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Stadt Kempen
Workshop: Mädchen basteln Pippi-Langstrumpf-Figuren

Stadt Kempen. Es ist ganz leise in der Kreativ-Werkstatt im Kramermuseum. "Ein Mädchen-Workshop" lächelt die Künstlerin Angela Schäfer. Zehn Mädchen zwischen neun und zwölf Jahren basteln hier an ihren Helden aus den Pippi-Langstrumpf-Büchern von Astrid Lindgren. Die meisten sind per Flyer über den Workshop informiert worden. Clara (10) hat dann noch gleich drei Freundinnen mit begeistert. Sie finden es alle toll, an den verregneten Ferientagen etwas Schönes selbst zu machen.

Und es stellt sich schnell heraus, dass sie alle Liebhaberinnen von Pippi Langstrumpf und ihren Abenteuern sind. "Das ist bei uns schon Familientradition" erzählt Clara. Selbst ihre Oma kenne die Bücher. Und die Mädels kennen nicht nur Pippi selbst, sowie den Affen Herrn Nilson und das Pferd Kleiner Onkel, die sie als Vorlage zum Basteln haben. Nein, sie erzählen auch von Thomas und Annika, den Nachbarskindern von Pippi. Oder sie erinnern an die dummen Polizisten Kling und Klang. Dann fällt ihnen noch die altjüngferliche Lehrerin ein, die die Halbwaise Pippi immer unbedingt im Kinderheim unterbringen will. Sofort ist man hier inmitten der Welt von Pippi Langstrumpf.

Während des Erzählens sind die Hände fleißig. Die Figuren von Pippi, Herrn Nilson und Kleiner Onkel hat Angela Schäfer bereits vorgeformt. Jetzt kommt erst Kreppband um den dünnen Draht, darauf dann mit Kleister befeuchtetes Seidenpapier. Das muss man doppelt nehmen, weiß Leni (9), dann reißt es nicht und hält besser. Sorgsam werden die Teile umwickelt. Schäfer gibt hier und da noch ein paar Tipps. Vielleicht sollte der Schweif vom Kleinen Onkel ein bisschen dicker sein? Nach etwas Überlegen stimmt Johanna (12) dem zu. Auch Astrid Heinzen, eigentlich Bibliotheksmitarbeiterin, aber heute gerne zum Dienst beim Workshop abgestellt, bekommt noch gute Ideen geliefert. So wird ihr Kleiner Onkel um die Bauchmitte etwas dicker. "Das macht doch richtig viel Spaß" sagt sie und bedauert so ein bisschen, dass sie gleich wieder in den normalen Bibliotheksdienst muss.

Beate (12) ist schon fertig mit ihren Figuren. Also macht sie noch einen Bücherwurm als Lesezeichen für ihre Bücher. Die Kinder seien unheimlich schnell, so Schäfer. Aber sie helfen sich dann auch gegenseitig, reißen zum Beispiel für die anderen das Seidenpapier schon einmal in schmale Streifen oder helfen beim Kleben. Jetzt wandern die fertigen Figuren noch am Nachmittag bei Museumsmitarbeiterin Doris Morawietz und bei Angela Schäfer in den Backofen. Durch das dünne Seidenpapier sind sie in rund 15 Minuten bei geringster Einstellung Umlufthitze fest geworden, sagt Schäfer. Auf den Trick ist sie vor ein paar Jahren gekommen. Denn mit dem üblichen Pappmaché aus Zeitungspapier dauert das Trocknen länger.

Dann geht es ans Bemalen und zum Schluss werden noch Kulissen gebaut. Für eine richtige Villa Kunterbunt sind die Vitrinen rund um das Stadtmodell im Museum leider zu klein, aber es wird eine schwedische Dorflandschaft entstehen, verspricht Schäfer. Zwei Wochen können die Museumsbesucher hier die Werke bestaunen, danach wandern Pippi und ihre Genossen in die Kinderzimmer ihrer Herstellerinnen.

(sr)
 
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