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Stadt Kempen
Zechenfreunde stellen Pläne vor

Stadt Kempen: Zechenfreunde stellen Pläne vor
Der Förderturm der früheren Schachtanlage auf dem Wartsberg ist neben der Bockwindmühle ein Wahrzeichen von Tönisberg. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Bei den Tönisberger Vereinen findet das Nutzungskonzept von Förderverein und Naturschutzbund durchaus Zustimmung. Von Margret Vieregge und Andreas Reiners

"Dem einzelnen Bürger entstehen keine Kosten." Das sagten Reiner H. Rosendahl, Vorsitzender des Bezirksverbandes des Naturschutzbundes Nabu Krefeld-Viersen, und Peter Kunz, Vorsitzenden des Fördervereins der ehemaligen Schachtanlage Niederberg, bei einem Gespräch mit Vertretern der Tönisberger Vereine. Das Treffen fand vor dem Hintergrund einer möglichen neuen Nutzung der ehemaligen Zechengebäude auf dem Wartsberg statt. Die zentrale Frage seit Anfang September lautet: Was geschieht mit Förderturm, den Gebäuden und dem ehemaligen Zechengelände, wenn die Firma Naue Tönisberg verlässt? Der Hersteller von Spezialfolien mit Sitz im ostwestfälischen Espelkamp hatte Anfang September bekannt gegeben, dass im Jahre 2017 die Produktionsstätte auf dem Wartsberg aufgegeben wird und die Produktion am Firmenhauptsitz konzentriert wird.

Rosendahl und Kunz stellten bei der Versammlung ihr Konzept vor, das sowohl den Erhalt des Zechenturms als auch der ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Nebengebäude beinhaltet. Darüber hinaus könnten darin auch die bis jetzt noch von der Firma Naue genutzten Büro- und Lagerräume einbezogen werden, erklärten die Beiden. Ihr Konzept hatten sie bereits beim Spitzengespräch Anfang Juni im Kempener Rathaus und Mitte Juni bei der Stiftung für Industriekultur und Denkmalpflege in Dortmund präsentiert. Das Konzept findet durchaus Gefallen, allerdings fehlen Sponsoren, mit deren Hilfe der Plan, auf dem ehemaligen Zechengelände einen Naturlehrpfad anzulegen, umgesetzt werden könnte.

Rosendahl und Kunz machten nochmals deutlich, dass ein möglicher Abriss der ehemaligen Zechengebäude immer noch nicht vom Tisch sei. Obwohl der Turm und die Nebengebäude per Ministererlass unter Denkmalschutz gestellt worden sind, will die RAG Montan Immobilien GmbH, der als Tochterunternehmen der Ruhrkohle AG (RAG) das Areal gehört, die Gebäude abreißen Peter Kunz betonte gegenüber den Vertretern der Tönisberger Vereine, dass der Förderturm nach Überprüfung in gutem Zustand sei. Auch die hohen Kosten für eine Unterhaltung, die im Gespräch seien, bestätigten sich seiner Meinung nach nicht. Der Turm wurde zuletzt 1996 für damals 200.000 D-Mark neu gestrichen. Derzeit sei kein neuer Anstrich notwendig, meinte Kunz.

Die Vertreter der Tönisberger Vereine nahmen das vorgestellte Konzept im Großen und Ganzen positiv auf und trugen in einer regen Aussprache Ideen und Anregungen bei. Wunsch des Fördervereins ist es nach wie vor, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die seit Jahren währende Diskussion um das Zechengelände zu einem guten Ende zu bringen.

Quelle: RP
 
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