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Stadt Kempen
Wie Licht das Leben beeinflusst

Stadt Kempen: Wie Licht das Leben beeinflusst
Peter Jeske (links) und Georg Lüdecke vom Nabu präsentierten gestern die neue Ausstellung "Rettet die Nacht" des Naturschutzbundes im Kempener Rathausfoyer. Sie ist dort bis zum 28. November zu sehen. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Um Licht in der Nacht, um Lichtverschmutzung und um energiesparende Beleuchtung geht es jetzt bei einer Ausstellung des Naturschutzbundes Nabu im Kempener Rathaus. Von Silvia Ruf-Stanley

Man muss sie im Rathausfoyer schon ein bisschen suchen, die Ausstellung "Rettet die Nacht", die Mitglieder des Kempener Ortsverbandes im Naturschutzbund (Nabu) gestern eröffnete. Die Ausstellungstafeln finden sich zwischen Durchgangstür zum hinteren Ausgang und dem Aufzug.

Dabei geht es um ein wichtiges Thema, wie Peter Jeske vom Nabu in seiner Begrüßung zur Eröffnung betonte. Denn das viele Licht in den Städten bedrohe nicht nur Tierarten wie Vögel oder Insekten, sondern auch den Menschen. Jeske erinnerte an frühere Zeiten, wo der Tagesrhythmus bestimmt war von natürlichem Licht. Man stand auf, wenn es hell wurde und ging zu Bett, wenn es dunkel wurde.

Mit der Erfindung künstlicher Beleuchtung änderte sich das schlagartig. Menschen konnten bei künstlicher Beleuchtung auch nachts arbeiten, was in den Zeiten der industriellen Entwicklung immer wichtiger wurde. Inzwischen weiß man jedoch, dass gerade Nachtarbeiter oder Menschen, die in sehr hell beleuchteten Gegenden wohnen, einem weitaus höheren Krebsrisiko unterliegen. Dies liegt am Melatoninmangel, der durch ständige Helligkeit hervorgerufen wird. In der Ausstellung wird gezeigt, mit wie wenigen Mitteln sich dies ändern lässt. Straßenbeleuchtung kann mit den modernen LED-Lampen gezielter eingesetzt werden. Sie sollte immer horizontal ausgerichtet sein und nur nach unten strahlen. Die Lichtfarbe muss möglichst warm weiß sein. Diese Idee, so Jeske, lässt sich auch auf die Wohnungsbeleuchtung übertragen. Bei allem Verständnis dafür, dass keiner dunkle Wege entlang laufen möchte, plädiert Jeske zum Beispiel für den Einsatz von Bewegungsmeldern. Dann leuchtet eine Außenlampe nur dann, wenn sich wirklich jemand auf dem Weg befindet. Lampen ließen sich leicht und kostengünstig nachrüsten. Zudem spart dies auch noch Energie. Ein Umdenken sei erforderlich, meint der Nabu-Sprecher. Denn nur so wären die Menschen auch in Zukunft noch in der Lage, ihren Kindern die Milchstraße am Himmel zu zeigen. Bei zu viel Licht verblassen die Sterne am Himmel schlicht.

Die Ausstellung ist bis Dienstag, 28. November, immer während der Öffnungszeiten des Rathauses am Buttermarkt zu sehen. Für interessierte Besucher liegt umfangreiches Informationsmaterial bereit.

Quelle: RP
 
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