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Stadt Kempen
Wie Blauen Helmut Kohlen ausliefert

Stadt Kempen: Wie Blauen Helmut Kohlen ausliefert
Strahlten bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus-Foyer um die Wette (von links): Karl-Heinz Hermans, Volker Rübo, Claudia Stox, Hedwig Stirken, Edith Heyer, Josef Lamozik und Wilhelm Spee. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Die vierte Auflage der Fotoschau "Kempen im Wandel der Zeit" zeigt im Kempener Rathaus erstmals auch Aufnahmen aus dem Fundus der Fotografenmeisterin Hannelore Krause-Schmitz. Von Silvia Ruf-Stanley

Wieder einmal heißt es im Kempener Rathaus am Buttermarkt: "Kempen im Wandel der Zeit". Bereits zum vierten Mal stellt die Fotogruppe der Freiwilligenagentur im Foyer Bilder von Kempen im reizvollen Gegensatz von früher und heute aus.

Bürgermeister Volker Rübo erinnerte in seiner Begrüßung der vielen Gäste am Donnerstagabend an den Anfang der Gruppe. 2006 suchte die Freiwilligenagentur Interessierte, die sich der umfangreichen Fotosammlung im Keller des Rathauses annehmen wollten. Neben dem Bildmaterial im Kreisarchiv ist dies wohl mit der größte Fundus in der Stadt. Aber er war damals noch ungeordnet. Inzwischen nehmen sich Karl-Heinz Hermans, Edith Heyer, Josef Lamozik, Wilhelm Spee und Claudia Stox einmal in der Woche diesem Schatz an.

"Beldsches-Kieker" hat die Frau von Alt-Bürgermeister Hermans die Truppe inzwischen benannt. In den vergangenen Jahren wurde bereits vieles gesichtet, archiviert, digitalisiert und vor allem beschriftet. Denn was nützt eine solche Sammlung, wenn die Orte nicht entsprechend angegeben oder mit Hintergrundinformationen ergänzt sind, meinte der Bürgermeister.

Aus der Beschäftigung mit den alten Bildern entstand die Idee, diesen aktuelle Ansichten des gleichen Standortes gegenüber zu stellen. Gerade das ist sehr reizvoll, zeigt es doch die Entwicklung der Stadt Kempen auf andere Art und Weise. Wenn man zum Beispiel den Buttermarkt mit alten Geschäften und dem Gasthaus Loerper sieht und mit der aktuellen Situation vergleicht, stellt man unter anderem fest, dass etliche alte Häuser in den 1960er-Jahren dem Rathausneubau weichen mussten. Manches Gässchen war früher so schmal, dass hier kaum Fuhrwerke hindurch kamen. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass im Stadtkern vor allem kleine Betriebe beheimatet und die Straßen eng waren. Vieles davon fiel der Stadtsanierung zum Opfer.

Bei der vierten Auflage der Fotoschau gibt es auch etwas Besonderes zu sehen, denn die Fotografenmeisterin Hannelore Krause-Schmitz hat Bilder aus ihrem Archiv beigesteuert. Die Aufnahmen zeigen Kempener Alltagsleben. Zu sehen ist etwa die Hausfrau auf dem Markt - wie es sich damals gehörte mit Mantel und Hut -, die gerade das Kleingeld im Portemonnaie sucht. Gezeigt wird auch die alte Marktfrau, die auf ihre Kunden wartet. Frischer Fisch wird auf einer Tafel angepriesen. Die Fotografin hat Szenen wie kleine Treffen am Rande des Marktes aufgefangen oder auch, wie sich Nachbarinnen durch ein Fensters unterhalten. Oder sie hält Feste wie eine große Goldhochzeit fest. Der Kegelclub Kranz feiert sein Weihnachtsessen im Gasthof Bruckes Jakob. Und Blauen Helmut müht sich beim Kohleausliefern ab.

Wie schon bei den ersten Ausstellungen reizen die Bilder zum Erzählen. Bei vielen kommen Erinnerungen auf. So sah man bei der Eröffnung Werner Beckers und Jochen Herbst im angeregten Austausch. Herbst freute sich, das Haus seiner Lieblings-Pommesbude wieder entdeckt zu haben. Auch für Neubürger bietet die Schau interessante Perspektiven. Denn man erfährt viel über die Kempens Stadtgeschichte.

Quelle: RP
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