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VHS-Dozenten Heike Drewelow
"Zeichnen ist für mich Kommunikation"

VHS-Dozenten Heike Drewelow: "Zeichnen ist für mich Kommunikation"
Heike Drewelow gehört seit einem halben Jahr zum Stamm der hauptamtlichen Mitgarbeiter der Kreisvolkshochschule. Die eigene Kunst (hier ihre "Literatiere") will sie nicht aufgeben, aber zeitlich zurückfahren. Statt vier bis fünf Ausstellungen im Jahr will sie künftig nur noch eine oder zwei wagen. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Für den Fachbereich Kunst, Kultur und kreatives Gestalten an der Volkshochschule des Kreises Viersen hat Heike Drewelow noch viele gute Ideen im Köcher. Von Angela Wilms-Adrians

Seit etwa einem halben Jahr gehört Heike Drewelow zum Stamm der hauptamtlichen Mitarbeiter an der Kreis-VHS Viersen. Das aktuelle Angebot im Fachbereich Kunst, Kultur und kreatives Gestalten trägt bereits ihre Handschrift, und die 42-Jährige hat noch viele gute Ideen im Köcher.

Dabei kann sie auch auf den Erfahrungsschatz aufbauen, den sie zuvor als VHS-Dozentin und freiberufliche Künstlerin sammelte. "Mir haben schon manche Kursleiter gesagt, sie seien froh, dass ich vom Fach komme und einschätzen kann, was gebraucht wird", freut sich Drewelow, die nach einem "strengem Studium zur kleinen Abteilung der komischen Kunst" fand. Hier beweist sie einen spitzen Stift, wie etwa zu den "Grafischen Gratwanderungen" in Kooperation mit F.W. Bernstein. Das von ihr 2014 illustrierte Kinderbuch "Füchse lügen nicht" erschien bereits in dritter Auflage.

Schmunzelnd erzählt Heike Drewelow, dass sie in einer der ersten Amtshandlungen neue Staffeleien anschaffen ließ. Im praktisch ausgerichteten Angebotsteil liegt ihr nach eigenem Bekunden das Zeichnen sehr am Herzen. Denn, so Drewelow: "Zeichnen ist für mich Kommunikation. Das ist emotional, von der Tagesform abhängig und man erreicht die Leute auf einer echt schönen Ebene."

Hier will sie mit Motivationsprogrammen und Intensivzeichnen helfen, innere Barrieren abzubauen. Zudem will die Fachbereichsleiterin möglichst auch diejenigen erreichen, die zuhause malen und zeichnen, aber nach Impulsen zu Komposition, Farb- und Formgebung suchen. Den Bereich Fotografie konnte sie bereits ausbauen. Für den Sommer waren auch "schräge Angebote" geplant, wie Malen nach Musik.

Im theoretisch ausgerichteten Bereich ist Drewelow eine unmittelbare Anbindung an aktuelle Ausstellungen und eine Arbeit vor Originalwerken wichtig. "Die Städtische Galerie ist mein Hauptzielpunkt", betont Drewelow ihren Wunsch, die Arbeiten dort sowie im Skulpturenpark als wertvolle Grundlagen für Gesprächsstoff zu nutzen. "Da könnte etwa über Kants Begriff vom Erhabenen und Schönen in der Kunst gesprochen werden", überlegt die einstige Berlinerin, die bereits eine Vernetzung der Bereiche Kunst und Philosophie vorsieht. Für September hat sie daher einen philosophischen Rundgang durch den Viersener Skulpturenpark geplant.

"Ich nehme das hier sehr ernst. Für mich ist wichtig, dass ich Erfahrung und einen offenen Blick mitbringe, offenen Mutes mit den Dozenten Dinge aufbaue und sehe, wie wir die Leute erreiche", fasst Drewelow zusammen. Die eigene Kunst will sie nicht aufgeben, aber zeitlich zurück fahren. Zum Jahresurlaub wird sie "in die Werkstatt verschwinden". Statt einst vier bis fünf Ausstellungen im Jahr wird sie in Zukunft nur noch eine oder zwei wagen. So bleibt zudem Zeit für die besondere Korrespondenz mit ihrem einstigen Professor F.W. Bernstein: in Form von grafischen Arbeiten, vorwiegend in Postkartengröße.

Quelle: RP
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