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Kreis Viersen
Wenn Schüler zu Verkäufern werden

Kreis Viersen: Wenn Schüler zu Verkäufern werden
In sieben Minuten den möglichen Kunden überzeugen - die Schüler der Berufskolleg überzeugten die sechsköpfige Jury mit ihren Verkaufstalenten. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Kreis Viersen. Beim Nachwuchsverkäufer-Wettbewerb der regionalen Berufskollegs brachten Jugendliche Reitwesten, E-Bikes und Staubsauger an den Mann. Am Ende hatte die Jury es nicht einfach, die Sieger zu benennen. Von Bianca Treffer

Die Aufregung ist Nathalie Drawz anzumerken, kaum dass die Schülerin des Berufskollegs Kaufmannschule (KMS) Krefeld nach vorne zwischen die beiden Tische der Jury getreten ist. Auf einem Tisch stehen drei Paar Sandalen, die in den Mittelpunkt des folgenden Verkaufsgespräches rücken werden. Als Agathe Klein, Lehrerin am Rhein Maas Kolleg Kempen, als potenzielle Verkäuferin zu Drawz tritt und ihren Einkaufswunsch äußert, verfliegt die Aufregung merklich. Souverän geht die angehende Einzelhandelskauffrau das Verkaufsgespräch an.

Dass sie dabei von einer sechsköpfigen Jury, bestehend aus Fachleuten rund um den Verkauf, genau beobachtet wird, ist ebenso vergessen, wie die vierköpfige Schülerjury und das Publikum im Berufskolleg Viersen. Wie läuft die Kontaktaufnahme ab, wie erfolgt die Bedarfsermittlung, wie das Vorlegen der Ware, was bringt jemand in die Verkaufsargumentation mit ein - das sind nur einige der Punkte, die die Jury rund um Markus Ottersbach vom Handelsverband NRW Krefeld-Kempen-Viersen bewertet.

Zum nunmehr sechsten Mal ist der Nachwuchsverkäufer-Wettbewerb der regionalen Berufskollegs des Kreises Viersen und der Stadt Krefeld an den Start gegangen. Insgesamt neun Schüler der Berufskollege Kempen, Viersen und Krefeld hatten sich in den jeweiligen Schulen vorab für den Wettbewerb qualifiziert. Je nach Branche brachten die Unterstufenschüler nun Produkte von Reitwesten über Staubsauger bis hin zu E-Bikes innerhalb der sieben- bis zehnminütigen Verkaufsgespräche an den Käufer.

Wie wichtig dieser Wettbewerb ist, verdeutlicht Manuela Hinsen. "Im Fach Kundenkommunikation und Service nehmen wir das Thema in der Unterstufe theoretisch auseinander. Danach bietet es sich an, das Erlernte in der Praxis wieder zusammenzusetzen. Der Wettbewerb ist ein Ansporn", sagt die Lehrerin vom Berufskolleg Viersen. Inzwischen sind die ersten drei Verkaufsgespräche gelaufen und die Jury zieht sich zu einer Beratung zurück, um sich über die gemachten Eindrücke auszutauschen. Handschriftliche Notizen füllen die Beobachtungsbögen. "Sie waren alle drei sehr gut", bemerkt Ottersbach. Eine Aussage, die auch für die folgenden Teilnehmer zutrifft.

Der Jury fällt es nicht leicht, die Plätze eins bis drei zu vergeben, da sich wirklich alle hervorragend präsentiert haben. Schließlich steht es fest. Julian Laake vom KMS Krefeld ist der Sieger. Ihm folgen Sabrina Thielen, Rhein-Maas Berufskolleg und Michelle Kohnen vom Berufskolleg Viersen.

Nathalie Drawz kann sich auch freuen, sie gewinnt den Publikumspreis. Beim Nachwuchsverkäufer-Wettbewerb geht es im Oktober weiter. Dann schicken die Berufsschulen ihre erfolgreichen Verkäufer zum Euregionale Verkaufswettbewerb, der länderübergreifend mit den Niederlanden durchgeführt wird.

Quelle: RP
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