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Stadt Kempen
Zeche: Es hakt bei der Erarbeitung eines neuen Nutzungskonzepts

Stadt Kempen. Nabu und Förderverein hatten bislang keine Möglichkeit, das Gelände am Zechenturm genauer zu erkunden. Die Stadt verspricht Hilfe. Von Andreas Reiners

Die Erarbeitung eines tragfähigen Nutzungskonzeptes für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und das Gelände der ehemaligen Schachtanlage in Tönisberg ist noch nicht weit gediehen. Beim Spitzengespräch am 17. Dezember vergangenen Jahres im Kempener Rathaus war zwischen den Beteiligten - Stadt Kempen, Kreis Viersen, Bezirksregierung Düsseldorf, Rheinischem Amt für Denkmalpflege, NRW-Bauministerium, Ruhrkohle AG (RAG) sowie dem Bezirksverband des Naturschutzbundes Nabu und dem Förderverein Schachtanlage IV - verabredet worden, den von der RAG als Eigentümerin der ehemaligen Zechenanlage beantragten Abriss von Turm und Nebengebäude zunächst zurückzustellen, damit Nabu und Förderverein ihr angekündigtes Konzept erarbeiten können. Außerdem soll eine neue Nutzung des Geländes der Firma Naue geprüft werden für den Fall, dass der Hersteller von Spezialfolien seinen Standort - wie angekündigt - im Jahr 2017 aufgibt.

Wie Bernhard Burchardt, Mitglied des Tönisberger Heimatvereins und des Vereins der Zechenfreunde, am Montagabend in der Sitzung des Kempener Denkmalausschusses mitteilte, hat der Förderverein bislang erhebliche Probleme das ehemalige Zechengelände zu betreten. Die RAG als Eigentümerin habe auf entsprechende Anfragen von Nabu und Förderverein bislang nicht reagiert, so Burchardt. Er bat die Stadt Kempen um Hilfe. Der Technische Beigeordnete Stephan Kahl erklärte, ihm seien diese Probleme bekannt. Er wolle sich für die Interessen von Nabu und Förderverein bei der RAG einsetzen. Ohne Zugang zum Gelände ist die Erarbeitung des geplanten Nutzungskonzeptes nicht möglich.

Dezernent Kahl bestätigte, dass nach dem Spitzengespräch noch etliche Fragen offen seien. So habe die Bezirksregierung bisher nicht erklärt, ob eine gewerbliche Nutzung des Naue-Geländes nach deren Wegzug überhaupt möglich ist.

In der Politik wird bezweifelt, ob die Erstellung eines alternativen Nutzungskonzeptes durch Nabu und Zechenfreunde angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen überhaupt innerhalb eines Jahres zu schaffen sei. Im Dezember war ein Aufschub eines geplanten Abrisses von Turm und Nebengebäuden um ein Jahr verabredet worden. Auch der Stadt ist klar, dass die Erstellung eines solchen Alternativkonzeptes mehr Zeit benötigt.

Dezernent Kahl erklärte, dass die Stadtverwaltung dieses Konzept mit der bereits angelaufenen Quartiersentwicklung für die Wartsberg-Siedlung verbinden möchte. Hier haben Fachleute der Hochschule Düsseldorf - wie mehrfach berichtet - im Auftrag von Stadt und Stadtwerken Kempen mit einer Verbesserung des Klimaschutzes und des sozialen Umfeldes der ehemaligen Bergarbeitersiedlung begonnen.

Quelle: RP
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