkungen durch Wirkstoffkombinationen hoch. "Jedes Medikament, das eine Wirkung entfaltet, hat auch Begleiterscheinungen. Das ist ein hochkomplexes Thema". Sommer begrüßt die Einführung des Medikationsplans: Ab 1. Oktober hat jeder, der mehr als drei Medikamente regelmäßig einnimmt, das Recht auf einen Medikationsplan, den der Arzt oder Apotheker erstellt.

"Wichtig ist, dass der Patient dazu vollständige Angaben macht", sagt Sommer. Auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut oder Nahrungsergänzungsmittel können mit anderen Arzneien eine nicht beabsichtigte Reaktion auslösen. Die Analysen von Wirkungen und Wechselwirkungen gehören deshalb zum Alltag der Apotheker. "Wer ein neues Medikament verschrieben bekommt, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker über die Einnahme sprechen und unbedingt alles nennen, was er sonst regelmäßig einnimmt", sagt Sommer. Wie man Medikamente richtig einnimmt, warum das empfohlene Glas Wasser so wichtig ist, ob man das Verfallsdatum immer ganz genau nehmen muss und warum man nicht jede Tablette zerbeißen darf, erläutern heute drei Expertinnen am RP-Telefon. Zwischen 16.30 und 17.30 Uhr beantworten sie alle Fragen rund um Medikation und Patientensicherheit: Dr. Beatrix Sommer ist Chefapothekerin am Helios-Klinikum und zu erreichen unter Tel. 02151 639621. Caroline Müller, Apothekerin am Helios-Klinikum hat die Durchwahl 02151 639622. Birgit Nolte, niedergelassene Apothekerin und Sprecherin der Krefelder Apotheker, beantwortet Fragen unter 02151 639623.

Heute, 16.30 bis 17.30 Uhr.

Quelle: RP
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